Köln.Sport

Endlich widder do!

Der 1. FC Köln hat am Montagabend mit einer eindrucksvollen Leistung die Bundesliga-Rückkehr perfekt gemacht. So findet eine Saison voller Höhen und Tiefen ein Happy End. Der Köln.Sport-Kommentar zum Aufstieg.
Aufstieg

Endlich widder do: Der 1. FC Köln ist zurück in der Bundesliga! (Foto: imago images/Jan Huebner)

Als am vorletzten Spieltag der vergangenen Bundesliga-Saison mit einer (erneut) grotesken Niederlage der Abstieg in Freiburg endgültig besiegelt wurde, haben sämtliche FC-Fans den gestrigen Montag bereits herbeigesehnt. „Nur ein Jahr, dann simmer widder do“, dem Kölschen Selbstverständnis entsprechend. Und das Warten auf diesen Montag wurde in den vergangenen Wochen immer sehnlicher, als eine schlechte Nachricht die nächste jagte und Trainer Markus Anfang seinen Hut nehmen musste. Dem FC drohte, die Puste auszugehen – wobei sie wohl auch ohne weiteren eigenen Punkt sicher als Meister aufgestiegen wären. Das alles ist jetzt jedoch Schnee von gestern. Und wer die feiernden Fans auf dem Betonauto am Friesenplatz gesehen hat, weiß, dass die schmerzlichen Erinnerungen aus der Spielzeit nicht allzu lange im Gedächtnis bleiben dürften.

Dennoch: Obwohl der FC beim Blick auf die Tabelle letztlich über die gesamte Saison gesehen souverän aufgestiegen ist, muss die Frage erlaubt sein, ob die zweite Liga dem FC das gebracht hat, was man sich vom Abstieg erhofft hat. Ein neuer Spielstil sollte her, der FC sich unter einem Konzepttrainer neu entwickeln und künftig ein anderes Gesicht zeigen als die spielerisch überwiegend uninspirierten Auftritte der letzten Jahre. Dieses Experiment ist gescheitert – doch in solchen Momenten gehört es sich auch nicht, auf den kürzlich entlassenen Trainer „draufzuhauen“, schließlich hatte Markus Anfang einen erheblichen Anteil am Gelingen des Aufstiegs. So dürfte er gestern auch mit verbissenem Blick auf der Couch gesessen und seiner ehemaligen Mannschaft leicht verbittert zugeschaut haben.

Im Endeffekt war es eine Saison voller Höhen und Tiefen, mit berauschenden Spielen wie gegen Dresden oder zuhause gegen Kiel, mit peinlichen Auftritten wie in der Hinrunde in Hamburg oder beim Auswärtsspiel in Paderborn. Eine Saison, die Gewinner (Córdoba, Schaub, Drexler) hatte und auch Verlierer (die gesamte rechte Seite) hervorbrachte. Und eine Saison, in der die zweite Liga zwar akzeptiert, aber nie so recht angenommen wurde, man sei ja ohnehin nur auf der Durchreise. Im Endeffekt hat das Unterfangen geklappt, und wie so oft bleibt zu hoffen, dass es sich um die vorerst letzte Aufstiegsparty handelt. Denn dort, wo der FC seinem Selbstverständnis nach hingehört, sollte er nun auch erstmal bleiben. Wie das klappen soll, ist jedoch erstmal ein Fall für nächste Saison. Jetzt darf erstmal gefeiert werden. Denn diese anstrengende Zweitliga-Saison ist endlich vorbei. Und der FC endlich widder do!

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