fbpx

Kölner Haie: Zuhause ist´s am schönsten

Kai Hospelt spielt wieder für die Kölner Haie

Nach über acht Jahren ist Kai Hospelt zurück beim KEC. Der Neuzugang freut sich riesig auf die neue Saison im Haie-Trikot
Foto: imago/Horst Galuschka

Nach über acht Jahren ist Kai Hospelt zurück beim KEC. Das einstige Talent ist nun ein gestandener Profi, der sich auf die neue Saison freut.

Wer mit Kai Hospelt spricht, der merkt die überbordende Vorfreude auf den 16. September ganz genau. Saisonauftakt steht auf dem Programm, Kölner Haie gegen den EHC München. „Das ist ein Riesenkracher, direkt gegen den Titelverteidiger zu starten“, freut sich der 31-Jährige auf einen Start in die DEL-Spielzeit, der für den Nationalspieler alles andere als normal wird. Nach achteinhalb Jahren wird Hospelt wieder mit dem Haie-Trikot in der Lanxess-Arena auflaufen.

„Das wird ein tolles Gefühl“, weiß er. Achteinhalb Jahre – das ist im Sport gefühlt eine Ewigkeit. Nach Engagements in Wolfsburg und bei den Adler Mannheim ist der Kölner endlich wieder in seiner Heimat angekommen, beim KEC, wo er groß geworden ist: „Ich bin zwar nicht mehr der junge Kerl von damals, sondern ein gestandener Spieler mit Frau und Kindern, aber es fühlt sich an wie eine Rückkehr nach Hause. Acht Jahre waren wir weg von Köln, jetzt ist es ein schönes Gefühl, wieder zu Hause zu sein“, erklärt der Center, der mit der Erfahrung von mehr als 700 DEL-Spielen und über 100 Länderspielen in die rheinische Heimat wechselt.

Eine lange Eingewöhnungszeit benötigte der Sohn des ehemaligen Haie-Meisterspielers Wim Hospelt trotz der langen Abwesenheit nicht: „Nach ein, zwei Tagen im Haie-Trainingszentrum war es schon wieder wie früher. Man fühlt sich direkt wohl, man ist mit allem vertraut, ich weiß, wo alles ist“, schmunzelt der Linksschütze. Dass er kein Unbekannter an der Gummersbacher Straße ist, hat ihm die Rückkehr zum KEC durchaus erleichtert.

Dass er auch auf bekannte Gesichter trifft ebenfalls. Haie-Kapitän Moritz Müller stand 2008, als Hospelt sich aus Köln verabschiedete, ebenso schon im Kader wie Torsten Ankert und Philip Gogulla: „Das hat mir den Einstieg schon erleichtert. Moritz, Torsten und Gugi kenne ich noch von früher, die anderen Deutschen wie Patrick Hager oder Alex Sulzer sind mir bei der Nationalmannschaft über den Weg gelaufen. Da hat man direkt Ansprechpartner, da ist man nicht mehr neu in der Kabine“, sagt Hospelt, dessen Vertrag in Mannheim im Sommer auslief. Eine Chance, die er beim Schopfe packte.

Das hat der Angreifer auch schon 2008 gemacht: Nach der Vizemeisterschaft mit den Haien sagte Hospelt seinem Heimatklub „Adieu“ und wechselte mit 22 Jahren nach Wolfsburg. „Ich würde es definitiv wieder so machen“, betont er rückblickend. „Ich wollte einfach den nächsten Schritt machen. Bis dahin hatte ich bei den Haien zumeist nur in der dritten oder vierten Reihe gespielt. Das war schon okay, aber ich wollte mich weiterentwickeln. Wir hatten hier in Köln damals ein starkes Team, sind Vizemeister geworden und ich hatte nicht das Gefühl, dass ich in den vorderen Reihen spielen konnte. Dazu war die Konkurrenz mit all den gestandenen Spielern zu groß. In Wolfsburg hatte ich die Chance, mich in den Vordergrund zu spielen“, erläutert der gebürtige Kölner seine Überlegungen.

Seine Ziele setzte er in die Tat um: In Niedersachsen entwickelte er sich prächtig, wurde Leistungsträger, Nationalspieler, später sogar Kapitän. Ein Typ, um den sich die Liga reißt. Den Kontakt nach Köln hält er dennoch: „Ich habe auch in Wolfsburg und Mannheim immer darauf geguckt, was die Haie machen. Köln ist immer etwas Besonderes für mich, ich bin hier im Nachwuchs groß geworden“, betont Hospelt. Mit Vater Wim, der ab und zu bei Heimspielen der Haie vorbeischaut, spricht er über die Situation beim KEC. Eine Rückkehr nach Köln? Nie ausgeschlossen. Den Umweg über Mannheim lässt er sich aber nicht nehmen, wird 2015 Meister mit den Adlern.

Kai Hospelt für den KEC gegen die DEG

Endlich wieder im Haie-Trikot in Aktion: Kai Hospelt (re.) im Vorbereitungsspiel gegen Düsseldorf
Foto: imago/osnapix

„In Köln sind die Ziele immer hoch“
Dann passt es endlich wieder – zwischen den Haien und Kai Hospelt. Für drei Jahre unterschreibt der „verlorene Sohn“ in Köln. „Eine Rückkehr in die Heimatstadt, zu Freunden und Familie, war ein wichtiger Grund. Dazu hatte ich das Gefühl, dass die Haie mich unbedingt haben möchten und mir das Vertrauen schenken, das ich brauche. In den Gesprächen hat sich alles gut angehört, daher hat mein Bauchgefühl schnell gesagt, dass ich es wieder in Köln versuchen möchte“, sagt er.

Auch das Verhältnis zum Haie-Anhang, der Hospelt bei Gastspielen in der Lanxess-Arena nicht immer allzu freundlich begrüßt hatte, ist wieder im Lot: „Die Reaktionen der Fans waren durchweg positiv, das fand ich wirklich klasse“, so der Nationalspieler:„Ich hatte da nichts zu vergeben. Es wäre doch komisch, wenn die Haie-Anhänger jubeln würden, wenn ich für ein anderes Team gegen sie treffe. Ich war den Fans nie böse, dass sie gepfiffen haben.“

Nun steht er wieder auf der richtigen Seite – und ist sich der großen Ansprüche beim KEC bewusst: „In Köln sind die Ziele immer hoch. Die Haie sind ein Klub, der den Titel verdient hat. Von mir aus jetzt natürlich am liebsten jedes Jahr“, sagt Hospelt und lacht. Dass aller Anfang schwer wird, weiß er auch. „Aber wieso sollte es nicht dieses Jahr klappen? Wir haben eine Top-Mannschaft, mit diesem Selbstvertrauen müssen wir in die Saison gehen. Wir müssen uns nicht verstecken“, sagt der Routinier mit breiter Brust. „Wir haben ein paar Jungs, die schon etwas gewonnen haben. Dazu kommen einige, die unbedingt den Titel holen wollen. Das kann eine gute Mischung werden“, ist Hospelt überzeugt.

Dafür braucht es einen guten Start – erst gegen Meister München und dann bei Hospelts Ex-Klub Mannheim: „Wir müssen zusehen, gut aus den Startlöchern zu kommen. Wir wissen, wie es in Köln ist: Gewinnen wir beide Spiele, sind wir der absolute Titelfavorit. Wenn wir keinen Punkt holen, ist es ein Mega-Fehlstart und alles wird infrage gestellt“, kennt er die Bedingungen in seiner Heimat genau. Man merkt: Der „verlorene Sohn“ ist zurück beim KEC!

Thomas Reinscheid