Köln.Sport

Ein anderes Gesicht

Auf den 1. FC Köln wartet am Samstag (15:30 Uhr) im Rheinenergiestadion mit Hannover 96 das nächste „Endspiel“ um das Erreichen des Relegationsranges. Trainer Stefan Ruthenbeck kündigte an, dass sein Team dann anders auftreten werde als vor einer Woche in Frankfurt.
Risse auf dem Sprung

Auf dem Sprung zurück in die Startelf: Nach seiner langen Leidenszeit ist Flügelspieler und Hoffnungsträger Marcel Risse (#7) wieder ein Kandidat für einen Einsatz von Beginn an. (Foto: imago/Deutzmann)

„Wir werden ein anderes Gesicht zeigen“, sagte Stefan Ruthenbeck am Donnerstag bei der Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen Hannover 96. Ein anderes als in Frankfurt, wo man von dem teilweise schon überstürzt wirkenden Angriffsfußball der letzten Wochen abkehrte, um vor allem erst einmal die defensive Stabilität wiederzuerlangen. Das ging bekanntlich gründlich schief, bei der 2:4-Niederlage bei der Eintracht wirkte es über große Strecken, als würde der FC langsam aber sicher wieder zu seiner schwachen Hinrundenform zurückfinden.

Ruthenbeck kann aus dem Vollen schöpfen

Eine Woche später stehen die Zeichen allerdings wieder voll auf Attacke – wie sollte es auch anders sein? „Wenn du auswärts immer verlierst, musst du die Heimspiele halt gewinnen“, beschreibt Ruthenbeck den Ansatz der nächsten Wochen. Denn: „Vorne wirst du schon eine drei stehen haben müssen“, antwortete der Coach auf die Frage, wieviele Punkte seiner Meinung nach denn letztlich für den Relegationsplatz reichen würden. Nach dieser Rechnung bräuchte der FC aus den verbleibenden zwölf Spielen 17 Punkte – allermindestens.

Somit dürfte es den Coach freuen, dass er am Samstag personell fast aus dem Vollen schöpfen kann. Bis auf Leo Bittencourt, Christian Clemens und Nikolas Nartey stehen alle Spieler zur Verfügung, der lange verletzte Marcel Risse, der in Frankfurt sein Comeback nach Kreuzbandriss gab, ist gar ein Kandidat für die Startelf. So dürfte Matthias Lehmann wieder rausrotieren. Die einzig offene Frage scheint die nach dem Sturmpartner von Simon Terodde, hier dürfte Jhon Cordoba erneut die Nase vorn haben.

Nebenkriegsschauplätze

Doch die Partie gegen den gefestigt wirkenden Aufsteiger verspricht nicht nur auf dem Rasen Brisanz. Auch abseits des Feldes gibt es interessante Geschichten, etwa den Besuch von 96-Sportdirektor Horst Heldt, der nach dem Schmadtke-Aus kurz als sicherer Nachfolger galt, dann aber nicht aus Hannover weg durfte. Oder den Konflikt des FC mit Teilen seiner Ultras, deren Reaktion auf das Schreiben von Mittwoch mit Spannung erwartet wird.

Zu dem Schreiben äußerte sich nun auch Stefan Müller-Römer, Chef des Mitgliederrates. Das Gremium war als Mitverfasser in dem Brief genannt worden. Offenbar ohne direkte Einwilligung. „Die Veröffentlichung ist gegen unseren Willen erfolgt. 11 von 14 Mitgliederräten haben der Veröffentlichung zugestimmt. Die anderen drei haben – ohne die anderen Mitglieder zu unterrichten – wohl zugestimmt“, sagte Müller-Römer dem „Express“. Es dürfte nicht das letzte Kapitel in dieser Saga gewesen sein. Bleibt zu hoffen, dass das Thema zumindest am Samstag für 90 Minuten in den Hintergrund tritt.

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