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FC: Spätes Glück gegen Energie

Besser spät als nie: Der 1. FC Köln dreht gegen Energie Cottbus spät auf und die Partie nach einem 0:1-Rückstand noch. Die Geißböcke brauchten für den Sieg über das Schlusslicht eine gehörige Portion Dusel.

„Kölle alaaf“ schallte es durch Müngersdorf, Stadionsprecher Michael Trippel sagte den Torschützen zum zweiten Kölner Treffer an und konnte sich dabei ein erleichtertes „Uff“ nicht verkneifen. Der 1. FC Köln hatte das Spiel gegen Tabellenschlusslicht Energie Cottbus mit viel Glück noch gedreht und gewann letztlich knapp mit 2:1 (0:1).

Dass die knapp 42.500 Zuschauer (minus den angereisten Cottbuser Fans) zufrieden nach Hause gehen würden, danach sah es zuvor nicht aus. Boubacar Sanogo hatte die defensiv strukturiert und konzentriert agierenden Gäste in der 68. Minute in Front gebracht. Die Lausitzer hatten schon kurz davor zwei hervorragende Chancen durch Jendrisek liegen lassen und Pech gehabt, dass nur acht Minuten nach dem Führungstreffer erst Timo Horn und dann Jonas Hector einen schweren Patzer von Kevin Wimmer für die Geißböcke klärten.

Dabei waren die Kölner gut in die Partie gekommen. Die Stöger-Elf, auf drei Positionen verändert (Helmes, Risse und Peszko blieben draußen, dafür begannen Finne, Ujah und Bröker), startete engagiert und offensiv in die Partie. Ujah spitzelte nach Hectors starker Hereingabe die Kugel nur knapp am Cottbuser Gehäuse vorbei.

Es folgte viel Leerlauf: Die Gäste aus der Lausitz setzten auf eine stabile Deckung, bestehend aus gleich fünf Verteidigern, und setzten auf nicht ungefährliche Konterattacken. Dem FC fehlte es an Bewegung und Präzision. Immer wieder liefen vermeintlich vielversprechende Situationen durch Ungenauigkeiten oder mangelnden Anspielpartnern ins Leere. Die größte Chance vergab Bard Finne (26.), der allein vor Renno am Cottbuser Keeper scheiterte.

Während das Schlusslicht der Liga sich auf die Defensive konzentrierte, tat der FC sich auch nach der Pause weiterhin schwer. Gerade als es unruhig im Müngersdorfer Rund wurde, gingen die Gäste höheres Risiko und wurden dafür – nach Jendriseks vergebenen Chancen – durch Sanogos Führung belohnt.

Der FC setzte alles auf eine Karte, fand aber zu keiner Zeit zu einer Druckphase. Als die Zuschauer nicht mehr dran glaubten, folgte eine turbulente Schlussphase. Hector schloss im Strafraum mit der Pike ab, der Ball flog abgefälscht über Renno hinweg ins Cottbuser Tor. Mitten in die kölsche Freude fast der nächste Schock, doch Hector konnte Sanogos Kopfball gerade noch von der Linie kratzen.

Vorne waren die Geißböcke nun williger und zielstrebiger. Die Konsequenz: Nach einer schönen Kombination mit dem eingewechselten Risse flankte Brecko in die Mitte, wo Ujah noch verpasste, aber Exslager die Kugel zurück in die Mitte beförderte. Von Möhrles Bein ging der Ball ins Tor – das Stadion stand Kopf.

Und Micky Trippel musste tief durchatmen. Bei seinem 1000. FC.Heimspiel, das er sicherlich so schnell nicht vergessen wird.

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