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HEUL LEISE! Von Kniebeugen und Bären

Bootcamp ASV Köln

Herausforderung angenommen: Köln.Sport-Redakteur Stefan Kühlborn nimmt am achtwöchigen ASV-Bootcamp teil, um seine Fitness zu verbessern
Foto: Stephan Ehritt

Acht Wochen lang nimmt unser Redakteur am Bootcamp des ASV Köln teil, um seine Fitness zu verbessern. Regelmäßig schildert er an dieser Stelle seine Erlebnisse und Erfahrungen rund um das knallharte Trainingsprogramm. Ganz nach dem Motto: HEUL LEISE! 

*** TEIL I: Bootcamp statt Malle-Tour ***

So, die ersten vier Trainingseinheiten sind geschafft. Das Bootcamp hat Fahrt aufgenommen! Und was soll ich sagen: meine Beine brennen wie Hölle!

Aber der Reihe nach: Das erste Training – es wird schon nicht so schlimm werden. Ein lockerer Einstieg, kurzes Kennenlernen der Mitstreiter und sich dann mit einem kühlen Blonden in der Hand an der Bar über die kommenden Herausforderungen austauschen – genau so hatte ich mir die erste Bootcamp-Einheit vorgestellt. Ich naiver Narr.

„Ihr tut das für Euch, nicht für mich“ – dass dieser Satz im Laufe der acht Wochen kommen würde, davon bin ich ausgegangen. Dass unsere Trainerin Nora aber gleich zum Einstieg eine solche Schlagzahl vorgibt und mich prompt in die Nähe meiner Grenzen bringt, das hatte ich nicht geglaubt. Was Nora als „lockeres Warmmachen“ bezeichnet, treibt mir schnell die ersten Schweißperlen auf die Stirn.

Stichwort „Hampelmann“: Schon in der Kindersportgruppe meines ersten Sportvereins (ein herzlicher Gruß geht an dieser Stelle an den SV Erfa 09 Gymnich) habe ich meinen Nebenmann für die motorisch einwandfreie Ausführung dieser eleganten Fitnessübung beneidet, mit der Koordination und Ausdauer gleichzeitig trainiert werden können. Und auch gut zwei Jahrzehnte später verzweifel ich noch immer angesichts der technisch sauberen Hampelmann-Darbietungen meiner Mitstreiter, während ich mich eher fühle und sicher auch aussehe wie ein Schluck Wasser in der Kurve.

Kniebeugen – immer wieder Kniebeugen
Mit dem Warm-Up habe ich mich nach nunmehr vier Trainingseinheiten arrangiert. Das Programm und die Mischung sind gut. Alle im folgenden Training angesprochenen Muskelgruppen werden auf die Belastung vorbereitet. Eine erfolgreiche Vorbeugung von Verletzungen ist damit gegeben. Eine Vorbeugung vor Muskelkater bedeutet das aber nicht, wie ich recht schnell erfahren muss.

Am Morgen nach dem ersten Training gleicht mein Weg ins Badezimmer dem Gang nach Canossa. Ob mein Körper will, dass ich Buße tue für das, was ich ihm am Vortag angetan habe? Die Schmerzen haben Besitz von meinen Oberschenkeln ergriffen, ziehen sich bis hoch in den Gesäßbereich. Und wer ist Schuld?

Natürlich Noras Lieblingsübung: Es geht nichts, aber auch absolut gar nichts ohne KNIEBEUGEN! Intensität und Ausführung variieren zwar, das Ergebnis bleibt das Gleiche: Schmerz. Doch aufgeben ist natürlich keine Option – immerhin sind wir beim Bootcamp und spielen nicht Topfschlagen auf dem Kindergeburtstag. Und was soll ich sagen: Das Durchhaltevermögen und der Kampf gegen den inneren Schweinehund lohnen sich. Obwohl mich der haarige und besonders hinterhältige Geselle immer wieder in die Falle locken will.

Ein Beispiel gefällig? Wie soll ich denn bitte Treppenläufe machen, während auf der anderen Seite der Glastür eine gemütliche Couch, kühles Kölsch und ein Flachbildfernseher mit Übertragung der EM-Spiele locken? Richtig, eigentlich nicht machbar.

Köln.Sport-Redakteur beim ASV Köln im Regen

Bei Wind und Wetter: Auch von sinflutartigen Regenfällen lassen wir uns natürlich nicht vom Bootcamp-Training abhalten
Foto: Nora Hendricks

Doch irgendwie siegt dann doch die Motivation, der Spirit des Bootcamps. Ich will es schaffen, durchhalten und mein Leistungsvermögen steigern. In Sachen Kniebeugen klappt das schon nach den ersten Einheiten erstaunlich gut. Klar, Schmerzen und Muskelkater habe ich noch immer, doch von Mal zu Mal fallen mir die Übungen leichter und ich kann die Position länger halten. Ich verbuche das als ersten Trainingserfolg und gönne mir nach dem zweiten Training ein frisches Weizen – isotonisch und so.

Neben den Kniebeugen ist unser Training ein Sammelsurium seltener Tierarten. Raupen, Krabben, Bären – eine solche Mischung findet man sonst nur im Kölner Zoo. Der einzige Haken: Statt die Tiere mit ausreichend Sicherheitsabstand zu beobachten, sind wir mittendrin, verwandeln uns quasi zu vier-, zehn- und Vielbeinern. „Bear Walk“, „Crab Walk“ und Raupenlauf sind sicherlich nicht die elegantesten Fortbewegungsmethoden – aber sie erfüllen ihren Zweck!

Und wie bei den Kniebeugen gilt auch hier: Übung macht den Meister und Übung macht fit! Und so habe ich in den ersten beiden Trainingswochen gelernt, den Muskelkater zu genießen und willkommen zu heißen, als Freund der sportlichen Herausforderung!

Fitnesstrainer ASV Köln

Eitel Sonnenschein versprechen unsere Fitmacher im Bootcamp: Die ASV-Fitness-Coaches Nora und Till werde ich beim nächsten Mal vorstellen
Foto: Stephan Ehritt

Ich bin gespannt auf die kommenden Einheiten und insbesondere aufs Wetter. Konnten wir uns in der ersten Woche – der Wetter-App von ASV-Pressechef Stephan Ehritt zum Trotz – über eitel Sonnenschein freuen, hieß es in dieser Woche eher: rein in die Fluten. Doch wer ein echter Bootcampler ist, der lässt sich von so ein bisschen Regen doch nicht aus dem Konzept bringen. Auch wenn ich beim Blick auf die Sturzbäche, die sich auf der Laufbahn in Bewegung gesetzt haben, ernsthaft mit dem Gedanken gespielt habe, lieber im Trockenen zu bleiben. Letztlich haben wir es doch alle gemeinsam durchgezogen. Für das Bootcamp und für uns (nicht für Nora 😉 ). Ich finde, darauf können wir jetzt schon stolz sein.

Beim nächsten Mal werde ich dann mal vorstellen, wer genau uns da Woche für Woche über Bahn scheucht und zu Höchstleistungen anspornt. Ich sage nur, zieht euch warm an, die beiden sehen zwar nett aus, können aber auch ganz anders.

In diesem Sinne,

HEULT LEISE!

Stefan Kühlborn

*** TEIL I: Bootcamp statt Malle-Tour ***