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Kölns neueste Großbaustelle

Quelle: Imago

Der 1. FC Köln gleicht in diesen Tagen einer Großbaustelle.

Kein Trainer, kein Sportdirektor, keine Mannschaft – der 1. FC Köln steht vor einem erneuten Neuaufbau und präsentiert sich nach dem fünften Abstieg seit 1998 als Großbaustelle. Hinter den Kulissen wird an allen Ecken gewerkelt, doch Resultate lassen noch auf sich warten.

Selten war ein Abstieg so unnötig, aber zugleich so notwendig, wie der Abstieg des FC in dieser Saison. Das Eigentor zum 0:2 gegen den FC Bayern München wurde zum Sinnbild für die gesamte Saison. Eine unfassbare Eigendynamik bzw. Nicht-Dynamik entwickelte der FC sportlich seit der Hinrunde. Das organisatorische Durcheinander und die „Fan“-Skandale untermalten eine katastrophale Saison.

Nun steht der FC vor den Trümmern der Saison. Auf den neuen Vorstand kommt in den kommenden Wochen viel Arbeit zu. Begonnen hat er damit, die Fans und das Umfeld auf ungemütliche Zeiten vorzubereiten. In einem offenen Brief an die Mitglieder sprechen Spinner und Co. von einer „Prüfung der GmbH & CO. KGaA“, da man sich einen „Überblick über die Finanzen und die Verträge des Clubs verschaffen“ müsste. Abgesehen von den Verbindlichkeiten von ca. 30 Millionen Euro, die den Neuaufbau nicht vereinfachen werden, stehen dem neuen Vorstand weitere Schwierigkeiten bevor.

Durch den Abstieg ist der Kader, selbst wenn man ihn so beibehalten wollte, was angesichts der wiederholt nicht bestandenen Charaktertests der letzen Wochen unwahrscheinlich ist, nicht zusammenzuhalten. „Die engeren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der 2. Bundesliga, die Vertragssituationen der Lizenzspieler und die sportlichen Misserfolge“ zwingen den Verein dazu, sich auch sportlich personell neu aufzustellen. „Einigen wurde bereits klar gesagt, dass sie sich einen neuen Verein suchen können“, so Frank Schaefer, der fortan als Assistent des Sportdirektors fungieren wird.

Doch welche Spieler sollen kommen? Auf Akteure vom Poldi-Format werden die Fans wohl lange, lange, lange warten müssen. Der schon bereits feststehende Transfer von Assani Lukimya, ist mit dem Abstieg auch gegessen.

In Sachen Trainer ist der FC wohl ein Stückchen weiter. Mike Büskens hat bereits abgesagt, doch nach einem Treffen mit Ex-St. Pauli und -Hoffenheim Coach Holger Stanislawski am vergangenen Freitag, gibt es die ersten positiven Signale. „Wir lassen uns Zeit mit unseren Entscheidungen, weil sie wegweisend sind und passen müssen“, so Claus Horstmann, Geschäftsführer des FC. Auch in Sachen Sportdirektor – ja, diese Position ist auch noch vakant – lassen sich die FC-Verantwortlichen Zeit. Es wird spekuliert, dass Jörg Schmadtke Kandidat Nr. 1 ist. Aber keine der Parteien lässt sich zu Kommentaren hinreißen, die die Zukunft betreffen.

Da der Abstiegskampf nun keine Spannung mehr bietet, muss der FC-Fan mit Spannung die diversen Personalentscheidungen des neuen Vorstandes abwarten. Fakt ist: Der FC steht vor einem langwierigen Neuaufbau, der viel Geduld fordern wird.