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Diagnose Kreuzbandriss

Besonders junge Menschen erleiden immer häufiger schwere Kreuzbandverletzungen. Die Gründe dafür sind ebenso wie die optimalen Behandlungsmethoden sehr individuell.
Kreuzbandriss

Foto: imago images / PhotoAlto

Es ist der Alptraum eines jeden Sportlers. Ein Sturz oder eine missglückte Landung nach einem Sprung – schon ist es passiert. Die Diagnose Kreuzbandriss wird in den letzten Jahren immer öfter gestellt, vor allem junge Aktive in Sportarten sind häufig betroffen. Immer höhere Intensität und fehlende Regeneration sind nur zwei von vielen Ursachen für die erhöhte Anfälligkeit.

In über 90 Prozent der Fälle reißt das vordere Kreuzband im Kniegelenk, das deutlich anfälliger als das hintere ist. „Eine Kreuzbandruptur ist insbesondere für Sportler eine niederschmetternde Diagnose, allerdings ist die Behandlung heutzutage deutlich individueller und damit auch besser, als es noch vor einigen Jahren der Fall war“, erklärt Dr. Christoph Bruhns, Chefarzt der Abteilung Sportorthopädie und Arthroskopie am Eduardus-Krankenhaus.

Er und sein Team sind auf arthroskopische Operationen aller Gelenke spezialisiert und führen jedes Jahr 400 Kreuzbandoperationen durch. Bevor ein Patient mit einer Kreuzbandverletzung allerdings operiert wird, erwägen die Spezialisten zunächst einmal die Möglichkeit einer konservativen Therapie.

„Die Behandlung hängt von verschiedenen Faktoren ab. Wie schwer ist die Verletzung, wie instabil das Knie? Gibt es Begleitverletzungen? Die Aktivität und das Alter des Patienten sind ebenfalls wichtig“, so Dr. Christoph Bruhns. Bei Sportlern in jungem Alter empfiehlt der Arzt in der Regel eine OP. Bei älteren Patienten mit geringem körperlichen Anstrengungsniveau oder ausschließlicher hinterer Kreuzbandverletzung hat die konservative Behandlungsmethode eine gute Prognose.

Arthroskopischer Eingriff

In jedem Fall ist bei einem Kreuzbandriss die schnelle und richtige Behandlung entscheidend, da sonst eine chronische Instabilität des Knies die Folge sein kann. „Gerade hintere Kreuzbandverletzungen werden häufig übersehen“, warnt Dr. Bruhns, dessen Expertise auch die Profis von Fortuna Köln vertrauen.

So individuell wie die Entscheidung, ob eine Operation bei einer Kreuzbandverletzung notwendig ist, gestaltet sich auch die – wenn nötig – OP selbst. Die Zeiten, in denen sich Ärzte bei der Kreuzbandplastik der immer gleichen Sehne zur Transplantation bedienten, sind vorbei. „Bei einem Ringer würde man beispielsweise eine andere Sehne nehmen als bei einem Fußballer.

Heute entscheiden wir je nach Geschlecht und ausgeübter Sportart eines Patienten, ob für die Kreuzbandrekonstruktion Sehnen aus der hinteren Oberschenkelmuskulatur oder dem Quadrizeps genutzt werden“, erklärt Dr. Christoph Bruhns. Doch nicht nur der Eingriff, auch die mehrmonatige Reha-Phase entscheidet darüber, ob Patienten ihr Knie wieder problemlos belasten können.

„50 Prozent des Erfolges beim Kreuzband ist die OP, 50 Prozent die Nachbehandlung“, mahnt der Chefarzt der Abteilung Sportorthopädie und Arthroskopie am Eduardus-Krankenhaus. Erst nach sechs Monaten fachgerechter Physiotherapie sollte ein sogenannter „Return-to-Competition“-Test Aufschluss darüber geben, ob das Knie wieder voll belastbar ist oder noch weitere Reha-Maßnahmen vonnöten sind.

Kreuzbandriss

Dr. Christoph Bruhns (Foto: Michael Albers Köln)

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