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Fortuna Köln live – sogar in Mexiko

Fanradio Fortuna Köln

Im Südstadion immer live on Air ist Fortunas Fanradio mit den Kommentatoren Erik und Kati
Foto: Kühlborn

Seit der Rückrunde überträgt das Fanradio alle Heim- und ­Auswärtsspiele von Fortuna Köln live. Die Zuhörerschaft wächst, Fans gibt es mittlerweile sogar in Mittelamerika. 

Es waren eine Menge Emotionen im Spiel, als Fortuna Köln am Oster­samstag beim FC Hennef 05 um den Einzug ins Finale des FVM-Pokals kämpfte: Nach verdientem Rückstand zur Pause drehten die Südstädter die Partie, doch der Fünftligist schlug kurz vor Schluss zurück: 2:2 – Verlängerung. Ein echter Pokalfight, alles lief hinaus auf ein Elfmeterschießen als finalem Showdown. Doch dann kam Hamdi Dahmani: 30 Meter vor dem Tor, Ballannahme, trockener Abschluss und rein das Ding! Schlusspfiff, Jubel, grenzenlose Erleichterung bei den Spielern, dem Trainerteam, den Fans im Gästeblock – und in Mexiko.

Ein Start nach Maß
Mexiko? Richtig gelesen. Auch jenseits des Atlantiks jubelten Fans über den Finaleinzug der Fortuna. Wie das geht? Dank Kati und Erik vom Fortuna-Fanradio! Mit Laptop und Mikrofon ausgestattet, saßen die beiden auf der Tribüne des Hennefer Stadions und übertrugen das Spielgeschehen auf dem Rasen in die Weiten des Internets. Wie viele Zuhörer das Fanradio der Südstädter am Ostersamstag hatte? Kati und Erik wissen es nicht genau. „Auf jeden Fall werden wir wahr­genommen und bekommen nach den Übertragungen regelmäßig Feedback. Auch aus Österreich, den USA und Mexiko“, erklärt Kati. „Wir sind für viele ausgewanderte Fans während der Spiele die Verbindung zum Verein, auch weil der Livestream der Sportschau bei Drittligaspielen in anderen Ländern nicht funktioniert“, ergänzt Erik.

„On air“ sind die beiden Fortuna-Fans seit März. Die Premiere gab es im Heimspiel gegen Preußen Münster, als das Fanradio zur zweiten Halbzeit endlich online ging und die beiden Reporter in der Schlussphase den 2:1-Siegtreffer von Cauly Oliveira­ Souza live schildern konnten. „Ein Start nach Maß“, erinnert sich Erik. Zuvor hatte insbesondere die Technik im Südstadion dem Projekt Fanradio immer wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht. Doch mittlerweile sind alle Anfangsprobleme behoben und das Fortuna-Fanradio erfreut sich beim Anhang großer Beliebtheit. „Wir stehen via Social Media während des Spiels mit den Hörern in Kontakt“, sagt Kati.

Seit die Idee vom Fanradio auf einem Fantreffen Ende 2014 zur Sprache kam, ist sie an der Umsetzung beteiligt. Und das, obwohl das Herz der Kölnerin zunächst für den FC schlug: „Ich bin 2007 über eine Studentenaktion zur Fortuna gekommen, habe im Südsta­dion Siege gegen Westwacht Aachen und Wesseling-Urfeld gesehen und mich in den Verein verliebt.“ Etwas länger schon, nämlich seit 34 Jahren, gehört Eriks Herz den Südstädtern: „Mein Vater hat mich zu Zweitliga­zeiten mit ins Stadion genommen. Wenn man bei Fortuna einmal dabei ist, ist man infiziert“, so der 40-Jährige.

Lob vom Kapitän
Radioerfahrung haben die zwei nicht, dafür umso mehr Enthusiasmus und Spaß an ihrer Arbeit. Zur Vorbereitung lesen sich die beiden Fortuna-Fans durch lokale Berichterstattung und Statistikseiten.  „Manchmal wundere ich mich, was man alles über die Spieler rausbekommt“, sagt Erik, der sich im Vorfeld jedes Spiels rund vier Stunden mit der Fortuna, dem jeweiligen Gegner und Schiedsrichter beschäftigt. Kati lernte vor der Saison sogar die Trikotnummern der Fortuna-Spieler auswendig, um bestmöglich vorbereitet zu sein. Dieses Engagement bleibt auch dem Team nicht verborgen.

Kapitän Daniel Flottmann ist ebenso begeistert wie viele andere Mitspieler. Nach anfänglicher Findungsphase hat sich das einzige bekannte männlich-weibliche Fanradio-Duo im deutschen Fußball gut aufeinander eingestellt. „Es entwickeln sich angeregte Diskussionen, auch weil wir nicht immer einer Meinung sind. Wir wollen das Spielgeschehen amüsant und anschaulich rüberbringen – aber immer mit Fortuna-Brille“, sagt Kati. Und so werden die beiden am 28. Mai auch im Bonner Sportpark Nord sitzen und live kommentieren, wenn Fortuna im Finale des FVM-Pokals auf Stadtrivale ­Viktoria trifft – für alle Fortuna-Fans, ob in Zollstock, Wien oder Mexiko-City.

Stefan Kühlborn