Köln.Sport

SSBK fordert behindertengerechteren Schulsport

Symbolbild: imago

Der StadtSportBund Köln engagiert sich für qualifizierten Behindertensport an Schulen. Es mangelt derzeit an den Regelschulen vor allem an ausgebildeten Sportlehrern.

Um sich unter anderem für qualifizierten Behindertensport an Schulen einzusetzen, gründete der StadtSportBund Köln die Initiative „Sport und Menschen mit Behinderung“.

In Köln leben nach Angaben des StadtSportBundes Köln in etwa 100.000 Bürgerinnen und Bürger mit einer körperlichen Behinderung. Derzeit haben 32 Kölner Sportvereinen ein Behindertensport-Angebot, das über 5.000 Mitglieder nutzen.

In den Schulen ist der Sport für diese Zielgruppe noch nicht so ausgeprägt wie in den Vereinen. Der StadtSportBund Köln und die Sportverwaltung Köln engagieren sich mit ihrer Steuerungsgruppe „Sport und Menschen mit Behinderung“ dafür, den Sport für behinderte Menschen in Köln zu verbessern, auch in Schulen.

Ein Schulkind kann nicht am Schulsport teilnehmen, weil es Asthma hat – mit der Vorlage eines ärztlichen Attestes wird es somit vom Schulsport befreit und muss nicht daran teilnehmen – eine Situation, wie sie nur allzu oft an Schulen vorkommt und die sich für nahezu alle körperlichen Einschränkungen, für Sinnesschädigungen oder auch für Lernbehinderungen fortsetzen lässt.

Dasselbe Recht auf Sport

Aber genau das ist der falsche Weg. Behinderte Menschen müssen dasselbe Recht auf Sport haben, wie Menschen ohne Einschränkungen auch. Der StadtSportBund Köln hat es sich unter anderem zur Aufgabe gemacht, den Behindertensport in Köln zu fördern und vor allem zu verbessern, besonders an Schulen. Um dieser Zielsetzung gerecht zu werden wurde die Initiative „Sport und Menschen mit Behinderung“ gegründet.

Universitäts-Prof. (i.R.) Dr. rer. nat. Jürgen Innenmoser, Vorstandsmitglied des StadtSportBundes Köln und Leiter der Steuerungsgruppe „Sport und Menschen mit Behinderung“ äußert sich über die Herausforderung: „Wir müssen den Sport für behinderte Kinder in allen Tätigkeitsbereichen, in denen Kinder aktiv sein können, verbessern. Schulen müssen zukünftig mehr und mehr bereit sein, solche Kinder aufzunehmen und ihnen ein Sportprogramm anbieten, das sie mit den unterschiedlichsten Einschränkungen dennoch wahrnehmen können.“

„In Zusammenarbeit mit den Vereinen“, so Prof. Dr. Innenmoser, „sind wir damit schon auf einem sehr guten Weg. Schul- und Vereinssport können zum Beispiel durch die Tätigkeit erfahrener Übungsleiter für Behindertensport im Rahmen von AG’s oder von „Neigungsgruppen“ auch durchaus ineinander übergehen.“

Fehlende Ausbildung

Jedoch ist nicht der Sport an den Förderschulen das eigentliche Problem. Nach der UN-Behindertenrechtskonvention geht es darum, dass alle Kinder mit Behinderung in „Regelschulen“ integriert werden sollen. Eltern haben das Recht, dieses zu fordern. Bisher gelang es in einigen Fällen, den allgemeinen Unterricht für solche Kinder gut zu gestalten, oft aber nicht den Sport als Unterrichtsfach.

Für ein Sportangebot dieser Art sind die Schulsportlehrer an den Regelschulen nicht ausgebildet. Ziel muss es sein, diese Lehrer fortzubilden. Auch sollte darüber nachgedacht werden, angehende Sportlehrer schon an der Universität darauf vorzubereiten. Dazu müssten aber neue Lehrpläne erarbeitet werden. Sportlehrer, die gelernt haben, im Rahmen des Vereinssports mit Kindern mit Behinderung zu „arbeiten“, können diesen Schulen gute Helfer sein.

Damit wäre die Verbindung Verein-Schule eine willkommene Lösung für alle.

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