fbpx

FC: Wiederaufstieg im Blick

Trotz Abstieg weiter an Bord: FC-Spitzenspieler Lennart Wehking Foto: Daniel Steinbrenner

Trotz Abstieg weiter an Bord: FC-Spitzenspieler Lennart Wehking
Foto: Daniel Steinbrenner

Am Ende der Saison in der zweiten Tisch­tennis-Bundesliga steht der 1. FC Köln als Absteiger fest. Die Geißböcke schauen dennoch opti­mistisch in die Zukunft.

Wenn es um den 1. FC Köln geht, denkt die ganze Stadt sofort an das Geißbockheim, das RheinEnergie­Stadion und die dazugehörigen Profi-Fußballer, die sich in der Bundesliga in diesem Jahr wacker schlagen. Während mancher noch weiß, dass der Verein nicht nur aus seiner Herren-Fußballabteilung besteht, sondern auch ein Damen-Team ins Rennen schickt, ist vielen gar nicht geläufig, dass der FC auch im Tischtennis am Start ist.

Wie die Fußball-Kollegen vor nicht allzu langer Zeit, spielte das Kölner Tischtennis-Team in der zweiten Bundesliga. Nur das Ergebnis war am Ende nicht ganz so erfreulich wie das bei den Fußballern: Mit relativ deutlichem Abstand auf den Vorletzten TTC 1946 Weinheim reichte es am Saisonende für die Rückschlagsportler nur zum zehnten und damit letzten Platz der Tabelle. „Es war von vornherein klar, dass es keine einfache Angelegenheit für uns werden würde“, erklärt Top-Spieler Lennart Wehking. „Die ­zweite Liga ist jetzt eingleisig, also quasi eine zweite Profiliga, trotzdem ist es bitter, dass der Abstand am Ende so groß war“, fügt der 29-Jährige, der in der deutschen Rangliste auf Platz 19 geführt wird, an.

„Alle mussten am Limit agieren – das haben sie aufopferungsvoll getan und sind dabei manchmal vielleicht etwas zu sehr verkrampft“, erklärt Andreas Nau. Der sportliche Leiter der Tischtennis-Abteilung ist aber dennoch nicht unzufrieden mit dem Engagement seiner Spieler. „Obwohl die Mannschaft ziemlich früh in der Saison vom letzten Tabellenplatz grüßte, gab sie nie auf, selbst dann nicht, als der Abstieg besiegelt war.“ An der Einstellung hat es offenbar nicht gelegen, dass es für den 1. FC Köln nun erst einmal zurück in die dritte Liga geht. „Dort gilt es, sich neu zu positionieren und Selbstbewusstsein zu tanken.“

Lokales Konzept bleibt

Neben der mentalen Herausforderung, welche die zweite Liga für die unerfahrene Kölner Mannschaft bedeutet hat, bleibt aber auch einfach die sportliche Diskrepanz mitverantwortlich für den Abstieg. Die kommt nicht von Ungefähr: In der zweiten Liga setzen die meisten Konkurrenten auf (ausländische) Profis, während man beim FC mit regionalen Spielern an den Start gegangen ist. Die ernüchternde Saison soll an diesem Konzept jedoch nichts ändern. „Mit lokalen Spielern an den Start zu gehen hat ja auch Vorteile“, erklärt Wehking. „Gemeinsames Training macht schon viel aus.“

Dennoch stehen beim FC personelle Änderungen an: Florian Wagner wird die Mannschaft verlassen – der Student plant ein Auslandssemester. Mit Robin ­Malessa steht ­jedoch ein leistungsstarker Ersatz bereit. Der 24-Jährige kommt vom TTC Ruhrstadt Herne zum FC und wird hinter Lennart Wehking die neue Nummer zwei des Teams werden. „Der Rest der Mannschaft will bleiben und direkt in der dritten Liga wieder angreifen“, erklärt Achim Weich im Gespräch mit Köln.Sport. „Wir stellen also wieder eine rein deutsche Truppe, was es in der zweiten Liga ja so nicht gegeben hat“, fügt der Leiter der Tischtennis-Abteilung an.

Doch auch abseits der sportlichen Weichenstellungen schaut die Abteilung optimistisch in Richtung Zukunft. „Ich habe absolut positive Signale vom Vorstand des Hauptvereins bekommen, da ist man wirklich sehr bestrebt, hier ein Vereinsleben stattfinden zu lassen und dabei auch die kleineren Abteilungen wahrzunehmen und zu unterstützten“, erklärt Weich. „Die Zukunft ist also auch dort gesichert.“ Auch was die Unterstützung der Anhänger angeht, zeigt sich der Abteilungsleiter zufrieden. „Um die 80 Leute kommen schon zu unseren Heimspielen, auch wenn die Sportart natürlich medial unterrepräsentiert ist.“

Ziel ist Wiederaufstieg

In der kommenden Drittliga-Saison dürfen die Fans dann vermutlich auch wieder öfter Siege mit ihrem Team feiern, als es in dieser Spielzeit der Fall war. Ein Aufwärtstrend war schon in der Endphase der Zweitliga-Saison erkennbar. „Die letzten Spiele gingen alle über die volle Distanz – leider aber nur zwei Mal mit dem besseren Ende für den FC“, erklärt Nau, ­warum man zuversichtlich in die nächste Saison geht.

„Das Ziel für nächstes Jahr ist natürlich der Aufstieg“, findet auch Spitzenspieler Wehking. „Bombensicher planbar ist das aber natürlich auch nicht.“ Mit der Hertha aus Berlin müssen sich die Kölner auf mindestens einen starken Konkurrenten einstellen. „Wir werden also nicht einfach da durchmarschieren, aber wir haben realistische Chancen, den Wiederaufstieg zu schaffen.“

David Schmitz