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„Ich möchte die Basis schaffen“

Quelle: Köln.Sport

Fühlt sich schon sichtlich wohl im

Mit dem „ballpark“ hat Ex-Europameister Stephan Baeck dem Kölner Basketball ein neues Zuhause geschaffen. Unter einem Dach will er Profi- und Freizeitspieler gleichermaßen fördern und macht damit seinen eigenen Traum wahr.

Sein neues „Heim“ hat Stephan Baeck gemütlich eingerichtet. Mehrere Sofas laden zum Verweilen ein, während aus der Stereoanlage Hip-Hop-Bässe wummern. An der Wand hängt ein gerahmtes Poster von NBA-Legende Michael Jordan – hier fühlt sich jeder, der sich für Basketball interessiert, auf Anhieb wohl.

„Der Freizeitcharakter ist mir wichtig“, erklärt Baeck, der bald auch sein eigenes Büro im „ballpark“ einrichten möchte, um alles vor Ort koordinieren zu können „Ich bin gerade auf der Suche nach den richtigen Möbeln. Dann habe ich wirklich alles unter einem Dach.“ Selbst über eine Tischtennisplatte und einen Billardtisch hat der 45-Jährige schon nachgedacht. Platz ist genug vorhanden in der Halle, die hinter dem ehemaligen EnergyDome vor rund drei Monaten ihre Tore geöffnet hat. Den grünen Teppichboden der alten Tennishalle ersetzt jetzt ein Basketball-Parkett mit ins-gesamt vier Korbanlagen, ganz hinten in einer Ecke des riesigen „ballpark“ stehen diverse Fitness-Geräte zur Verfügung. Hier in Köln-Vogelsang, wo früher die Köln 99ers in der Bundesliga auf Korbjagd gegangen sind, wächst langsam wieder ein zartes Basketball-Pflänzchen heran.

Was sich bei Fußballern mit den „Soccerhallen“ längst durchgesetzt hat, soll nun auch bei den Basketballern funktionieren. Eine Idee, die Stephan Baeck schon immer umsetzen wollte. „Als Jugendspieler habe ich davon geträumt, so etwas selbst nutzen zu können. Ich wäre der beste Kunde gewesen“, erzählt der gebürtige Kölner. „Tennisplätze oder Fußballplätze kann man ja auch mieten. Die Möglichkeit gebe ich jetzt den Basketballern. Jeder ist hier willkommen. Ich bin froh, dass ich diese Räumlichkeiten nutzen darf“, sagt Baeck. Und das auch noch unter professionellen Bedingungen, so der erste Eindruck. Hier gibt es keinen Hausmeister, der in den Ferien das Schloss verriegelt und sich querstellt. „Mit diesem Projekt habe ich eine Art Alleinstellungsmerkmal, denn so etwas gab es in Deutschland bisher noch nicht.“

Schritt für Schritt

Nach seiner Karriere als erfolgreicher Profispieler, Trainer und Sportdirektor ist der „ballpark“ für Stephan Baeck eine Art Neuanfang. Denn nach dem Ende der 99ers vor mehr als zwei Jahren beginnt höherklassiger Basketball in Köln momentan in der 2. Regionalliga. „Diese Stadt hat eine riesengroße Basketball-Klientel“, ist sich Baeck, der als Spieler mit Saturn Köln und als Sportdirektor mit den Köln 99ers Deutscher Meister wurde, sicher. „Und hier will ich die Basis schaffen. Ich glaube weiter daran, dass Profi-Basketball in Köln funktionieren kann, wenn die Bedingungen stimmen. Hier ist mehr als nur Fußball und Eishockey möglich.“

Einen Finanzierungsplan hat der 1,93 Meter große ehemalige Shooting Guard nicht. „Ich gehe das Projekt Schritt für Schritt an und muss erstmal schauen, wie das Angebot angenommen wird. In den Abendstunden bin ich jetzt schon ausgelastet, weil das Training sehr gut angenommen wird“, freut sich der ehemalige Europameister, der heute nebenbei Live-Spiele im Fernsehen kommentiert. „Es gibt hier in der Region viele talentierte Kids, die sich weiter entwickeln möchten. Für mich ist vor allem die Technikschulung wichtig, genauso wie der Spaß an der ganzen Sache.“

Der größte Kölner Basketball-Verein, die SG Köln 99ers, nutzt die Halle ebenfalls für Trainingseinheiten seiner Nachwuchs- und Jugend-Mannschaften.

Schon vor der offiziellen Eröffnung des „ballpark“ hat Baeck die freie Zeit zwischen den Spielzeiten für Sondertrainings mit einigen Bundesliga-Profis genutzt. Dazu gehörten auch die ehemaligen Kölner Tibor Pleiß und Philipp Schwethelm, die sich vergangenen Sommer zusammen mit Baeck und in Absprache mit Bundestrainer Dirk Bauermann auf die bevorstehende Weltmeisterschaft vorbereitet haben.

„So langsam spricht es sich herum, dass hier wirklich jeder spielen darf“, freut sich der Basketball-Enthusiast. „Es kommen jetzt schon Spieler aus Essen oder Bonn angereist, um hier zu zocken.“

„Wir sind froh, dass es jetzt so ein Angebot gibt“, ist der Kölner Streetballer Paul Gudde begeistert von Baecks Angebot. „Vor allem für Streetballer, die nicht im Verein spielen, ist dies eine tolle Möglichkeit, auch in den Wintermonaten auf Korbjagd zu gehen.“ Gudde selbst nutzt das Angebot inzwischen für eigene Basketball-Workshops, die er dort regelmäßig anbietet.

Das einzige, was im „ballpark“ bisher fehlt, ist eine Heizung. Sind jedoch die ersten Runden gedreht und die ersten Würfe genommen, kommt man ohnehin schnell ins Schwitzen – erst recht, wenn ein Europameister mittrainiert.

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