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„Wollen uns ins Spiel reinfighten“

Derbytime: Der 1. FC Köln trifft am Samstag Nachmittag auf Bayer 04 Leverkusen. Trainer Markus Gisdol und Sportchef Horst Heldt verbreiten vor dem Rheinderby Optimismus und verraten, worauf es ankommt.

Markus Gisdol weiß um die Stärken des Gegners, will sich mit seiner Mannschaft gegen Bayer aber keinesfalls verstecken (imago images / Beautiful Sports)

Das rheinische Derby wirft seine Schatten voraus: Für den Tabellenletzten aus Köln geht es bei vier Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz darum, nicht bereits vor der Winterpause den Anschluss zu verlieren. Die Werkself aus Leverkusen dagegen steht in der Bundesliga auf Platz 6 und hat nur einen Punkt Rückstand auf den dritten Platz. Die Vorzeichen vor dem Duell im RheinEnergieStadion könnten also kaum unterschiedlicher sein.

Ellyes Skhiri Startelf-Kandidat

Ein erster Lichtblick sind die Rückkehrer Kapitän Jonas Hector und Abwehrchef Rafael Czichos, welche nach überstandenen Gelbsperren zurück in die Startelf rutschen werden. Nachdem Horst Heldt bereits nach der Niederlage bei Union Berlin mit Konsequenzen gedroht hat, sind auch weitere personelle Veränderungen zu erwarten. Vor allem Ellyes Skhiri wird von vielen FC-Fans seit Wochen gefordert.

„Er hat diese Woche sehr gut trainiert. Ich sehe ihn als sehr wichtigen Spieler für uns“, so Trainer Markus Gisdol zur Personalie Skhiri auf der Pressekonferenz vor dem Spiel. Im Training in dieser Woche machte indes vor allem U19-Talent Jan Thielmann auf sich aufmerksam. Sein Einsatz wäre eine echte Überraschung und ein echter Fingerzeig an die etablierten Kräfte. „Wir müssen mit allen Mitteln versuchen, zurück in die Erfolgsspur zu kommen. Dafür sind Veränderungen notwendig“, fordert Horst Heldt.

Gisdol schaute CL-Spiel

Am Mittwoch Abend saß Markus Gisdol keineswegs gemütlich auf dem Sofa, sondern schaute sich das Champions League-Spiel von Bayer 04 gegen Juventus Turin live im Stadion an. Der Trainer weiß, um gegen die starke Werkself etwas mitzunehmen, muss seine Mannschaft ein anderes Gesicht als zuletzt zeigen. Vor allem vom deutschen Nationalspieler Kai Havertz war er sehr angetan: „Bayer hat außerordentliche Qualität und mit Kai Havertz einen außergewöhnlichen Spieler. Natürlich beobachte ich ihn besonders. Wenn ich aber sehe, was sie für einen Speed haben, wäre es ein Fehler, nur auf Kai Havertz zu schauen.“

Matchplan des Effzeh

Der Respekt vor den zuletzt starken Leverkusenern ist groß. Trotzdem ist es das Ziel der Geißböcke, sich nicht zu verstecken. „Wir dürfen uns nicht nur darauf beschränken zu verteidigen. Wir müssen die richtige Balance haben, versuchen die Lücken zu finden und unsere eigenen Chancen suchen“, fordert Markus Gisdol. „Wir wollen uns ins Spiel reinfighten und dürfen Leverkusen nicht in ihr Kombinationsspiel kommen lassen. Dazu brauchen wir aber auch eine breite Brust.“ Die Verantwortlichen des FC verfolgen eine klare Marschroute, über Kampf und Willen soll die spielstarke Werkself nicht ins Spiel kommen.

Winter-Transfers ein Thema

Bis zur Winterpause will der Aufsteiger so viele Punkte wie möglich holen, danach wird die Situation analysiert und dementsprechend gehandelt. „Wir versuchen im Wintertransfer-Fenster das Bestmögliche für den Verein zu machen“, kündigt Horst Heldt an. Bis dahin will der Sportchef aber nicht den Kopf in den Sand stecken: „Es ist wichtig, Optimismus zu verbreiten – und das tue ich. Wir dürfen nicht immer nur das Negative sehen.“  Gerade das fällt vielen Fans aktuell angesichts der vergangenen Leistungen schwer. Ein Sieg im Derby allerdings würde die Stimmungslage am Geißbockheim schlagartig ändern.

Von Tim Schoster

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