Köln.Sport

Wie sull datt nur wigger jon?

Das Sportjahr 2019 wirft seine Schatten voraus – und damit auch die Frage, welche Projekte und Entscheidungen in den kommenden zwölf Monaten wichtig werden. Köln.Sport nennt die wichtigsten Fragen in Sachen Sportpolitik.
Sportpolitik

Die Zukunftspläne rund um das Geißbockheim sind eines der spannendsten Themen des neuen Jahres (Foto: imago/Herbert Bucco)

Sportentwicklungsplan, Infrastrukturprojekte bei den größten Kölner Vereinen sowie personelle Umbrüche in der Politik – viele Entscheidungen, die 2019 fallen werden, haben großen Einfluss auf den großen und den kleinen Sport in Köln. Was 2019 wichtig wird.

1) Wer folgt auf Sportdezernentin Dr. Agnes Klein?

Köln.Sport sagt: Zwölf Jahre lang bekleidete Dr. Agnes Klein in Köln den Posten der Dezernentin für Bildung, Jugend und Sport und genießt für ihren Einsatz bei Kollegen ein hohes Ansehen. 2019 allerdings ist Schluss, Dr. Klein geht aus privaten Gründen vorzeitig in den Ruhestand. Wer ihr nachfolgt, ist ungewiss. Es bleibt zu hoffen, dass sich der oder die Nachfolgerin mit ebenso großem Engagement für die Belange des Sports einsetzt.

2) Rollen am Geißbockheim endlich die Bagger?

Köln.Sport sagt: Der erfolgreichste Kölner Fußballclub will wachsen. Das Trainingsgelände am Geißbockheim entspricht längst nicht mehr den gestiegenen Ansprüchen eines Vereins dieser Größenordnung. Seit 2016 kämpft der Effzeh deshalb in einem langwierigen Bebauungsplanverfahren für eine Erweiterung – bislang jedoch steht ein Durchbruch noch aus. Baudezernent Markus Greitemann ist zuversichtlich, dass die Erweiterung am Geißbockheim in naher Zukunft rechtssicher sein könnte und der 1. FC Köln mit den Baumaßnahmen beginnen kann. Die Bagger könnten also nächstes Jahr schon rollen, wahrscheinlicher ist aber ein Beginn in 2020.

3) Schafft der Sport endlich den Schulterschluss?

Köln.Sport sagt: Dass dem Sport in Köln die Lobby fehlt, ist nichts Neues. Wohl aber der Gedanke führender Vertreter von Institutionen (z.B. Peter Pfeifer), Vereinen (z.B. Alexander Wehrle) und Eventorgani-satoren (z.B. Stefan Löcher) sich zusammen-zutun, um geschlossen für ihre Sache ein-zustehen. Der Wille zum Schulterschluss und dem gemeinsamen lautstarken Protest im Sinne des Sports ist in Ansätzen zu erkennen. 2019 wäre es Zeit, dieses Vorhaben auch in die Tat umzusetzen und die öffentliche Wahrnehmung auf den Sport zu lenken.

4) Werden die Modellprojekte des Sportentwicklungsplans umgesetzt?

Köln.Sport sagt: Die erstmals in Köln durchgeführte Sportentwicklungsplanung ist eine Riesenchance für den organisierten und nicht-organisierten Sport in Köln. Doch sie muss auch ergriffen werden! Ganz entscheidend dafür, ob die von Dr. Kähler und seinem Team durchgeführte Studie die Bedingungen des Sports nachhaltig verbessert, wird die Umsetzung der geplanten Modellprojekte. Reicht das dafür vorgesehene Geld? Werden alle Projekte wirklich planmäßig realisiert? Wenn nicht, wird die Sportentwicklungsplanung wenig Durchschlagskraft haben.

5) Kommt endlich die Halle für ca. 3.000 Zuschauer?

Köln.Sport sagt: Eigentlich sind sich fast alle einig: Köln braucht eine Halle, die Platz für etwa 3.000 Zuschauer bietet, und es Vereinen wie dem Longericher SC, den RheinStars Köln oder DSHS SnowTrex Köln ermöglicht, sich sportlich in höheren Ligen zu verwirklichen. Und dennoch: An einer Umsetzung scheitert es schon seit Jahren. Auch eine Petition mit knapp 3.855 Unterstützern brachte kaum Schwung in die Debatte. Ein Umbau des Radstadions in Müngersdorf könnte die Lösung sein. Ob diese oder eine andere Lösung 2019 tatsächlich beschlossen wird, darf aber bezweifelt werden.

6) Bleibt der Effzeh in Müngersdorf?

Köln.Sport sagt: Eigentlich wollte der 1. FC Köln diese Entscheidung schon Ende 2017 geklärt haben. Doch in Zeiten sportlicher Krise und des drohenden Abstiegs wurde das Thema plötzlich wieder kalt. Die Frage, ob der Effzeh auch nach Ende des Pachtvertrages 2024 im RheinEnergie-Stadion bleibt oder an anderer Stelle ein neues Stadion baut, ist aber nach wie vor offen. Da aber gerade ein Neubau erheblichen Vorlauf benötigt, ist mit einer Entscheidung 2019 durchaus zu rechnen.

7) Wie viel Kraft hat der „neue“ Stadtsportbund?

Köln.Sport sagt: Peter Pfeifer bleibt für drei weitere Jahre an der Spitze des SSBK. Bei der Mitgliederversammlung Ende November erhielt der ehemalige Chef der Sportjugend große Zustimmung der Vereinsvertreter/-innen. Neu besetzt wurde hingegen der Vorstand, unter anderem mit dem ehemaligen Sportamtsleiter Dieter Sanden und Professor Dr. Thomas Abel von der Deutschen Sporthochschule Köln. Es scheint sich was zu tun beim SSBK. „Wir werden 2019 zusammen anfangen, für die Belange des Sports in Köln richtig laut zu werden“, kündigt Pfeifer an. Eine neu gestartete Interview-Serie („Nachgefragt“) sowie eine Reihe mit „Einzelschicksalen“ aus dem Kölner Sport machen den Anfang und sollen helfen, dem Sport in Köln eine klare Stimme zu geben. Die Frage, ob es dem SSBK endlich gelingt, die Basis zu mobilisieren, bleibt spannend!

8) Wie geht es weiter mit dem Kunstrasen-Programm?

Köln.Sport sagt: „Heutzutage will niemand mehr auf Asche spielen“, sagte Gregor Timmer vor einigen Wochen gegenüber Köln.Sport. Die Prioritätenliste zur Modernisierung von Aschenplätzen geht das Problem an, die Situation ist für viele Kölner Clubs existenzbedrohend. 2019 ist laut Liste die Fertigstellung von drei weiteren Plätzen geplant, allerdings gibt es aktuell noch einen „Rückstau“ der Plätze, die schon in diesem Jahr fertig werden sollten. Sosehr sich die Stadt bemüht: Alle geplanten Plätze 2019 fertigzustellen, ist wohl leider utopisch.

9) Machen Fortuna und Viktoria gemeinsame Sache?

Köln.Sport sagt: Die Stadionfrage stellt sich nicht nur beim 1. FC Köln, auch Fortuna und Viktoria müssen sich mit dem Thema auseinandersetzen. Beim FC Viktoria allerdings wird es dank der neuen Aufstiegsregelung 2019 wohl mit dem Vorhaben Profifußball klappen. Der Sportpark Höhenberg kommt dann aufgrund der Drittliga-Auflagen als Heimspielstätte nicht mehr infrage, die Rechtsrheinischen müssten ins Südstadion umziehen. Das allerdings ist alt und wenig attraktiv. Den Gedanken, ein neues, gemeinsames Stadion zu bauen, gibt es schon lange. 2019 dürfte es Zeit sein, die Gespräche zu konkretisieren.

10) Folgen weitere Leuchtturmveranstaltungen?

Köln.Sport sagt: Mit dem DEL-Wintergame und der Handball-WM startet das Kölner Sportjahr 2019 direkt mit zwei Events der Extraklasse. Die Vorfreude auf beide Veranstaltungen ist riesig, jedoch sind diese auch mit einem wirtschaftlichen Risiko für die Veranstalter verbunden. Im Sinne der „Sportstadt“ Köln ist zu hoffen, dass die Mega-Events positiv angenommen werden und Köln auch bei der Ausrichtung weiterer Großveranstaltungen in naher Zukunft den Zuschlag erhält.

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