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„Unangemessen und unsensibel“

Der Stadtsportbund-Vorsitzende (r.) bei der Siegerehrung auf dem Kindersportfest 2014. Foto: HEIMSPIELE/P. Eilers

Der Stadtsportbund-Vorsitzende (r.) bei der Siegerehrung auf dem Kindersportfest 2014.
Foto: HEIMSPIELE/P. Eilers

Der Stadtsportbund-Vorsitzende Klaus Hoffmann kritisiert die Äußerungen zur Unterbringung von Flüchtlingen in der Dreifachhalle in Weiden.  Am Samstag hatte sich Walter Schneeloch, Präsident des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen (LSB NRW), im Interview mit der Kölnischen Rundschau kritisch zur politischen Schlagkraft des Sports in Köln geäußert und als Beispiel die Unterbringung von Flüchtlingen in der Dreifachhalle in Weiden als Beispiel angebracht.

Schneeloch kritisierte: „Abgesehen von der Frage, ob das menschenwürdig ist, zeigt sich daran, welchen Wert der Sportunterricht in Köln hat. Ich habe die Sorge, dass das ganz schnell die Runde macht – und Schulsporthallen für die Unterbringung von Flüchtlingen herhalten müssen.“ Bei der Frage nach möglichen Alternativen brachte Schneeloch, der seit 2006 auch Vizepräsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) ist, kulturelle Institutionen ins Spiel:

„In einem Museum stehen beispielsweise tote Gegenstände, die man zur Seite räumen kann. Aber hier nimmt man den Menschen den Raum, den sie dringend für Bewegung, Spiel und Sport brauchen. Es heißt, es stünden andere Hallen zur Verfügung. Da muss man sich fragen, ob diese bisher leer gestanden haben.“

Diese Äußerungen Schneelochs stießen bei Klaus Hoffmann auf deutliche Kritik. Der Vorsitzende des Kölner Stadtsportbundes kritisierte Schneelochs Aussagen als unangemessen und unsensibel: „Die Unterbringung in einer Sporthalle hat nichts, aber auch gar nichts mit der Wertigkeit des Sports in Köln zu tun. Es galt, den ankommenden Flüchtlingen in höchster Not ein Obdach zu geben. Die betroffenen Vereine, das Sportamt, die Sporthochschule Köln, der StadtSportBundKöln (SSBK), die SportjugendKöln (SJK) und Vertreter der Bezirke haben sich getroffen und eine gesellschaftspolitisch äußerst verantwortungsbewusste Übergangslösung für 2014 gefunden“, sagte Hoffmann.

Der Kölner Sport brauche keinen Klassenkampf, sondern müsse sich im Sinne einer Sportpolitik, die geachtet und wertgeschätzt werde, zeigen, fordert Hoffmann, der den organisierten Sport in dieser Frage auf Augenhöhe mit der Kultur sieht. Es wäre kontraproduktiv und naiv, wenn man den Museen die Flüchtlingsproblematik aufs Auge drücken würde.

Peter Pfeifer, Vorsitzender der Sportjugend Köln, ergänzt: „Die Äußerungen des LSB-Präsidenten sind höchst bedauerlich und zeugen von Unkenntnis der Kölner Lage. Sie sind weder Gedankengut noch Stil des organisierten Sports in Köln.“ Die beiden Vorstände von SSBK und SJK unisono: „Wir entschuldigen uns dafür bei den Flüchtlingen und bei allen, die zur Übergangslösung beigetragen haben“.

Es sei generell besser, schnell und richtig zu handeln, als höchst bedenklich zu reden, heißt es abschließend in der gemeinsamen Pressemitteilung von Stadtsportbund und Sportjugend Köln.