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Erleichterung in der Südstadt

Thomas Kraus entscheidet mit seinem Tor das Spiel gegen Unterhaching Foto: IMAGO/ Picture Point

Thomas Kraus entscheidet mit seinem Tor das Spiel gegen Unterhaching
Foto: IMAGO/ Picture Point

Nach fünf Niederlagen in Folge feiert der SC Fortuna Köln am neunten Spieltag der dritten Liga einen verdienten 2:0-Sieg gegen die Spielvereinigung Unterhaching. „Die Fortuna ist wieder da“ – als die Fans im Kölner Südstadion kurz vor Spielende ihren Lobgesang anstimmten, war die Erleichterung förmlich greifbar. Nach fünf Pleiten in Serie und vier Spielen ohne eigenen Treffer gewann der Aufsteiger sein zweites Saisonspiel, das erste im heimischen Stadion. Zwar rangiert die Elf von Trainer Uwe Koschinat mit nunmehr sieben Zählern noch immer auf einem Abstiegsplatz, doch der Kontakt zum Mittelfeld der Liga ist wieder hergestellt. Und das war das Ziel vor dem Heimspiel gegen die Bayern, die in der Domstadt eine dürftige Vorstellung ablieferten.

Die Gastgeber begannen nervös, was angesichts der anhaltenden Negativserie nicht weiter verwunderte. In der Offensive brachte Koschinat mit Thiemo-Jerome Kialka und Cauly Oliveira Souza zwei neue Kräfte, die frischen Wind ins Spiel der Südstädter brachten. Nach einer Viertelstunde leitete Oliveira Souza den ersten gefährlichen Fortunen-Angriff ein, an dessen Ende Johannes Rahn nach einer Flanke von der linken Seite am langen Pfosten goldrichtig stand und den Ball per Dropkick im langen Eck unterbrachte. Ein erster emotionaler Höhepunkt an diesem Nachmittag und der Beginn an ersten Halbzeit, die man von der Fortuna lange nicht gesehen hatte.

Mit der Führung im Rücken wuchs das Selbstvertrauen der Kölner minütlich. Den bis dato schönsten Angriff inizierte erneut Oliveira Souza, doch Michael Kessels Schuss wurde geblockt (19.). Als wäre eine große Last von den Schultern der Kölner abgefallen, agierte der SC druckvoll und schnürte die Gäste in der eigenen Hälfte ein. Oliveira Souza per Freistoß (22.) und Kessel vergaben aber weitere Möglichkeiten (28.). Eine Schrecksekunde musste die Fortuna-Defensive im ersten Durchgang allerdings überstehen. Nach einem Freistoß von der linken Seite kam Unterhachings Sascha Herröder unbedrängt zum Kopfball, scheiterte aber an der Latte (35.).

Im zweiten Durchgang kamen bei den Gästen der kürzlich noch für den 1. FC Köln aktive Sascha Bigalke und der Sohn von DFB-Torwarttrainer Andreas Köpke, Pascal, der unter den Augen seines Vaters gleich nach seiner Einwechslung die große Chance zum Ausgleich hatte, den Ball frei vor dem Tor aber ans Außennetz setzte (62.). Auf der Gegenseite scheiterte der ebenfalls eingewechselte Hamdi Dahmani mit einem guten Schuss an Hachings Keeper Michael Zetterer. Dahmani war es auch, der entscheidenden Anteil am zweiten Kölner Treffer hatte: Torwart Andre Poggenborg schlug den Ball bis an den gegnerischen Strafraum ab, Dahmani lupfte den Ball im hohen Bogen über den herauseilenden Zetterer und der ebenfalls neu ins Spiel gekommene Thomas Kraus bugsierte den Ball schließlich per Kopf über die Linie (77.).

Was folgte, war grenzenloser Jubel auf dem Feld, den Tribünen und der Laufbahn, wo Fortuna-Präsident Klaus Ulonska wie ein Irrwisch umhersprang und freudetrunken „Fortuna Fortuna“-Sprechchöre anstimmte. Der Weg ist zwar noch weit, dennoch haben die Südstädter mit dem Sieg gegen Unterhaching ein wichtiges Lebenszeichen gesendet. Darauf kann man in den kommenden Wochen aufbauen, denn was mit Selbstvertrauen möglich ist, bewiesen die Fortuna-Profis über weite Strecken des Spiels.