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Haie: Tjärnqvist rettet die Heimserie

Bejubelt seinen Siegtreffer gegen Augsburg: Haie-Verteidiger Daniel Tjärnqvist Foto: imago/Osnapix

Bejubelt seinen Siegtreffer gegen Augsburg: Haie-Verteidiger Daniel Tjärnqvist
Foto: imago/Osnapix

Der schwedische Routinier schießt die Haie in der Verlängerung zum siebten Heimsieg in Serie. Die Augsburger machten es dem KEC dabei allerdings nicht leicht.

Die Erleichterung war Haie-Coach Niklas Sundblad durchaus anzumerken. Erst in der Verlängerung hatte sein Team die Augsburger Panther mit 5:4 niederringen können, vor 12.839 Zuschauern war der schwedische Routinier Daniel Tjärnqvist der umjubelte Held. „Es war kein einfaches Spiel, sondern ein ,Kampfsieg’. Wir haben heute unseren Willen gezeigt, tolle Moral bewiesen und niemals aufgegeben. Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft“, war Sundblad trotz einer mitunter fahrigen Leistung seiner Schützlinge zufrieden.

Schon beim Aufwärmen machten die Haie-Fans ihre Meinung deutlich – nach zwei Niederlagen geht es nun darum, die Playoff-Qualifikation zu sichern. „Wir zahlen nicht so viel und fahren so weit, um nur noch 13 Spiele zu sehen“ stand auf einem Spruchband hinter der Bande. Lange hing es allerdings nicht: Ein krachender Schlagschuss beim Warm-Up zerfetzte die Plexiglasscheibe und das dahinter hängende Plakat. Die Partie gegen die Augsburger Panther musste angesichts der Aufräumarbeiten mit zehnminütiger Verspätung beginnen.

Diese Durchschlagskraft bei den Kölner schien allerdings nach der kurzen Zwangspause wie verflogen zu sein. Andreas Holmqvist und Philip Gogulla scheiterten noch in der Auftaktminute an Augsburgs Keeper Markus Keller. Auch Alexander Weiss, Kapitän John Tripp und Pascal Zerressen machten es in der stürmischen KEC-Anfangsphase nicht besser. Die Gäste bestraften die fehlenden Effektivität des Sundblad-Teams eiskalt: Ex-Hai Ivan Ciernik nutzte einen Abpraller von Haie-Goalie Danny aus den Birken zur überraschenden Führung (5.).

Ohmann lässt den Knoten platzen

Der Vizemeister ließ sich davon nicht schocken und drängte auf den Ausgleich. Sebastian Uvira und Andreas Falk konnten AEV-Goalie Keller allerdings auch nicht überwinden. Das Spiel auf ein Tor beendeten die Augsburger erneut äußerst humorlos: Aus den Birken konnte die Scheibe abermals nicht festhalten, Schäffler schob zum 2:0 ein (12.). Es drohte nun ein Spielverlauf wie beim Winter Game zu werden, als die Haie das Spiel machten, der Gegner allerdings die Tore schoss. Diesmal platzte der Knoten allerdings früher: Noch im ersten Drittel zwang Marcel Ohmann den Puck förmlich über die Linie – die Haie waren wieder im Spiel (15.).

Auch zu Beginn des zweiten Drittels drängte das Sundblad-Team Richtung Augsburger Tor, zunächst war den Haie-Fans allerdings kein weiterer Torjubel vergönnt. Alexander Sulzer scheiterte an Keller, Charlie Stephens an der Latte. Die Augsburger schienen dem KEC jedoch unter die Arme greifen zu wollen: Innerhalb von sechs Sekunden holten sich die Fuggerstädter zwei Strafzeiten ab, Gogulla nutzte die doppelte Überzahl zum 2:2 (27.). Wer dachte, die Partie laufe nun für die Kölner wie von selbst, der sah sich getäuscht: Erst schockte Ciernik mit seinem zweiten Treffer die Lanxess-Arena (37.), danach legte Adrian Grygiel sogar noch nach (39.).

Dass die Haie nicht mit einem Zwei-Tore-Rückstand ins Schlussdrittel gingen, verdankten sie erneut der Undiszipliniertheiten der Gäste. Als erneut ein Augsburger auf der Strafbank saß, schlug Andreas Holmqvist zu. Der „Powerplay-Quarterback“ der Haie traf mit einem krachenden Schlagschuss kurz vor der Pausensirene (39.). Das erste Saisontor des Schweden – zum richtigen Zeitpunkt! Den hätte beinahe auch Ryan Jones erwischt: Der Ex-NHL-Profi hatte kurz nach Beginn des letzten Drittels das 4:4 auf der Kelle, fand aber in Keller seinen Meister.

Tjärnqvist fälscht zum Sieg ab

Danach wurde es zäh und fahrig: Augsburg versuchte die Partie zu kontrollieren, die Haie fanden kein Mittel dagegen. Es brauchte wohl den Kapitän, um die verfahrene Lage zu beenden: John Tripp schob in der 50. Minute nach Stephens-Zuspiel zum 4:4 ein. Weitere Treffer fielen in der regulären Spielzeit nicht mehr – dann stand Tjärnqvist in der Verlängerung am richtigen Ort und fälschte die Scheibe zum erlösenden Siegtreffer ab. „In dieser Saison habe ich bislang noch nicht so viel gepunktet. Dafür war dieser Treffer ein ganz wichtiger“, erklärte der schwedische Routinier nach der Partie.

Die Haie bleiben durch den siebten Heimsieg in Serie als Zehnter weiter im Rennen um die Playoff-Plätze. Am Sonntag kommt es zum Duell bei einem direkten Kontrahenten: Der KEC reist nach Nürnberg zu den neuntplatzierten Thomas Sabo Ice Tigers.