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„Das ist das Spiel des Lebens…“

Julian Bräunig (am Ball) zählt zu den festen Größen im Team der Freien Turner  Foto: abseits / Frank Vollmer

Julian Bräunig (am Ball) zählt zu den festen Größen im Team der Freien Turner
Fotos: abseits / Frank Vollmer

Im DFB-Pokal steht der 1. FC Köln vor einer Pflichtaufgabe Für den Gegner aus Braunschweig um Mittelfeldspieler Julian Bräunig aber ist es das Spiel des Jahres. Die Freie Turnerschaft Braunschweig erlebt aktuell die erfolgreichste Zeit ihrer 111-jährigen Vereingeschichte. Im Sommer gelang dem Klub erstmals der Sprung in die Regionalliga Nord, die vierthöchste deutsche Spielklasse. Gekrönt wurde die Saison durch das Erreichen der 1. Hauptrunde im DFB-Pokal. Dort empfangen die Freien Turner am kommenden Samstag (15.30 Uhr) den 1. FC Köln. Vor dem Duell mit dem Bundesliga-Aufsteiger bat Köln.Sport nach FT-Trainer Uwe Walther nun den Braunschweiger Mittelfeldspieler Julian Bräunig zum Gespräch:

Herr Bräunig, Durchmarsch in die Regionalliga und dazu erstmaliger Einzug in den DFB-Pokal. Haben Sie schon realisiert, was in den zurückliegenden Monaten passiert ist?
Realisiert habe ich das mittlerweile alles und freue mich riesig auf die nun schon seit kurzem laufende Saison mit allen ihren Highlights und Herausforderungent. Der Höhepunkt ist auf jeden Fall das Pokalspiel am Samstag. Es ist der Lohn, den wir uns verdient haben und für viele das Spiel des Lebens…

Was macht die Freien Turner so stark?
Der Zusammenhalt macht die Mannschaft stark und genau das ist auch das, wofür die Mannschaft steht: die geschlossene Mannschaftseinstellung. Jeder gibt für jeden alles!

Sie sind seit 2004 im Verein, haben in der Jugend und der zweiten Mannschaft gespielt und spielen jetzt in der ersten Mannschaft in der Regionalliga. Solch eine Vereinstreue gibt es nicht häufig. Was ist Ihr Geheimnis?
Wenn man sich wohlfühlt und Spaß am Fußball hat, ist man hier genau richtig. Ich spiele gerne bei den Freien Turnern und hoffe, dass noch ein paar Jahre dazu kommen.

Wo haben Sie von der Pokalauslosung erfahren und wie waren die Reaktionen innerhalb der Mannschaft?
Wir haben alle gemeinsam, mit Mannschaft, Freunden und Vereinsangehörigen auf dem Vereinsgelände im anliegenden Biergarten die Pokalauslosung verfolgt und wir haben uns natürlich gefreut gegen so einen etablierten Kultverein spielen zu dürfen.

Gibt es in der Mannschaft FC-Fans?
In der Mannschaft gibt es glaube ich keine FC-Fans, aber jeder weiß natürlich welche Tradition hinter diesem Verein steht und wie sympathisch er in der Öffentlichkeit präsent ist.

Was erwartet den 1. FC Köln am morgigen Samstag?
Ich hoffe auf viele Fans, die uns unterstützen und eine tolle Atmosphäre! Wir werden alles geben um das Spiel so lange wie möglich spannend zu halten und laufen bis der Arzt kommt.

Wie haben Sie sich auf den FC vorbereitet?
Richtig vorbereiten konnten wir uns nicht. Wir müssen auf die Dinge vertrauen, die uns stark machen und alles, was wir haben in die Waagschale werfen.

Ihr Spitzname in der Mannschaft lautet „Maschine“. Warum sollten die FC-Spieler Ihnen besser aus dem Weg gehen?
Der Spitzname „Maschine“ kommt daher, dass ich nie daran denke aufzugeben. Ich gebe immer Vollgas, auch wenn es mal nicht läuft. Solange nicht abgepfiffen ist, gebe ich keinen Ball verloren. Aus dem Weg gehen müssen die Spieler mir aber nicht (lacht).

Angenommen, es gelingt eine Sensation und das Spiel geht ins Elfmeterschießen. Würden Sie antreten?
Ich habe es nicht gezielt trainiert, aber wir  waren wir in den letzten Pokalspielen oft genug im Elfmeterschießen. Falls es dazu kommen sollte, wäre das schon eine riesige Sensation. Wenn ich spiele, würde ich auf jeden Fall einen Elfer schießen wollen.

Was wird Trainer Uwe Walther vor dem Spiel in der Kabine sagen?
Ich denke mal, dass er mit einbringen wird, dass wir vor allem Spaß haben sollen und auch bei Rückstand weiter an uns und den Moment glauben sollen, denn das erlebt nicht jeder Amateurfussballer in seiner Karriere. Vor so einer Kulisse gegen einen Bundesligisten zu spielen. ist auf jeden Fall Motivation genug.

Auf welchen Gegenspieler freuen Sie sich besonders?
Auf alle…

Julian Bräunig (24) spielt seit 2004 bei den Freien Turnern Braunschweig

Julian Bräunig (24) spielt seit 2004 bei den Freien Turnern Braunschweig

Vor welchem FT-Spieler sollte sich die Kölner Abwehr besonders in Acht nehmen?
Wir haben viele Offensivspieler, die für ein Tor gut sind. Aber am Samstag entscheidet sicher die Tagesform eines Spielers, der dann vielleicht auch mal zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist und einen rein macht.
 
Was raten Sie Timo Horn?
Das er auf jeden Fall im Tor steht, wenn doch mal ein Ball kommt, spätestens im Elfmeterschießen (lacht).

Mit welchem FC-Spieler wollen Sie nach dem Spiel das Trikot tauschen?
Das weiß ich noch nicht. Ich muss erstmal abklären ob wir überhaupt unsere Trikots abgeben dürfen (lacht).

Wie stehen denn die Chancen für eine Pokalsensation?
Eine Chance besteht immer, so auch in diesem Spiel. Optimal wäre es, so lange wie möglich die Null hinten zu halten und dann zu schauen, ob die Kölner mit laufender Spielzeit ungeduldiger und nervöser werden. Der Druck liegt nicht bei uns.
 
Haben Sie eine Siegprämie ausgehandelt?
Das ist erstmal sekundär! Zunächst steht im Vordergrund das wir die erste Runde des DFB- Pokals erreicht haben und das ist schon Lohn genug. Wir versuchen uns im Spiel mit einer guten Leistung zu präsentieren.

Was wissen Sie über die Pokalhistorie des 1. FC Köln im Hinblick auf Duelle mit unterklassigen Teams?
Ich denke mal, dass das keine Rolle in dieser Begegnung spielen wird, weil sie genau die Ernsthaftigkeit an den Tag legen werden, wie dann auch im Bundesligaalltag. Wir müssen darauf hoffen das sie eine schlechten Tag erwischen und wir einen überragenden.

Das Spiel findet im Eintracht-Stadion statt. Wäre Ihnen ein Spiel im heimischen Prinz-Albrecht-Park lieber gewesen?
Am liebsten spielt man da, wo man auch im Ligaalltag seine Heimspiele austrägt, aber im Stadion vor so einer Kulisse aufzulaufen, ist natürlich das Geilste für einen Fussballer.

Wie lautet Ihr Tipp für das Spiel?
5:4 nach Elfmeterschießen wäre ein Traum.