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Fortuna verliert schwaches Spiel

Eine der wenigen Szenen, in denen Fortuna mit Stürmer Marc Brasnic (li.)  gegen Preußen Münster obenauf war Foto: imago/Manngold

Eine der wenigen Szenen, in denen Fortuna mit Stürmer Marc Brasnic (li.) gegen Preußen Münster obenauf war
Foto: imago/Manngold

Drittligist Fortuna Köln muss sich vor 2.452 Zuschauern im Südstadion wieder einmal nach einem Standard-Gegentor Preußen Münster mit 0:1 (0:0) geschlagen geben. 

Gegen einen bis dato auswärts noch punktlosen Gegner haben die Südstädter erfolgreich Aufbauhilfe geleistet. Die in dieser Saison so flügellahmen Adler aus Münster brauchten am kalten Samstagnachmittag in der Kölner Südstadt nicht viel, um im dritten Spiel von Trainer Benno Möhlmann drei Punkte zu entführen.

Es war ein Spiel, welches gut und gerne unter die Kategorie „Abstiegskampf“ einzuordnen gewesen wäre. Aufgrund der Tabellensituation der Gäste, die durch den Sieg immerhin den letzten Tabellenplatz verlassen konnten, eine durchaus plausible Einschätzung. Die bisherige Punkteausbeute der Fortuna widerspricht dem allerdings. Denn trotz des nunmehr vierten Heimspiels ohne Sieg in Folge bleibt die Mannschaft von Trainer Uwe Koschinat im Mittelfeld der Tabelle.

Die Geschichte der ersten Halbzeit ist schnell erzählt: Die Einschätzung, das Spiel lebte von der Spannung, wäre eine höfliche Umschreibung für einen grauenhaften Kick. Münster, mit sieben nominell defensiv ausgerichteten Feldspielern in der Startelf, verteidigte im Mittelfeld kompakt, ließ dementsprechend wenig zu und wirkte im Spiel nach vorne immerhin noch als aktivere von zwei wenig kreativen Mannschaften. So hatten die Hausherren ihre einzig nennenswerten Aktionen, wenn Routinier Oliver Schröder, der im Zentrum an der Seite von Markus Pazurek agierte, mit langen Bällen Lars Bender auf der rechten Seite auf die Reise schickte. Dessen Hereingaben wurden allerdings nicht genutzt. Das Tor von SC-Keeper Max Schulze Niehues geriet in den ersten 45 Minuten nicht in Gefahr.

Und so schien der Tipp eines kleinen Fans, der in der Halbzeit nach seiner Einschätzung bezüglich des Endergebnisses gefragt wurde, durchaus realistisch: „0:0“. Fortunas Stadionsprecher, der wohl eine Antwort zugunsten der Fortuna erwartet hatte, übernahm schnell wieder das Mikrofon und relativierte: „Das glaube ich nicht“. Hätte er sich doch der Einschätzung des kleinen Experten angeschlossen, womöglich, hätte dies zu einem Punktgewinn der Hausherren beigetragen.

Dass es diesen nicht gab, lag zum einen an der weiterhin fehlenden Kreativität im Offensivspiel, an der weder Marc Brasnic, der diesmal von Beginn an im Zentrum stürmte, noch das zuverlässige Duo Hamdi Dahmani und Cauly Oliveira Souza etwas ändern konnte. Auch die späte Einwechslung von Selcuk Alibaz vermochte keinen Esprit mehr ins Spiel nach vorne zu bringen. Zudem verpufften die zahlreichen Standards in der Schlussphase allesamt recht harmlos.

Fortuna-Trainer Uwe Koschinat wird auf die Tribüne geschickt und sieht dort das Gegentor Foto: imago/Manngold

Fortuna-Trainer Uwe Koschinat wird auf die Tribüne geschickt und sieht dort das Gegentor
Foto: imago/Manngold

Zu diesem Zeitpunkt verfolgte Fortuna-Trainer Uwe Koschinat das Geschehen bereits aus dem Stehplatzbereich hinter den Trainerbänken. Nachdem er sich allzu lautstark über eine Entscheidung des Unparteiischen echauffiert hatte, wurde Koschinat auf die Tribüne verbannt. Von hier aus hatte er beste Sicht auf die entscheidende Szene des Spiels. „Die schlechteste Ecke von Münster“, wie Koschinat nach dem Spiel befand, trudelte in den Fortuna-Strafraum, wo zunächst Bender ein Luftloch trat und so Münsters Schwarz am langen Pfosten ins Spiel brachte, der den Ball humorlos versenkte und so für Jubel beim zahlreich erschienenen Gästeanhang auf den Tribünen sorgte (78.). „Es gibt bei uns klare Zuteilungen. Wenn man so leicht Spiele herschenkt, in denen ein Unentschieden für uns wie ein Sieg gewesen wäre, dann werden wir große Probleme bekommen. In Bezug auf die letzten Heimspiele gibt es einen extrem negativen Trend“, sagte ein sichtlich angefressener Uwe Koschinat nach einem enttäuschenden Heimauftritt.

Denn obwohl der ehemalige FC-Nachwuchsspieler Danilo Wiebe in der Nachspielzeit noch die Ampelkarte sah, ergab sich für die Gastgeber keine wirkliche Ausgleichschance mehr. So geht die Fortuna mit einem Vorsprung von sieben Punkten auf den ersten Abstiegsplatz in die Länderspielpause. Im Anschluss daran steht dann an einem Freitagabend das nächste Heimspiel an. Gegner ist Liganeuling FSV Zwickau, 18. des Klassements, den man mit einem Heimerfolg distanzieren könnte. So, wie es auch gegen Münster möglich gewesen wäre.