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Charr boxt in den USA

Für die erste Verteidigung seines WBA-Weltmeistertitels im Schwergewicht muss Manuel Charr den Sprung über den großen Teich antreten. In Chicago boxt er am 4. Mai gegen Pflichtherausforderer Fres Oquendo.
Charr Verteidigung

Nach seinem Titelgewinn im November muss Manuel Charr seinen WBA-Titel im Schwergewicht in Chicago gegen Fres Oquendo verteidigen. (Foto: imago/Marianne Müller)

„Natürlich hätten wir den Kampf gerne nach Deutschland geholt“, sagte Bernd Trendelkamp, der für Charrs Promoter Global Sports Management an der Versteigerung des Fights in Toronto teilnahm. 600 000 US-Dollar ließ sich POW Sports Entertainment, das Team des in Puerto Rico geborenen Oquendo, die Veranstaltung kosten. Dieser Betrag ist gleichzeitig die Börse und wir unter den Fightern aufgeteilt.

Dass es jetzt schon in die USA geht, ist für Charrs Lager allerdings kein großes Problem. „Wir haben alles vorbereitet, um die WM in Köln durchzuführen. Aber wir sehen das sportlich, fahren gerne nach Chicago. Wir hatten ohnehin vor, Manuel früher oder später in den USA zu präsentieren. Das ist seine Chance, sich dort mit einer starken Leistung einen Namen zu machen“, so Trendelkamp.

„Das wird eine Riesen-Show“

Und was sagt der Weltmeister selbst? „Chicago ist eine tolle Stadt, und ich habe viele Fans in den USA“, freut sich Charr (31 Siege, 4 Niederlagen, 17 K.o.) auf seine erste Titelverteidigung. „Das wird eine Riesen-Show und ein tolles Erlebnis“. Der „Diamond Boy“ will seinen Gürtel behalten – auch wenn er es mit „Fast Fres“ Oquendo (37 Siege, 8 Niederlagen, 24. K.o.) mit einem erfahrenen Kontrahenten zu tun bekommt.

„Herzlichen Glückwunsch an Team Oquendo. Ich mag und respektiere Fres und freue mich darauf, in seiner Heimatstadt gegen ihn zu kämpfen“, zeigt sich Charr gleichzeitig respektvoll und angriffslustig. Bei seinem US-Debüt hofft er zudem auf zahlreiche Unterstützung seiner Anhänger. „Ich hoffe, dass mich viele Fans in die USA begleiten werden.“

Große Chance in fremdem Land

Seinen Titel im Schwergewicht hatte der gebürtige Libanese, der in Köln mittlerweile seine Heimat gefunden hat, am 25. November gewonnen, als er in Oberhausen den Russen Alexander Ustinov einstimmig nach Punkten besiegte. Oquendo wartet seit fast vier Jahren auf seine Titelchance, stand zuletzt 2014 im Ring und verlor damals knapp gegen Ruslan Chagaev.

Der Titelkampf im fremden Land als große Möglichkeit – so lautet die einhellige Meinung in Charrs Camp. „Wer hat schon die Chance, sich in so einem Rahmen in den USA zu präsentieren? Manuel ist Weltmeister und will sich natürlich auch auf der ganzen Welt zeigen. Und ich bin mir sicher, dass er Oquendo auch in dessen Heimat besiegen kann“, sagte Charrs Manager Christian Jäger. Der nächste Fight solle dann aber bitteschön in der Heimat des „Diamond Boy“ steigen. „Eins ist versprochen: Wenn er den Kampf gewinnt, findet die nächste Titelverteidigung auf jeden Fall in Köln statt.“

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