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Sportler in ungewöhnlichen Disziplinen

Die meisten Athleten üben in ihrer Karriere nur einen Sport aus. Manchen ist das aber nicht genug, sie wollen sich auch in anderen Sportarten ausprobieren.
Barthez

Den ehemaligen französischen Weltklasse-Keeper Fabien Barthez (rechts) verschlug es nach der Fußball-Karriere zum Rennsport (Foto: Twitter)

Paradiesvögel, Maskottchen, verrückte Fans – die Welt des Sports hat wirklich viele Kuriositäten zu bieten. Dazu gehören auch Athleten, die in einer Sportart bekannt geworden sind, die sich dann aber einer anderen Disziplin verschreiben. Dafür gibt es einige prominente Beispiele.

Michael Jordan: Vom Basketball zum Baseball

Es war eine überraschende Ankündigung, die Michael Jordan im Oktober 1993 machte. Er, der bis dahin drei Mal NBA-Champion mit den Chicago Bulls wurde, wollte „seinem“ Sport im Alter von 30 Jahren den Rücken zukehren. Stattdessen strebte er an, im Baseball Fuß zu fassen – ganz so, wie er es seinem Vater einst versprochen hatte. Im Februar 1994 unterschrieb Jordan einen Vertrag bei den Chicago White Sox.

Für deren unterklassiges Farm-Team, die Birmingham Barons, spielte er bis zum März 1995, zeigte dabei aber ein eher mäßiges Talent. Dann gab er seinen Rücktritt vom Baseball bekannt und sagte auf einer Pressekonferenz nur einen kurzen Satz: „I’m back!“ Am nächsten Tag stand Jordan wieder mit seinen Chicago Bulls auf dem Basketballfeld und gewann mit ihnen zwischen 1995 und 1998 drei weitere Meisterschaften.

Ein Fußballer im Wrestling-Ring

Eine eher ungewöhnliche Entscheidung traf auch der einstige Fußballer Tim Wiese im Jahr 2014. Wiese hatte zuvor für Werder Bremen und die TSG Hoffenheim im Tor gestanden und auch sechs Länderspiele für die deutsche Nationalmannschaft absolviert. Als er Ende 2013 in Hoffenheim aussortiert wurde, hielt er sich verstärkt im Fitnessstudio auf und trainierte sich eindrucksvolle Muskeln an.

Sein Körperbau weckte bald das Interesse der Wrestling-Liga WWE, die Wiese im November 2014 erstmals bei einer Show in Frankfurt auftreten ließ. Im September 2016 trainierte Wiese für eine Woche in einer WWE-Wrestling-Schule in den USA, zwei Monate später nahm er bei einer WWE-Veranstaltung in München als Tim „The Machine“ Wiese an einem Kampf teil. Bald darauf trat Wiese aber von seiner Karriere als Wrestler zurück, da er sich nicht vorstellen konnte, dafür in die USA zu ziehen.

Tim Wiese

Tim Wiese war einst Torwart, bevor er sich dazu entschied, eine Wrestling-Karriere zu beginnen (Foto: Instagram)

Athleten im Motorsport

Verschiedene Sportler haben sich im Laufe der Zeit im Motorsport versucht – aber erst, nachdem sie ihre Karriere in der Sportart beendet haben, in der sie bekannt geworden sind. Ein gutes Beispiel ist der ehemalige Skispringer Sven Hannawald. Der Olympiasieger und zweifacher Weltmeister hatte sich selbst ein Denkmal gesetzt, als er in der Saison 2001/2002 alle vier Springen der Vierschanzentournee gewann. Das war vor ihm noch keinem Skispringer gelungen.

Hannawald beendete im August 2005 seine Karriere als Skispringer, kehrte aber bald wieder in den Sport zurück – als Rennfahrer. Erste Rennen fuhr er schon seit 2005, im Jahr 2008 nahm er dann in einem Porsche an mehreren Wettbewerben der ADAC GT Masters teil. In der Saison 2010 war Hannawald fester Fahrer des Teams Callaway Competition bei den ADAC GT Masters. Dabei gelangen ihm zwei zweite Plätze und die Vizemeisterschaft in der Kategorie der Amateure. Auch 2011 war Hannawald fester Fahrer in der Rennserie und beendete sie auf Rang vier der Amateurwertung. Zwischen 2012 und 2015 war Hannawald dann nur noch bei einigen Rennen aktiv.

Ebenfalls in den Rennsport ging es für den ehemaligen Torwart Fabien Barthez. Der wurde 1998 mit der französischen Nationalmannschaft Welt- und 2000 Europameister. Außerdem gewann er zahlreiche weitere Titel mit seinen Clubs. Nachdem Barthez im Jahr 2007 seine Karriere beendet hatte, zog es ihn in den Motorsport. Er nahm an vereinzelten Rennen des Porsche Carrera Cup France teil und war in anderen Meisterschaften aktiv.

Sein erstes Rennen gewann er 2012 in der FFSA-Serie, ein Jahr später wurde er französischer GT-Meister. Bislang startete Barthez drei Mal bei den legendären 24 Stunden von Le Mans, seine beste Platzierung war dabei Rang zwölf im Jahr 2016.

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