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„Wollen drei Punkte“

Werder Bremens Mittelfeldspieler Nuri Sahin (31) hat für das Bundesliga-Auswärtsspiel bei Bayer 04 Leverkusen einen Sieg gefordert. „Uns fehlen fünf Punkte: Die gegen Hertha und gegen Düsseldorf. Die müssen wir mit Big Points woanders wieder reinholen“, sagte der ehemalige Dortmunder im Interview mit Amazon und ergänzte: „Wir wollen auch in Leverkusen drei Punkte holen.“ Bremen hinkt mit nur neun Punkten aus den ersten acht Spielen als Tabellenzwölfter den eigenen Ansprüchen hinterher und gastiert am Samstag (18.30 Uhr) in der BayArena, wo Leverkusen seinerseits die Niederlagen gegen Frankfurt (0:3) und Atletico Madrid (0:1) vergessen machen will. Im Interview spricht der Deutsche Meister von 2011 außerdem über seine Situation bei Werder, den Einfluss sozialer Medien auf das Fußballgeschäft und die Sehnsucht, nochmal einen Pokal in den Händen zu halten.

Das letzte Heimspiel gegen Werder Bremen verlor Leverkusen im März mit 1:3. (Bild: Imago Images/ DeFodi)

Nuri Sahin über …

… seine aktuelle Form: „Ich glaube, ich bin im Moment der konstanteste Nuri Sahin der letzten Jahre. Bis auf das Leipzig-Spiel konnte ich in dieser Saison bisher immer spielen. Ich habe schon beim BVB unter Peter Bosz gezeigt, dass man auf mich zählen kann, wenn ich meinen Rhythmus habe. Ich bin gerade wieder im Rhythmus und daher auch überzeugt, dass ich eine gute Rolle spielen kann.“

… Werder Bremens Status quo: „Uns fehlen fünf Punkte: Die gegen Hertha und gegen Düsseldorf. Die müssen wir mit Big Points woanders wieder reinholen. Bei unserer Zielsetzung müssen wir die nächsten Heimspiele gewinnen. Wir wollen auch in Leverkusen drei Punkte holen. Wir sind auf einem guten Weg, müssen aber auch anfangen dreifach zu punkten. Immer eine gute Leistung zu loben, aber nur Unentschieden zu spielen, bringt uns auch nichts. Ich hätte gedacht, dass wir dieses Jahr schon weiter sein würden – das wären wir auch, hätten wir nicht so viele Verletzte. Wir haben eine sehr stabile Grundlage und einen Trainer, der uns konstant weiterentwickelt. Ich spüre, dass der Verein realistisch bleibt. Deswegen glaube ich, dass wir gute Zeiten erleben werden.“

… seine Karriere: „Ich hatte bisher eine erfolgreiche Karriere, sicher mit Höhen und Tiefen und leider mit einigen Verletzungen. Ich habe mich bei all meinen Vereinen durchgesetzt – außer in Madrid, wo ich nur kurz und ungeduldig war. Ich hoffe, dass die Karriere noch den krönenden Abschluss findet: Ich möchte noch einmal etwas gewinnen und einen Pokal in der Hand halten. Davon ein Foto mit meinen Kindern, wäre schön. Das fehlt noch.“

… seinen am Saisonende auslaufenden Vertrag: „Beide Seiten wissen, was sie aneinander haben. Bis zum Sommer ist noch viel Zeit. Ich selbst bin auch sehr glücklich in Bremen. Alles andere wird man sehen.“

… die veränderten Bedingungen des Profifußballs im Lauf seiner Karriere: „Wir müssen aufpassen, denn es gibt nur noch Extreme. Man kann Dinge gar nicht mehr sachlich betrachten, denn alle wollen immer nur extrem gut oder extrem schlecht. Ich bin froh, auch noch eine andere Zeit miterlebt zu haben, in der es noch etwas humaner zuging. In den letzten zehn, fünfzehn Jahren hat sich der Fußball extrem verändert. Der Hype um mich war ja schon sehr groß, verglichen mit heute war das aber Peanuts. 2005 gab es noch kein Social Media – das ist ein krasser Unterschied zu heute. Wenn die jungen Spieler heute Profi werden, haben sie oft schon 150.000 oder 200.000 Follower. Alles, was sie in der Jugend machen, wird schon beäugt. Bei uns war das nicht so, wir hatten mehr Ruhe. Dazu ist das Verständnis von Hierarchie ein anderes. Ich finde nicht gut, wie sich das Selbstverständnis von manch jungem Spieler in der Kabine verändert hat. Auf der anderen Seite muss man auch sagen, dass die jungen Spieler immer besser, schneller, stärker werden. Sie sind viel besser ausgebildet als wir damals. Das hat sich im Positiven verändert.“

 

 

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