Köln.Sport

Wie in alten Zeiten?!

Der 1. FC Köln macht derzeit mit dürftigen Leistungen Schlagzeilen – auf und neben dem Feld. Der Köln.Sport-Kommentar.
Kommentar

Müssen am Geißbockheim das Schiff schnell wieder auf Kurs bringen: Markus Anfang und Armin Veh. (Foto: imago/Herbert Bucco)

Bis zur 80. Minute am 15. Februar war die Kölner Fußballwelt in Ordnung. In der Vorwoche Zweitliga-Spitzenteam St. Pauli zuhause eindrucksvoll und dominant geschlagen, beim heißesten Team der Liga, dem SC Paderborn, mit einem Tor von Anthony Modeste die Weichen für den zweiten Erfolg in Serie gestellt. Dann kamen die letzten 15 Spielminuten, drei Gegentore, und ratlose Gesichter seitens derer, die es mit den Farben rot-weiß halten.

Man dürfe nach so einem Spiel wie gegen St. Pauli nicht alles in Frage stellen, sagte Markus Anfang nach der Partie, wohl wissend, dass auch die Diskussionen um seine Person weiter angeheizt werden. Drei Punkte und neun Gegentore in den vier Rückrundenspielen sind schlicht zu wenig, da sind sich alle Beteiligten am Geißbockheim unisono einig. Aus den nächsten drei Partien gegen Sandhausen, Aue und Ingolstadt werden mindestens sieben Punkte erwartet – mindestens, denn selbst eine Punkteteilung gegen eines der Teams vom Tabellenende dürfte in dieser Phase der Saison öffentlich Niederlage gewertet werden.

Der FC tut gut daran, sich jetzt auf das Sportliche zu konzentrieren – auch wenn das angesichts der neuesten Entwicklungen am Geißbockheim schwierig wird. Von einer angeblichen „Spitzelaffäre“ innerhalb der Mannschaft wird berichtet, es wird in Frage gestellt, ob die Kicker selbst Anfangs Marschroute noch zu 100% folgen wollen. Dazu eine 70-minütige Kabinenpredigt von Armin Veh, dessen Schritte innerhalb des Vereins jedes Mal an die Öffentlichkeit gelangen – so bekommt man in der heißesten Phase der Saison keine Ruhe ins Umfeld.

Vielmehr erinnert der Effzeh aktuell an jene Chaosteams, die es trotz im Vergleich zur restlichen Liga überragenden, individuellen Qualität nicht schafften, ihre Überlegenheit auch auf den Platz zu bringen. Je lauter es in der Vergangenheit im Umfeld war, desto schwächer performten die Profis – das ist überall im Profifußball so, bei den Kölnern wird es in diesen Wochen jedoch besonders deutlich.

Die Entscheidungsträger am Geißbockheim müssen Lösungen finden, um diesen Abwärtstrend zu stoppen. Bei drei Siegen aus den nächsten drei Spielen dürfte es wieder deutlich ruhiger werden in der Domstadt, die aktuell aufkommende Kritik wieder verstummen. Klappt dies nicht, wird die Unruhe größer und größer, die Luft für Markus Anfang dünner und dünner. Und die Nebenkriegsschauplätze lauter und lauter. Fast wie in alten Zeiten.

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