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SSBK: „Tue Gutes und schreibe darüber!“

Der Stadtsportbund-Vorsitzende Klaus Hoffmann (l.) im Gespräch mit Köln.Sport. Foto: Horst Fadel

Der Stadtsportbund-Vorsitzende Klaus Hoffmann (l.) im Gespräch mit Köln.Sport.
Foto: Horst Fadel

Beim Stadtsportbund Köln stehen die Zeichen auf Veränderung. Im Köln.Sport-Interview spricht der Vorstandsvorsitzende Klaus Hoffmann über die Lage in Kölns größter Sport-Organisation.

Seit Februar diesen Jahres führt Klaus Hoffmann den Stadtsportbund Köln (SSBK) kommissarisch als Vorstandsvorsitzender. In Köln.Sport erklärt der erfahrene Ehrenamtler, wie es um die Dachorganisation des Kölner Sports bestellt ist, welche wichtigen Aufgaben bevorstehen – und in welcher Rolle sich der Verband mit seinen 240.000 Mitgliedern künftig sieht.

Herr Hoffmann, wie sehen Sie den Stadtsportbund Köln aktuell für seine Aufgaben im Kölner Sport aufgestellt?
Der SSBK ist mit seiner Sportjugend und dem Sportbildungswerk als Einheit zu sehen und verkörpert den organisierten Sport in unserer Stadt. Diese Einheit ist gut aufgestellt, die einzelnen Komponenten zur Zeit zugegebenermaßen unterschiedlich gut. Aber das werden wir gemeinsam ändern, verbessern und optimieren. Unser Ziel ist es, nicht nur für, sondern gemeinsam mit den Vereinen etwas zu erreichen in dieser Stadt.

Sie sind bereits seit 2004 im Vorstand tätig. Wie hat sich der SSBK aus Ihrer Sicht seitdem entwickelt?
Der SSBK mit Sportjugend und Bildungswerk, dessen Außenstellenleiter ich seit meiner Wahl in den Vorstand bin, hat keinen Quantensprung in den letzten zehn Jahren gemacht. Doch es hat sich einiges zum Positiven geändert, als Beispiel nenne ich nur die Einführung des direkten Stimmrechts für Vereine durch die Satzungsänderung 2007.

Welche Aufgaben fallen dem Bildungswerk konkret zu?
Es ist Außenstelle des Bildungswerkes des LSB NRW, einer staatlich anerkannten Weiterbildungseinrichtung im Sport. Das Bildungswerk stellt Sportangebote bereit, die sich auf Qualifizierung beziehen. Zudem bietet es Sportkurse und -reisen nach dem Weiterbildungsgesetz des Landes NRW an, kooperiert mit Vereinen und weist auf deren Angebote hin. Vor allem den Bildungsbereich wollen wir in Zukunft noch stärker ausbauen und optimieren.

In den letzten Jahren hat es etliche Führungswechsel beim SSBK gegeben. Waren Basis und Verbandsspitze zu oft uneins?
Seit dem Jahr 2004, als der Kölner Sport gegen die Hallennutzungsgebühren auf die Straße gegangen ist, hat es sechs verschiedene SSBK-Vorsitzende gegeben. Zwei davon haben ihr Amt aus gesundheitlichen Gründen nicht fortgesetzt bzw. niedergelegt, zwei weitere haben dies aus familiären Gründen getan. Mein Vorgänger Dr. Bernd Steegmann hat sein Amt nach 15 Monaten niedergelegt. Das war der einzige Wechsel, der primär inhaltliche Gründe hatte.

Sie haben daraufhin den Vorsitz kommissarisch übernommen bis zur nächsten Mitgliederversammlung, die satzungsgemäß bis Ende Oktober stattfinden soll. Stellen Sie sich zur Wahl?
Ich werde mich zu einer möglichen Kandidatur spätestens Ende Juli äußern. Damit verbunden habe ich auch den Wunsch geäußert, dass die Mitglieder des Vorstandsteams dies ebenso tun sollten. Jetzt gilt es, das operative Geschäft, die personelle Situation sowie allgemeine Aufgaben eines Sportverbandes zu schultern.

Wird Sie dabei auch ein neuer Geschäftsführer unterstützen? Die Stelle ist seit dem Ausscheiden von Rolf Kilzer Ende August letzten Jahres unbesetzt.
In erster Linie geht es um Inhalte und nicht um Positionen. Wir haben in den letzten Wochen und Monaten den Geschäftsbetrieb genau durchleuchtet, Anforderungsprofile entwickelt und verschiedene personelle Szenarien durchdacht. Als Ergebnis ist Mitte Mai ein Bewerbungsverfahren für eine Stelle für die Geschäftsführung angelaufen.

Der SSBK will auch Stimme des Kölner Sports sein, wird als solche aber weniger wahrgenommen als etwa die Sportjugend. Wie wollen Sie das ändern?
Die Sportjugend tauscht sich zum Beispiel regelmäßig mit der Politik aus, betreibt zudem immer wieder Öffentlichkeitsarbeit: Tue Gutes und schreibe darüber! Auch der SSBK pflegt den regelmäßigen Austausch mit den Fraktionen im Stadtrat, aber dann versagen wir in Bezug auf unsere Öffentlichkeitsarbeit. Dies ist generell ein Problem: Der SSBK macht viel, informiert aber nicht die Öffentlichkeit. Das müssen wir ändern.

Worüber sprechen Sie mit der Politik?
Bei unserem letzten Treffen mit den Fraktionen haben wir zum Beispiel über die Sportagenda 2015 und die Notwendigkeit eines Sportentwicklungsplanes für Köln gesprochen. Dass dies auf den Weg gebracht werden muss, darüber sind wir uns im Prinzip mit der Politik einig. Aber es reicht nicht aus, wenn man sich bespricht – die Ergebnisse müssen auch transparent kommuniziert werden, über eigene Medien, über unsere Mitgliederstrukturen und über Medien wie Köln.Sport.

Der SSBK genießt lediglich beratendes Gastrecht in den Sitzungen des Sportausschusses der Stadt. Wann werden Sie von der Politik ein Stimmrecht einfordern?
Als Vertretung des größten Sportverbandes der Stadt ist diese Forderung schon länger überfällig. Allerdings müsste dazu die Gemeindeordnung verändert werden, was der LSB auf Landesebene einfordern könnte. Die Gespräche mit der Politik vor Ort könnten die Signale an die Kollegen im Landtag senden. Ich würde noch weiter gehen und behaupten, dass auch im Stadtentwicklungs-Ausschuss eine beratende Stimme angebracht wäre. Denn nicht wenige Tagesordnungspunkte dort behandeln das Thema Bewegungsräume.

Interview: Frank Schwantes

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