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Erikssons glückliches Händchen

On this day: Heute vor genau zwölf Jahren spielte England in der Vorrunde der WM 2006 gegen Schweden. Es war eines von fünf Spielen, die in Köln ausgetragen wurden. Dabei ging es auf und neben dem Platz hoch her.

Joe Cole versetzte die Englischen Fans mit seinem Führungstreffer in Ekstase. Foto: imago/Laci Perenyi

20. Juni 2006 – Am letzten Spieltag der Gruppe B traf England auf Schweden. Die Mannschaft um David Beckham brauchte ein Unentschieden, um sich den Gruppensieg zu sichern. Die Engländer taten sich schwer, holten sich aber am Ende den Gruppensieg. Schweden musste im Achtelfinale gegen Deutschland ran, wo bekanntlich Lukas Podolski zwei Tore schoss.

Aus sportlicher Sicht war es eines der besten Spiele, die im Kölner WM-Stadion ausgetragen wurden – nicht nur auf dem Papier, sondern auch mit Blick auf das Spielgeschehen. 2:2 endete das Aufeinandertreffen der beiden stärksten Mannschaften aus Gruppe B.

Bereits in der 4. Minute gab es für die Englischen Fans den ersten Schockmoment: Der Stürmer Michael Owen hatte sich das Knie verdreht und musste ausgewechselt werden. Für ihn kam Peter Crouch in die Partie. Auch die Gegenseite hatte einen Verlust zu verschmerzen: Der Hoffnungsträger der Schweden, Zlatan Ibrahimovic, musste verletzt zuschauen. Seine Teamkollegen taten sich derweil schwer, gegen die Engländer zu verteidigen und ließen einige Chancen zu.

In der 34. Minute kassierten sie dafür die Quittung: Joe Cole brachte aus 30 Metern Entfernung den Ball im Tor unter und sicherte seinem Team dadurch die verdiente Pausenführung. Doch die Schweden gaben sich nicht auf und schlugen zu Beginn der zweiten Hälfte noch einmal zurück.

Steven Gerrard schießt England zum Gruppensieg

Marcus Allbäck traf zum Ausgleich – es war das 2000. Tor in der WM-Geschichte. Nun geriet die englische Mannschaft allmählich ins Schwimmen, die Schweden kamen mehrere Male zu aussichtsreichen Chancen. Englands Coach Sven-Göran Eriksson versuchte, das Unentschieden zu halten und wechselte Steven Gerrard für Wayne Rooney ein. Damit sollte er ein glückliches Händchen behalten.

Lange sah es so aus, als ob die Schweden das Spiel noch drehen könnten, doch in der 85. Minute konnte Gerrard nach einer Flanke von Joe Cole ungehindert zum völlig überraschenden 2:1 für die „Three Lions“ einköpfen. Henrik Larsson konnte in der Schlussminute zwar noch den Ausgleich erzielen, doch das Remis reichte den Engländern zum Gruppensieg.

Leider gab es jedoch auch unschöne Szenen abseits des Platzes: Es kam zu schweren Ausschreitungen, in Folge derer die Polizei 137 Hooligans festnehmen musste. Unter den in Gewahrsam genommenen Personen waren laut Polizeiangaben 97 Deutsche, 26 Engländer und vier Schweden.

Insgesamt sollen sich damals etwa 70.000 Engländer und 20.000 Schweden in Köln aufgehalten haben, die überwiegende Mehrzahl von ihnen hat sich friedlich verhalten. Es gab Public Viewings in der Innenstadt und am Rheinufer, bei denen die Englischen Fans das Spiel in ihrer Landessprache verfolgen konnten.