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Stabhochsprung-Show in Leverkusen

Ein enttäuschter Favorit, ein Landesrekord und eine deutsche Neuentdeckung: Bei den „Bayer Classics“ am Mittwoch Abend war einiges geboten.
Bayer Classics

Der Sprung ins Glück: Torben Blech gewann die „Bayer Classics“ am Mittwochabend. (Foto: imago images/Beautiful Sports)

In Leverkusen-Manfort hatten sich für die Neuaflage der „Bayer Classics“ einige deutsche Spitzenathleten und auch ein echter Weltstar eingefunden. Niemand geringeres als der ehemalige Weltrekordhalter und Weltmeister Asafa Powell aus Jamaika ging über die 100 Meter der Herren an den Start und wurde von den Fans in Leverkusen mit fast schon ehrfürchtigem Jubel begrüßt. Den ersten Vorlauf dominierte er locker vor dem deutschen Sprint-Star Julian Reus – im Finale musste er sich aber doch dem Vorjahressieger geschlagen geben.

Titelverteidiger Cissé

Dieser hieß auch 2019 wieder Arthur Cissé. Der Sprinter von der Elfenbeinküste lief mit 9,94 Sekunden 2018 allen davon, in diesem Jahr setzte er mit 9,93 Sekunden nochmal einen drauf. Weltweit waren in dieser Saison nur vier Sprinter schneller. Powell erkämpfte in 10,02 Sekunden Platz zwei vor Ojie Edoburun (Großbritannien, 10,08 Sekunden). Auch aus deutscher Sicht war es ein erfolgreicher Finaldurchlauf: Julian Reus (Erfurter LAC), der mit 10,01 Sekunden aktuell den deutschen Rekord über die 100 Meter hält, steigerte seine Saisonbestleistung als Vierter auf 10,13 Sekunden.

Bei den Damen dominierte eine Lokalmatadorin: Yasmin Kwadwo vom TSV Bayer 04 Leverkusen lief in 11,25 Sekunden mit persönlicher Bestleistung zum Sieg. „Ich habe damit nicht wirklich gerechnet, denn ich stecke voll in der Vorbereitung für die Deutschen. Aber ich bin auf dem richtigen Weg“, sagte die 28-Jährige im Anschluss. Die weiteren Podestplätze holten sich Laura Müller (LC Rehlingen; 11,29 Sekunden) und Jennifer Montag (ebenfalls TSV Bayer 04 Leverkusen; 11,36 Sekunden).

Przybylko enttäuscht

Als die für fast schon unerträgliche Hitze sorgende Sonne dann so langsam unterging, stand das Highlight der Classics auf dem Programm: Die Sprungwettbewerbe. Bei den Hochspringern ging Bayer-Athlet und Vorjahreseuropameister Mateusz Przybylko an den Start, bei den Stabhochspringern hieß der Favorit Raphael Holzdeppe, der in seiner Karriere bereits die 5,94 Meter übersprang. Auch Bayer-Athlet Torben Blech und Sondre Guttormsen aus Norwegen traten an. Und wie.

Doch zunächst musste Przbylko eine herbe Enttäuschung hinnehmen. Bei 2,18 Meter war für den Favoriten Schluss, anschließend ließ er seiner Frustration freien Lauf. Es entwickelte sich ein Showdown zwischen Douwe Amels (Niederlande/ TSV Bayer 04 Leverkusen) und übersprang Chris Baker (Großbritannien). Beide scheiterten an der WM-Norm 2,30 Meter, im anschließenden Stechen ging der Sieg mit 2,24 Meter an Baker.

Stabhochsprung-Showdown

Bei den Stabhochspringern spitzte sich alles auf ein Finale zwischen Holzdeppe, Blech und Guttormsen zu. Blech, bis vor wenigen Monaten noch Zehnkämpfer, übersprang gleich im ersten Versuch die 5,80 und blieb mehrere Sekunden auf der Matte liegen, weil er sein Glück nicht fassen konnte. Persönliche Bestleistung und Olympia-Norm für den 24-Jährigen, der sich im Vergleich zum Vorjahr um 38 Zentimeter gesteigert hat.

Auch der Norweger packte die 5,80 Meter – Landesrekord! Auch er brach in Jubel aus, scheiterte dann aber anschließend wie Blech an den 5,85 Meter. Ex-Weltmeister Raphael Holzdeppe (LAZ Zweibrücken) zog bei den 5,80 Meter nach, scheiterte anschließend aber auch knapp an den 5,85 Meter. So gewann Blech das Meeting, weil er für die 5,80 nur einen Versuch gebraucht hatte. Ein spannendes Leichtathletik-Meeting in Leverkusen ging so zuende. Das war mit Blick auf die anschließende Dusche aber auch gar nicht so verkehrt.

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