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„Wir wollen unseren dritten Titel in Folge“

Quelle: Imago

Sonja Fuß führt den Ball durch das Mittelfeld.

Nationalspielerin Sonja Fuss vom 1. FC Köln über ihre Ziele und die Gegner der deutschen Mannschaft

Kribbelt’s schon?

Sonja Fuss: Ja, bereits die ganze Zeit. Alle Spielerinnen bereiten sich schon intensiv auf das große Event vor. Wir wollen im eigenen Land Weltmeister werden und die Attraktivität unseres Fußballs zeigen. Und wir wollen das „Unmögliche“: den dritten WM-Titel in Folge.

Was ist das Erfolgsgeheimnis der DFB-Elf?

Ein Geheimnis verrät man ja eigentlich nicht (lacht). Aber wir verfügen über wahnsinnig gute Individualistinnen, die auch mal ein Spiel entscheiden können. Dazu haben wir einen irrsinnig guten „Team Spirit“ – von der Nummer 1 bis zur 22 erfüllt jede mit 120 Prozent ihre Aufgabe. Das schließt natürlich das Trainerteam mit ein.

Zum Auftakt geht es gegen Kanada, das beim Testspiel im September in Dresden eine 0:5-Klatsche kassierte.

Diesen Sieg dürfen wir nicht überbewerten. Kanada wird 2011 ganz anders auftreten. Das Team ist physisch sehr stark, und bei einer WM gibt es ohnehin keine leichten Spiele.

Der zweite Gegner Nigeria scheint – nach dem 8:0 jüngst in Leverkusen – eine machbare Aufgabe zu sein.

Auch Nigeria wird sich anders präsentieren. Die Mannschaft kam gerade vom Afrika-Cup und hat sich nach dem frühen 0:3 aufgegeben. Ich erwarte 2011 aber einen harten Kampf.

Wird Frankreich dann die härteste Nuss?

Frankreich gehört in Europa zu den führenden Nationen. Und in Europa ist der Frauenfußball am weitesten entwickelt. Das könnte tatsächlich die schwerste Aufgabe werden.

Bei der WM 2007 gab es ein 11:0 über Argentinien. Ist die Weltspitze seitdem enger zusammengerückt?

Die Weltspitze rückt täglich enger zusammen. Gegen Argentinien haben wir einfach alles getroffen. An so einem Tag fällt ein Sieg auch mal klarer aus, aber das stellt die Ausnahme dar.

Wer sind die härtesten Konkurrenten bei der Titelvergabe?

Zunächst die USA und Brasilien, die seit langem Weltspitze sind. Ansonsten wären die asiatischen Teams wie Nordkorea und Japan zu nennen – dort entwickelt sich der Frauenfußball rasend schnell. Aus Europa rechne ich mit England und Schweden.

Wie schätzen Sie Ihre Chancen ein, zum Kader und zur ersten Elf zu gehören?

Zuletzt saß ich häufiger auf der Bank, aber wenn ich nicht in ein Loch falle, habe ich gute Chancen dabei zu sein. Und wenn meine Entwicklung, vor allem offensiv, weiter nach oben geht, werde ich auch viele Einsätze bekommen. Dann möchte ich helfen, die Massen für den Frauenfußball zu begeistern.

Bedauern Sie, dass Köln bei der WM nicht zu den Spielorten gehört?

Auf jeden Fall. Köln feiert gerne Feste und nimmt Events immer gut an. Ich glaube, wir – und auch andere Teams – hätten hier ein volles Stadion gehabt. Hoffentlich fahren die Kölner jetzt alle nach Leverkusen. Der WM-Vorverkauf zeigt übrigens, dass überall volle Ränge sein werden.

Wird die WM einen Boom für den Ligaalltag auslösen?

Das hoffe ich. Schon nach den letzten Titelgewinnen kamen mehr Zuschauer in die Stadien. Wir wollen vor allem junge Mädchen begeistern, die dann anschließend selber spielen und mit ihren Familien in die Arenen kommen.

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