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Fortuna siegt vom Punkt

Mit zwei identisch verwandelten Elfmetern beschert Johannes Rahn der Fortuna den Heimsieg gegen Aufsteiger Magdeburg Foto: imago/Manngold

Mit zwei identisch verwandelten Elfmetern beschert Johannes Rahn der Fortuna den 2:1-Heimsieg gegen Aufsteiger Magdeburg
Foto: imago/Manngold

Fortuna Köln schlägt den 1. FC Magdeburg dank zweier von Johannes Rahn verwandelter Elfmeter mit 2:1 (2:1). Kurz vor Schluss muss Keeper André Poggenborg verletzt ausgewechselt werden.

Für einen Moment genoss Uwe Koschinat die Ruhe. Der Fortuna-Coach atmete tief ein, schnaubte einmal kräftig durch und machte sich vom Mittelkreis aus auf den Weg in Richtung Fankurve, wo der Kölner Anhang die Mannschaft zuvor schon mit einer Laola-Welle hatte hochleben lassen. Die Erleichterung stand Koschinat nach intensiven 90 Minuten ins Geschicht geschrieben. Mit einer couragierten Leistung und etwas Glück in der Schlussphase brachten die Südstädter den 2:1-Vorsprung über die Zeit, blieben auch im dritten Heimspiel ungeschlagen und fügten dem stark gestarteten Aufsteiger aus Magdeburg obendrein die erste Saisonpleite zu.

Dabei war den Gästen vor 3.323 Zuschauern im Kölner Südstadion nach knapp 20 Spielminuten die Führung gelungen. Der pfeilschnelle Rechtsaußen Ahmed Razeek ließ Fortunas Oliver Fink (noch immer auf der Suche seiner Form aus der Vorsaison) im direkten Laufduell nicht den Hauch einer Chance, seine flache Hereingabe verwertete Christian Beck zum 0:1 (19.). Zum ersten Mal nach vier Spielen erzielte Fortuna also nicht das erste Tor des Spiels. Beirren ließen sich die Hausherren, die zuvor bereits durch Julius Biada die große Chance zur Führung gehabt hatten (8.), vom Rückstand aber nicht.

Der wiedergenesene Kristoffer Andersen spazierte kurze Zeit später unbedrängt durchs Mittelfeld und steckte auf Michael Kessel durch. Das Geburtstagskind drang in den Strafraum ein und wurde unsanft von Magedburgs Verteidiger Felix Schiller gelegt – klarer Elfmeter. Johannes Rahn guckte FCM-Keeper Jan Glinker aus und verwandelte sicher (27.). Zwei Minuten später wiederholte sich dieses Szenario: Diesmal legte Biada mit der Hacke auf Kessel ab, der erneut nur per Foul zu stoppen war. Wieder Rahn, wieder ausgeguckt, wieder links unten, 2:1 (29.).

Kurz vor der Pause hätte Marco Königs das Ergebnis in die Höhe schrauben können, scheiterte jedoch am herauseilenden Glinker (45.). Magdeburgs Keeper konnte auch die erste Szene im zweiten Durchgang für sich verbuchen, als er einen Pazurek-Freistoß noch aus dem Eck fischte (50.). Koschinat brachte Lars Bender für den gelb vorbelasteten Biada (59.) und das Geschehen plätscherte in der Folgezeit ein wenig vor sich her. Nennenswert waren in dieser Phase einzig die Antritte von der Andersen, der mit Ball am Fuß auch von mehreren Gegenspielern kaum zu stoppen war und bewies, über welch herausragende fußballerische Qualität er verfügt. Allerdings reichen die Kräfte beim Mittelfeldmotor noch nicht für 90 Minuten.

Mit Oliver Schröder für Andersen (74.) sollte der Vorsprung verwaltet werden. Dies gestaltete sich jedoch recht schwierig, zumal die Fortunen acht Minuten vor dem Ende ihren Keeper ersetzen mussten. André Poggenborg verließ bei einem langen Ball sein Tor, bekam das Spielgerät allerdings erst im Nachfassen und wohl außerhalb des Strafraums zu fassen. Viel schlimmer jedoch, dass sich der Schlussmann bei der Landung möglicherweise am Knie verletzte. Zumindest führte Fortunas Teamarzt den Schubladentest zur Diagnose von Kreuzbandrissen noch auf dem Feld durch. Dick bandagiert humpelte „Pogge“ in die Kabine, während Neuzugang Tim Boss für die letzten Minuten seinen Platz zwischen den Pfosten einnahm.

Der junge Keeper aus Wattenscheid war auch gleich gefordert und konnte mit einem beherzten Einsatz gegen Magdeburgs Silvio Bankert den Ausgleich verhindern (86.). Weil Lars Bender nach einem Querpass von Rahn frei vor Glinker die Entscheidung verpasste (90.+3) musste sich der bereits verwarnte Dennis Engelman im Gegenzug noch für die Mannschaft opfern. Sein Foul bescherte ihm die Gelb-Rote Karte, verhinderte aber gleichzeitig einen schnellen Magdeburger Angriff. Und so blieb es am Ende beim 2:1 für die Südstädter, die eine höchst erfreuliche englische Woche mit sieben Punkten aus drei Spielen abschließen und in der Tabelle zwischenzeitlich gar bis auf Platz fünf klettern.