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1:6 in Iserlohn: Haie in der Krise

Mirko Lüdemann Kölner Haie

Eine Leistung zum Wegschauen boten die Kölner Haie um Urgestein Mirko Lüdemann in Iserlohn
Foto: imago/nph

Die Kölner Haie müssen nach der 1:6-Klatsche im Sauerland mehr denn je um die Playoffs zittern. Der Stuhl von Coach Niklas Sundblad wackelt bedenklich.

Wie geprügelte Hunde schlichen die Spieler der Kölner Haie vom Eis. Nach der 3:4-Heimniederlage gegen Verfolger Ingolstadt am Freitagabend setzte es am Sonntag bei den Iserlohn Roosters eine deutliche wie verdiente 1:6-Klatsche, die den KEC auf Rang elf (und damit außerhalb der Playoffplätze) stürzen lässt.

„Iserlohn hat das Spiel verdient gewonnen. Wir haben insgesamt zu viele Strafen genommen. Und wer in Iserlohn nach dem ersten Drittel mit 0:3 zurückliegt, hat es schwer noch einmal zurückzukommen. Wir haben es versucht, aber es hat nicht gereicht“, versuchte sich KEC-Coach Niklas Sundblad nach dem Spiel an einer Erklärung für die desaströse Vorstellung. Der Stuhl des Schweden wackelt nach dem Offenbarungseid im Sauerland bedenklich – ob Sundblad am Freitag im Derby bei der Düsseldorfer EG noch hinter der Bande stehen wird, ist mehr als fraglich.

Dafür war der Auftritt seines Teams in Iserlohn zu peinlich: Bereits nach 67 Sekunden erwischten die auf eigenem Eis noch ungeschlagenen Sauerländer den KEC kalt, als Cody Sylvester zur Führung einschoss. Besser wurde es für die Kölner im Auftaktdrittel nicht, eher im Gegenteil: In Überzahl erhöhten Mike York (12.) und Nick Petersen (19.) auf 3:0, Brooks Macek vergab darüber hinaus noch einen Penalty. Ins Mitteldrittel starteten die Haie mit wütenden Angriffen, doch weiterhin erfolglos. Ganz anders die Gastgeber, die ihre Chancen eiskalt zu nutzen wussten: Den zweiten Penalty des Abends verwandelte Luigi Caporusso, dessen Vertragsverlängerung vor der Partie bekanntgegeben wurde, souverän zum 4:0 (26.). Johannes Salmonssons Treffer war nicht mehr als Ergebniskosmetik für die Haie (27.), denn Iserlohn konterte abermals in Überzahl durch Bobby Raymond (30.). Zu allem Überfluss kassierten die Kölner noch ein Tor mit einem Mann mehr auf dem Eis: Macek ließ sich nicht zweimal bitten und erhöhte per Shorthander auf 6:1 (35.).

Es war der Schlusspunkt auf einen desaströsen Haie-Auftritt, der den Absturz auf Platz elf bedeutet. Wie schon in der vergangenen Saison droht der mit hohen Ambitionen gestartete achtmalige Deutsche Meister die Playoffs zu verpassen. „Direkt nach dem Spiel werde ich keine Trainerdiskussion führen“, betonte Haie-Geschäftsführer Peter Schönberger, schob aber direkt hinterher: „Wir wollen das erst einmal sacken lassen und uns in Ruhe zusammensetzen.“ Am kommenden Wochenende geht es für den KEC in ein rheinisches Derby-Wochenende: Zuerst müssen die Haie am Freitag zur formstarken Düsseldorfer EG, bevor zwei Tage später ein Heimspiel gegen Schlusslicht Krefeld ansteht. Ob mit oder ohne Sundblad – das wird sich wohl noch zu Beginn der Woche klären.