Köln.Sport

Zwei Jahre Stadionverbot

Der 1. FC Köln hat auf das Verhalten eines Vorsängers beim Spiel gegen den VfB Stuttgart reagiert und ein zweijähriges Stadionverbot ausgesprochen. Der andere beteiligte Capo kam glimpflich davon.
Megaphon Symbolbild

Der 1. FC Köln hat gegen einen seiner Vorsänger ein zweijähriges Stadionverbot ausgesprochen (Symbolbild) (Foto: imago/Schiffmann)

Beim Heimspiel gegen den VfB Stuttgart hatten ein Vorsänger der Ultra-Gruppierung „Wilde Horde“ und ein Capo der „Boyz Köln“ den in Köln geborenen Stuttgart-Keeper Ron-Robert Zieler vom Zaun aus aufs Übelste mit einem Megaphon beleidigt. Es fielen Sätze wie „Warum bringst du dich nicht um?“ und „Deine Mutter ist mit Enke verwandt“. Dank der Mikrophone am Spielfeldrand waren diese Diffamierungen für jeden Fernsehzuschauer deutlich zu hören gewesen, das Verhalten der Vorsänger wurde landesweit diskutiert.

Einer verurteilt, einer „freigesprochen“

Jetzt hat der FC Konsequenzen gezogen. Nachdem beide Vorsänger am Dienstag vor der elfköpfigen Stadionverbots-Kommission vorstellig geworden waren und Reue gezeigt hatten, wurde am Mittwoch das Urteil verkündet: Der Capo der „Wilden Horde“ erhält für die nächsten zwei Jahre ein bundesweites Stadionverbot ohne Bewährung und darf von der Bundes- bis zur Regionalliga keine Partie besuchen. Gegen ihn war bereits im vergangenen Jahr vom FC ein Stadionverbot auf Bewährung ausgesprochen worden, jetzt war das Maß voll.

Der andere Vorsänger der Gruppierung „Boyz Köln“ wurde „freigesprochen“, von Seiten des FC heißt es: „Dem zweiten Mann […] konnte keine schwerwiegende Beleidigung nachgewiesen werden, die aus Sicht der Kommission ein Stadionverbot gerechtfertigt hätte.“ Dennoch erhält er ein ermahnendes Schreiben und steht ab sofort unter gesonderter Beobachtung, darf seinen Platz auf dem Zaun der Südkurve allerdings behalten.

DFB-Kontrollausschuss ermittelt gegen den FC

Nach den widerlichen Beleidigungen hatte sich der 1. FC Köln unmittelbar nach dem Spiel bei den Familien Enke und Zieler gemeldet, um sich für die Vorkommnisse zu entschuldigen. Ein Verfahren des DFB-Kontrollausschusses gegen den FC wegen des Vorfalls läuft noch.

Thomas Schönig, Leiter der AG Fankultur beim FC, hofft darauf, dass das Thema mit der Entscheidung möglichst schnell vom Tisch ist. „Wir haben als Club schnell reagiert und die aus unserer Sicht nötigen Maßnahmen ergriffen. Ich hoffe, dass wir uns ab sofort alle wieder auf sportliche Themen konzentrieren können“, sagte er nach Bekanntwerden des Urteils.

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