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Sport mit künstlichem Gelenk

Ob Schulter, Knie oder Hüfte – die Gelenke des menschlichen Körpers werden vor allem von Sportlern stark beansprucht. Die Experten der KLINIK am RING – KÖLN informieren darüber, welche Möglichkeiten künstliche Gelenke bieten.

Aktiv sein klappt auch mit künstlichem Gelenk (Foto: imago/Westend61)

In einem gesunden Gelenk wirkt der Knorpel wie Stoßdämpfer. Bei starker Belastung oder altersbedingt können an der Knorpeloberfläche jedoch Risse entstehen. Werden solche Schäden zu spät behandelt bzw. nicht richtig diagnostiziert, verschleißt der Knorpel nach und nach immer mehr und kann seine Funktion als Puffer im Gelenk nicht mehr erfüllen. Wenn der Gelenkspalt stellenweise völlig aufgebraucht ist, reiben Knochen auf Knochen. Die Folge sind Bewegungsschmerzen, im fortgeschrittenen Stadium aber auch Ruheschmerzen.

Spätestens wenn der Knorpel großflächig aufgebraucht ist, deformiert sich der Knochen und die Bewegungsfreiheit des Gelenks schränkt sich mehr und mehr ein. „Arthrose ist die am häufigsten auftretende Gelenkerkrankung. Vor allem ältere Menschen sind sehr oft betroffen“, sagt Dr. Stefan Preis, Leitender Arzt der Praxis für Orthopädie und Sporttraumatologie an der KLINIK am RING – KÖLN. Wenn sich durch konservative Behandlungen wie Physiotherapie, Salben, Tabletten oder auch Spritzen die Beschwerden nicht dauerhaft bessern lassen, muss eine Operation erwogen werden.

Künstliche Gelenke

Liegt ein erheblicher Gelenkverschleiß, eine Arthrose vor, ist der Ersatz der verschlissenen Gelenkflächen häufig die einzige Möglichkeit wieder eine gute Lebensqualität zurück zu gewinnen. „Beim sogenannten „künstlichen Gelenk“, einer Endoprothese, wird nicht, wie fälschlicherweise häufig angenommen, zwangsweise das gesamte Gelenk ersetzt, vielmehr versuchen wir Gelenkspezialisten heute möglichst viele gesunde körpereigene Strukturen zu erhalten“ erklärt Dr. Stefan Preis. Es werden nur die Anteile des Gelenks ersetzt, die wirklich verschlissen sind. Beispielsweise werden an Knie- und Schultergelenken, soweit dies im individuellen Fall sinnvoll ist, nach Möglichkeit nur die verschlissen Gelenkflächen überkront, ohne dass die Bänder oder wesentliche Knochenanteile entfernt werden.

Prothese ist also nicht gleich Prothese. In Sachen Typus, Größe und Material wird je nach Patient individuell entschieden, welche Spezialteile im jeweiligen Fall verwendet werden. Sehr gute Operationsergebnisse sind für das Hüftgelenk schon lange bekannt. Gerade aber bei Ersatzoperationen am Knie- und Schultergelenk hat es in den zurückliegenden Jahren sehr positive Entwicklungen gegeben. Die Haltbarkeit eines künstlichen Gelenkes ist zwar begrenzt, Dank der Fortschritte in der Prothesenentwicklung halten diese allerdings mittlerweile circa 15 bis 25 Jahre und können bei Bedarf gewechselt werden.

Operationstechniken

Die meisten Gelenkoperationen werden heutzutage in Vollnarkose durchgeführt. Die Operationsdauer liegt zwischen einer und eineinhalb Stunden. Um einen Einstieg zum Gelenk freizulegen, wird die Muskulatur beim minimalinvasiven Zugang mit sogenannten Wundhaken zur Seite gezogen. Durch diese Technik wird eine Durchtrennung von Muskeln vermieden. Anschließend kann die Endoprothese vom Spezialisten passgenau eingesetzt werden.

Grundsätzlich unterscheidet man Prothesen die mit „Knochenzement“, vergleichbar einem Zweikomponenten-Kleber, mit dem Knochenlager fixiert werden und sogenannte zementfreie Systeme. Hierbei verwachsen Knochen und Prothese miteinander und geben ihr dadurch dauerhaften Halt. Welches Verfahren im individuellen Fall das Geeignete ist hängt von zahlreichen Faktoren, insbesondere auch vom Alter des Patienten ab.

Sport nach der OP

Nach dem Eingriff sollte der Patient möglichst schnell wieder mobilisiert werden. Gehübungen sind beispielsweise ab dem ersten Tag nach der Operation empfehlenswert. Meist sollten während der ersten zwei Wochen Gehstöcke zur Entlastung genutzt werden. Physiotherapie und eine gezielte Krankengymnastik unterstützen den Heilungsverlauf. Es ist mit einem Klinikaufenthalt von ca. einer Woche zu rechnen. Die weitere Rehabilitation erfolgt entweder während eines etwa dreiwöchigen Aufenthaltes in einer entsprechenden Reha-Klinik, sie kann jedoch gegebenenfalls auch ambulant erfolgen. Über die weitere Fortführung von physiotherapeutischen Behandlungen sollte individuell entschieden werden. Bereits nach wenigen Wochen sollte der Patient sich im Alltag wieder ohne Probleme bewegen können.

Grundsätzlich kann und soll mit einem künstlichen Knie-, Hüft- oder Schultergelenk auch Sport getrieben werden. Welche sportlichen Aktivitäten möglich bzw. sinnvoll sind und mit welcher Intensität sie betrieben werden können, muss der behandelnde Arzt mit dem Patienten ganz individuellbesprechen. „Es liegt auf der Hand, dass nach Gelenkersatz wie auch beim gesunden Gelenk gilt, dass runde sanfte Bewegungen langfristig besser verträglich sind, als Sportarten mit stop-and-go-Bewegungen oder Sportarten mit hohem Verletzungsrisiko. Zielsetzung muss sein, dem Patienten bzw. Sportler nach einer Gelenkersatzoperation langfristig zu einer guten Lebensqualität zu verhelfen und nicht durch übertriebenen Sport das gute OP-Ergebnis zu gefährden“, erklärt Dr. Stefan Preis.
Die Experten der KLINIK am RING – KÖLN haben sehr umfangreiche Erfahrung in der Behandlung von Arthrose. Sie sind Spezialisten für Gelenkersatzoperation von Knie- Schulter- und Hüftgelenken und setzen jährlich mehrere hundert künstliche Gelenke ein. 2004 gründeten sie das WESTDEUTSCHE KNIE & SCHULTER ZENTRUM

Herr Dr. Preis, wann sollte bei Gelenkverschleiß an eine Gelenkersatzoperation, eine Endoprothese, gedacht werden?

Es sollte grundsätzlich nicht zu früh aber auch nicht zu spät operiert werden. Letztendlich steht die Lebensqualität des Patienten im Vordergrund. Wenn konservative Maßnahmen nicht mehr helfen ist eine Gelenkersatzoperation ein Segen für den Patienten. Immer wieder hören wir vom Patienten „ … hätte ich gewusst wie gut es mir nach der Operation geht, hätte ich den Eingriff viel früher machen lassen.“ Zudem ist es häufig sinnvoller rechtzeitig eine kleine Reparatur, wie beispielsweise einen Teilgelenkersatz vorzunehmen, als später das völlig verschlissene Gelenk komplett zu ersetzen.

Wie sind die Behandlungsergebnisse nach einer Gelenkersatzoperation?

Die OP-Technik und die zur Verfügung stehenden Implantate haben sich in den letzten 10-15 Jahren außerordentlich verbessert. In der Hand von Spezialisten gelten Gelenkersatzoperationen heutzutage als risikoarm und zeigen in aller Regel hervorragende Ergebnisse. Besonders gut sind vor allem die Fortschritte im Bereich von Schulter- und Kniegelenk-Endoprothesen. Galten diese Gelenke früher als eher kritisch, bedeuten nicht zuletzt die hohe Patientenzufriedenheit und lange Haltbarkeit auch dieser Prothesen einen großen Fortschritt in der Medizin.

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