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Wie funktioniert die Sportstadt Köln?

Quelle: Stadt Köln

Sportdezernentin Dr. Agnes Klein (2.v.l.), hier bei der Eröffnung einer Laufstrecke am Fühlinger See, ist die

Ämter, Behörden, Institutionen: Davon gibt es auch im Kölner Sport jede Menge. Nur, wer ist für was eigentlich zuständig? Köln.Sport erklärt das Netzwerk der Sportstadt Köln. Wer trifft die Entscheidungen und wer führt sie aus? Das, was immer so einfach als „Sportstadt Köln“ bezeichnet wird, erweist sich bei näherem Hinschauen als kompliziertes und schwer zu durchschauendes Netz von Kompetenzen und Zuständigkeiten. Wie in allen Bereichen der Kommunalpolitik kommt auch der Sport in Köln eben nicht ohne ein gehöriges Maß an Bürokratie aus.

Die Sportstadt Köln steht auf vier Säulen. Die erste Säule ist die Sportverwaltung, also der Teil der Stadtverwaltung, die sich um die Belange des Sports kümmert. Namentlich das Dezernat IV – Bildung, Jugend und Sport. Dezernentin Dr. Agnes Klein (SPD) ist Kraft ihres Amtes die „Herrin der Kölner Sporthardware“. Ihr unterstehen unter anderem das Sportamt und das Schulverwaltungsamt.

In jedem Bezirksrathaus ein Ansprechpartner

Sportamtsleiter Dieter Sanden und sein 117-köpfiges Team sind zuständig für alle Fragen rund um die Planung, den Bau, den Betrieb und die Unterhaltung aller städtischen Sportanlagen. Ausgenommen davon sind lediglich die sechs Anlagen, die von der Kölner Sportstätten GmbH betrieben werden. Auch die Ausarbeitung von Projekten für die Fördergelder beantragt und vergeben werden, wie zuletzt das Konjunkturpaket II, fallen in den Aufgabenbereich des Sportamtes.

Das Schulverwaltungsamt zeichnet für den Sportunterricht an den Kölner Schulen und die Ausstattung der zugehörigen Sporthallen verantwortlich. Im Stadthaus in Deutz angesiedelt fungiert das Referat Schulsport als Ansprechpartner für alle Fragen zum Sport an den Städtischen Schulen. Referatsleiter ist Herbert Schorn. Darüber hinaus sitzt in jedem Bezirksrathaus mindestens ein Ansprechpartner für die Belange des Sports im Stadtbezirk. Bei ihm können Sportvereine Hallenzeiten beantragen, oder Sachschäden melden.

Erweitert man das Spektrum der städtischen Sportanlagen noch um die zahlreichen für jedermann nutzbaren Bolz- und Freiplätze, spielt sogar noch eine dritte Behörde hinein: das Amt für Kinderinteressen, eine Unterabteilung des Jugendamts. Vom Büro am Barbarossaplatz aus kümmern sich Amtsleiterin Dorothea John mit sieben Mitarbeitern, darunter zwei Architekten, um alle Belange, die mit den rund 130 offenen Freizeitsportangeboten, Bolzplätze, Streetballplätze oder Skateranlagen korrelieren.

Sportstätten GmbH existiert seit 1958

Die politischen Entscheidungen in der Stadt entscheidet der Rat der Stadt Köln per Mehrheitsbeschluss. Dies beinhaltet auch den Sport. Bei der Errichtung, Übernahme, Erweiterung, Einschränkung und Auflösung sowie Vermietung und Verpachtung von städtischen Sporteinrichtungen und Bädern muss jedoch der Sportausschuss des Rates vorberatend tätig werden. So sieht es § 41 Absatz 1 Satz 2 Buchstabe l der Gemeindeordnung Nordrhein-Westfalen vor. Der Sportausschuss des Rates, besteht aus 13 stimmberechtigten Ratsmitgliedern, die über den Neu-, Aus- und Umbau von städtischen Sportanlagen und Bädern entscheiden. Vorsitzender ist derzeit Peter Kron (SPD).

Der Ausschuss ist berechtigt, investive Maßnahmen bis zu einer Höhe von 1,5 Millionen Euro und Maßnahmen der Bauunterhaltung bis zu einem Wert von einer Million Euro eigenständig zu bewilligen. Was über diese Summen hinausgeht, bedarf der Zustimmung der Ratsmehrheit. Mit der Ausführung der Beschlüsse werden dann die zuständigen Ämter beauftragt.

1958 ins Leben gerufen, leistet die Kölner Sportstätten GmbH heute mehr denn je einen Beitrag für das umfangreiche Sportangebot der Stadt. Für den Betrieb von sechs außergewöhnlichen Sportanlagen stehen Geschäftsführer Hans Rütten 25 Mitarbeiter zur Verfügung. Die Gesellschaft betreibt neben dem RheinEnergieStadion und der Öffentlichen Kölner Golfsportanlage noch die Albert-Richter-Radrennbahn und das Reit- und Baseball-Stadion.

SSBK vertritt 220.000 Sportler

Außerdem fallen das Südstadion und der Sportpark Höhenberg in ihren Zuständigkeitsbereich. Ein Gutachten der Wirtschaftsprüfer von „Deloitte und Touche“ ergab 2009, dass die vier letztgenannten unter der Ägide des Sportamtes wirtschaftlicher betrieben werden könnten. Eine Entscheidung über eine mögliche Umstrukturierung steht jedoch noch aus. Bis es soweit ist, gilt: Wer eine dieser Sportanlagen nutzen möchte, muss in der Osttribüne des RheinEnergieStadions bei der Kölner Sportstätten GmbH vorstellig werden.

Ein zweites Unternehmen, das maßgeblichen Einfluss auf das Sportangebot der Stadt hat, ist die KölnBäder GmbH. Das Unternehmen ist Teil des Stadtwerke-Konzerns und für den Betrieb der städtischen Schwimmbäder zuständig. Seit dem 1. Januar 2007 umfasst das Portfolio mit dem inzwischen in Lentpark umgetauften Eis- und Schwimmstadion 15 Anlagen. Zehn davon werden von Schwimmvereinen und für den Schwimmunterricht der Kölner Schulen genutzt.

Die vierte und zugleich stärkste Säule und somit Basis der Sportstadt Köln sind die Sportler selbst und ihre Klubs. Deren Sprachrohr ist der StadtSportBund Köln (SSBK), in dem rund 600 Sportvereine organisiert sind. Damit vertritt der SSBK die Interessen von 220.000 sportlich aktiven Kölner. „Das ist immerhin ein Viertel der Kölner Bevölkerung“, merkt SSBK-Geschäftsführer Rolf Kilzer nicht ohne Stolz an.

Entscheidungsstelle im Ulrich-Brisch-Weg

Im „Haus des Sports“ in Junkersdorf laufen die Fäden zusammen. Hier sitzt auch die Sportjugend Köln, die sich für die Belange von Kindern und Jugendlichen einsetzt. Sie unterstützt und koordiniert die Jugendpflege in den Vereinen und Verbänden und stellt pädagogische und psychologische Hilfe für Jugendleiter und Vereinsmitarbeiter.

Ferner verfügt jeder Stadtbezirk über einen eigenen Stadtbezirks-Sportverband (SBSV), der die Belange der Vereine gegenüber der Bezirksvertretung und -verwaltung vertritt. Die Verbände sind selbstständige Unterorganisationen des SSBK und bieten den Vereinen verschiedene Hilfestellungen, etwa bei der Moderation von Versammlungen, der Organisation von Sportfesten oder dem Aufbau eines neuen Internetauftritts. Kontakt zu den SBSVen vermittelt der StadtSportBund Köln.

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