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„Tennisarm“: Wenn es im Arm zwickt

Ein "Tennisarm" kommt seltener vom Tennis, als man denkt Foto: GettyImages

Ein „Tennisarm“ kommt seltener vom Tennis, als man denkt
Foto: GettyImages

Ein „Tennisarm“ tut weh und quält Betroffene oft lange. Die Experten der KLINIK am Ring – Köln bieten verschiedene Behandlungsansätze. 

Manchmal ist Nomen nicht est omen. Denn: Die im Volksmund als „Tennisarm“ bezeichnete Erkrankung, die selbst beim Einschenken einer Tasse Kaffee oder dem Einsortieren eines Aktenordners intensive Beschwerden auslöst, kommt nicht zwangsläufig von der sportlichen Jagd nach der gelben Filzkugel. Tatsächlich wird der „Tennisarm“ aber nur im Ausnahmefall durch schweißtreibenden Sport ausgelöst. „Viel treffender wäre der Begriff ‚Mausarm‘ oder ‚Heimwerker-Ellenbogen‘“, betont Dr. Stefan Preis, leitender Arzt der Praxis und Abteilung für Orthopädie und Sporttraumatologie an der KLINIK am RING – Köln: „Denn chronische Überlastung durch das Bewegen der Computer-Maus oder ungewohnte Belastungen bei handwerklichen Tätigkeiten wie Schrauben oder Hämmern lösen erheblich häufiger als Tennisspielen die lästigen Schmerzen auf der Außenseite des Ellenbogens aus.“ Die auftretenden Schmerzen haben ihre Ursache meist in einer Überlastung von Sehnenansätzen.

Entweder handelt es sich um eine akute Überlastung, weil eine ungewohnte manuelle Tätigkeit zu intensiv durch­geführt wurde, oder eine chronische Überlastung, weil die Erholungsphasen zwischen immer wiederkehrenden Belastungen zu kurz waren. Auslöser der Beschwerden ist die Sehne an der Außenseite des Ellenbogens. Die entsprechenden Muskeln sitzen am Unterarm und sind für die Streckung des Handgelenkes verantwortlich. „Dementsprechend sind also Überlastungen der Hand und nicht des Ellenbogens ursächlich für den ‚Tennisarm‘“, erläutert Dr. Preis. Häufig klagen Betroffene daher über Schmerzen am Ellenbogen, wenn die Hand beziehungsweise die Unterarmmuskulatur belastet wird. Mitunter sind jedoch auch Störungen im Bereich der Halswirbelsäule, beispielsweise chronische Verspannungszustände, für die Beschwerden mitverantwortlich.

Eigenbehandlung wichtig
„Daher gewährleistet nur eine sichere Diagnose einen sicheren Behandlungserfolg bei einem ‚Tennisarm‘“, unterstreicht Dr. Preis. Bevor also über die optimale Behandlung beratschlagt wird, sollte zunächst vom Fachmann abgeklärt werden, ob es sich tatsächlich um einen „Tennisarm“ handelt oder ob nicht eine andere Ursache hinter den Schmerzen steckt. So können beispielsweise auch Erkrankungen der Halswirbelsäule, Nervenreizungen, Muskelveränderungen oder eine Arthrose am Ellenbogengelenk dafür verantwortlich sein.

Stellt sich dann allerdings heraus, dass ein „Tennisarm“ vorliegt, kann die Therapie beginnen. „Gerade beim Tennisellenbogen muss der Patient die Erkrankung und das Behandlungskonzept verstehen, da er an der Genesung aktiv mitarbeiten muss“, hebt der Orthopäde hervor. Wichtigster Schritt hierbei sei die konsequente Eigenbehandlung. Die chronisch erhöhte Spannung muss aus der Sehne genommen werden, das erfordert eine Mischung aus Schonung und Dehnung. Auch Physiotherapie und Bandagen können die Heilung unterstützen. Ein weiterer Ansatz neben dem Einsatz von entzündungshemmenden Medikamenten und Akupunktur ist die Eigenblut-Therapie: Hierbei werden entzündungshemmende Wachstumsfaktoren und schmerzlindernde Botenstoffe aus dem Blut des Patienten in einer Zentrifuge aufbereitet und isoliert.

Anschließend können sie dann in konzentrierter Form mittels Injektion direkt an das degenerativ veränderte Sehnengewebe verabreicht werden. „Das hat sich in den letzten Jahren zunehmend bewährt“, bestätigt Dr. Preis. Auch die Injektion von Botox, das zur Entspannung des chronisch gereizten Gewebes beiträgt, zeige vielversprechende Ansätze.

OP als letzter Schritt
Erst am Ende der Behandlungsfolge des „Tennisarms“ steht eine Operation. „Wir empfehlen sie nur dann, wenn eine längerfristige intensive konservative Therapie mit Eigenbehandlung, Physiotherapie und medikamentöser Behandlung nicht zu einer dauerhaften Beschwerdefreiheit führt“, betont der Fachmann. Bei der etablierten offenen Operation werden sämtliche Strecksehnen des Handgelenks und der Finger komplett vom Knochenansatz am Ellenbogen gelöst und neu vernäht. Zudem werden bei dieser Methode schmerzübertragende Nerven der Knochenhaut verödet.

Aber auch ein arthroskopischer Eingriff ist mittler­weile eine Alternative: Hierbei wird ganz gezielt das erkrankte Gewebe aus der Sehne entfernt. „Die Operation ist erheblich schonender, weniger risikoreich und deutlich weniger schmerzhaft als das herkömmliche Verfahren. Studien aus den USA zeigen, dass dadurch sehr gute kurz- und langfristige Ergebnisse bei sehr geringem Komplikationsrisiko erzielt werden“, so Dr. Preis, dessen Team an der KLINIK am RING – Köln auf diesen Eingriff spezialisiert ist.

Für das „KLINIK am RING“-Advertorial in Großformat inklusive eines Interviews mit Dr. Stefan Preis bitte hier klicken.

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