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Viktoria finanziell im Mittelfeld

Die 3. Liga ist bereits im vollen Gange. Während die Profis in der Vorbereitung auf dem Platz schuften mussten, gab es auch für die Verantwortlichen hinter den Kulissen einiges zu tun. Doch nicht nur auf dem Transfermarkt wird im Sommer gefeilscht, sondern auch in Sachen Vermarktung wurden vor der Saison noch mehrere Deals abgeschlossen. Zeit zu schauen, wie die Viktoria aus Köln sich als Aufsteiger im 3. Liga-Vermarktungs-Ranking positioniert.
Vermarktung Viktoria Köln

Die Viktoria ist nicht nur auf dem Platz gut in die Saison gestartet. Auch in Sachen Vermarktung konnte sich das Team rund um Mike Wunderlich gut aufstellen. (Foto: imago images / foto2press)

Zum Saisonstart haben alle 20 Clubs ihre Haupt- und Trikotsponsorships erfolgreich verkauft.
Das war in den vergangenen Jahren nicht immer der Fall. So hatte in der Saison 2018/19 Preußen Münster zunächst keinen Trikotsponsor und im Jahr zuvor erging es der SpVgg Unterhaching ähnlich. Doch bei den generierten Einnahmen zeigen sich große Unterschiede.

1860 und Braunschweig ziehen davon

In Sachen Trikotsponsoren sind die ehemaligen Erstligisten 1860 München und Eintracht Braunschweig ihren Konkurrenten weit enteilt. Während sie pro Saison 900.000 Euro bzw. 800.000 Euro kassieren, müssen sich Vereine wie Chemnitz und SV Meppen mit gerade einmal 200.000 Euro begnügen. Mit 400.000 Euro positioniert sich die Viktoria im Mittelfeld. Ihr Sponsor ist die ETL-Gruppe, Marktführer im Bereich Steuerberatung. Bereinigt man den Gesamtumsatz um die Erlöse der beiden Spitzenreiter, liegt die Viktoria sogar über den Durchschnitt von 363.888 Euro.

Zwei Ärmelpartner in der 3.Liga

Seit dieser Saison gibt es zudem eine Neuerung in der 3. Liga. Während im letzten Jahr noch Bwin als Hauptpartner des DFBs auf den linken Ärmeln aller Vereine zu sehen war, dürfen die Vereine seit dieser Saison diese selbstvermarkten. Bwin bleibt den Vereinen jedoch als Sponsor erhalten. Gemeinsam mit dem DFB werben sie nun mit einem Composite-Logo auf dem rechten Ärmel. Somit ist die 3. Liga die einzige deutsche Profifußballliga, in der auf beiden Trikotärmeln geworben werden kann. Allerdings nimmt nicht jeder Drittligist diese Möglichkeit wahr, denn nur 15 von 20 Verein haben einen individuellen Ärmelpartner. Auch hier verdienen 1860 und Braunschweig mit 200.000 Euro mit Abstand am meisten, während Magdeburg nur 60.000 Euro generiert. Im Durchschnitt erwirtschaften die Vereine durch diese Art von Sponsorship 134.000 Euro. Einnahmen, die der Viktoria entgehen, da sie genauso wie der 1. FC Kaiserslautern, SG Sonnenhof Großaspach, SpVgg Unterhaching und SV Meppen keinen Ärmelsponsor gefunden haben.

Puma dominiert

Der beliebteste Ausrüster in der 3. Liga ist Puma, der gleich fünf Vereine ausrüstet, gefolgt von Nike (4) und Capelli Sport (3). Auch Viktoria Köln trägt Puma und erhält dafür jährlich 100.000 Euro. Damit siedeln sie sich im unteren Bereich der Tabelle an. Nur Jena und Zwickau (80.000 Euro) und Meppen (50.000 Euro) bekommen weniger. Durch den Ausrüster-Wechsel von Uhlsport zu Nike konnte der 1. FC Kaiserlautern sich nun mit Einnahmen von 700.000 Euro jährlich die Spitzenposition sichern. Auf Platz zwei liegen Duisburg und Münster mit 500.000 Euro. Das Gesamtvolumen für Ausrüster in der 3. Liga beträgt 4,18 Millionen Euro, ein Paket kostet demnach im Schnitt 209 000 Euro.

Auch wenn die Sponsoringerlöse in der 3.Liga sich in den letzten Jahren positiv entwickelten, der Abstand zur 2. Bundesliga wird in absehbarer Zeit nicht zu verkürzen sein. Während alle Drittligisten für Trikot, Ärmel und Ausrüster zusammen 14,4 Millionen Euro kassieren, erlösen die 18 Zweitligisten für die gleichen Pakete rund 45,9 Million Euro. Viktoria Köln gelang es, sich für Aufsteiger-Verhältnisse gut zu vermarkten. Zu den Dimensionen der finanziellen Spitzenreiter wie 1860 München und Braunschweig ist es jedoch noch ein weiter Weg.

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