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Bayer Leverkusen verramscht Tickets

Quelle: IMAGO

In der Kritik: Die Bayer-Geschäftsführung um Wolfgang Holzhäuser (l.) und Rudi Völler.

Bayer Leverkusen geht ungewöhnliche Wege, um sein Stadion voll zu bekommen. Gegen den VfL Wolfsburg und die TSG Hoffenheim haben sich die Verantwortlichen der Werkself Aktionen überlegt, um Fans in die BayArena zu ziehen. Besonders die Idee für das kommende Heimspiel gegen Hoffenheim sorgt für Spott.

MEINUNG

Die Fankultur von Bayer Leverkusen wird im Rest der Bundesliga eher belächelt. In der Domstadt nimmt man die „Werkself“ und ihre Anhänger prinzipiell nicht ernst, auch im Rest der Republik gibt es wenige Klubs, deren Fans ein noch geringeres Ansehen genießen. Mit zwei fragwürdigen Aktionen sorgt der Verein jetzt aber sogar selbst dafür, dass sein Anhang zum Gespött der Fußball-Nation wird. Zugegeben, den VfL Wolfsburg und die TSG Hoffenheim kann man nicht als „attraktive Gegner“ bezeichnen. Dass man gegen Wolfsburg seine Dauerkarteninhaber per Brief mit Verlosungen einer Wellnessreise im Wert von 5.000 Euro oder einem Essen mit Kapitän Simon Rolfes in die Arena locken will – grenzwertig. Aber wie „express.de“ berichtet offenbar ein Erfolg. Leverkusens Geschäftsführer Holzhäuser sagt demnach: „Wir waren überrascht, dass über 29.000 Zuschauer im Stadion waren. Das zeigt, dass die Maßnahme sinnvoll war. Wir werden auch im kommenden Jahr einige ungewöhnliche Maßnahmen ergreifen, um unser Publikum anzusprechen, ins Stadion zu kommen.“

 

Die nächste „ungewöhnliche Maßnahme“ folgt schon für das nächste Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim. Für die Partie gegen diesen – zugegeben ebenfalls eher unattraktiven – Gegner verramschen die Leverkusener ihre Tickets jetzt auf der Plattform „Groupon.de“. Dort kann jeder Interessierte zwei Tickets zum Preis von einem kaufen. Zwischen zwei Optionen kann ausgewählt werden. „Deals“ für zwei Karten der Kategorie IV für 16 statt 32 €, oder zwei Karten der Kategorie II für 23 statt 46 € stehen zur Verfügung. Abgesehen von dem Eingeständnis, dass man das Stadion also auf normalem Weg auf keinen Fall voll bekommt, wirkt das Angebot zwischen „Bewerbungs-Fotoshooting“ und „Hyaluron für durstige Haut“ für einen Bundesliga-Verein eher deplaziert. Der Satz „Spitzenfußball live erleben in der stimmungsvollen BayArena“ klingt zudem wie Hohn. Stimmungsvoll? Wenn man schon mit diesen Maßnahmen versuchen muss, Leute ins Stadion zu bekommen, werden das sicher keine Hardcore-Fans sein, die mit Dauergesängen das Team nach vorne peitschen. Die Verantwortlichen sollten sich fragen, ob es peinlicher ist ein halbleeres Stadion zu haben, oder seine eigenen Fans lächerlich zu machen.

Am Mittwoch Mittag hatten immerhin schon 64 Personen das Angebot angenommen. Mit 128 zusätzlichen Besuchern kann Bayer 04 also schon mal planen. Obwohl… Vielleicht sollte man den Käufern des „Deals“ noch einen Brief schicken und ein Abendessen oder eine Reise verlosen, damit sie auch wirklich kommen. Sicher ist sicher.