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„Zwischen uns gab es nie ein böses Wort“

Quelle: Kahle Motorsport / DPPI

Als Navigator des siebenfachen deutschen Rallyemeisters Matthias Kahle ist Dr. Thomas M. Schünemann wichtiger Bestandteil des ambitionsreichen HS RallyeTeams.

In fünf Tagen fällt der Startschuss zur Rallye Dakar. Kurz vor dem Abflug nach Buenos Aires spricht Dr. Thomas M. Schünemann, Navigator im SMG-Diesel-Buggy des HS RallyeTeams, über seine Ziele für die Dakar und die Zusammenarbeit mit Matthias Kahle. Thomas, das HS RallyeTeam war mit Gesamtrang Zehn die Überraschungsmannschaft der vergangenen Rallye Dakar. Könnt ihr dieses Resultat überhaupt noch verbessern?

Definitiv, ja. Wir haben unseren SMG-Buggy dieses Jahr intensiv überarbeitet. Bremse, Motorleistung, Federung, Traktion – in all diesen Bereichen haben wir den Buggy im Vergleich zur letzten Dakar verbessert. Das sollte uns ein gutes Stück näher an die Spitze heranbringen. Im Januar 2011 waren wir eine der großen Überraschungen, jetzt wollen wir beweisen, dass wir kein One-Hit-Wonder sind. Wir wollen noch besser abschneiden als vor einem Jahr und zum dritten Mal in Folge die Buggy-Wertung gewinnen.

Die Dakar steuert 2012 erstmals Peru an. Wie gefällt Dir das neue Konzept?

Ich bin immer ein Freund von neuen Herausforderungen, deswegen freue ich mich ganz besonders auf die letzten vier Dakar-Tage in Peru. Im Vorfeld erhalten wir vom Veranstalter sehr wenige Informationen über die Route, die Bordbücher mit der genauen Streckenführung werden ja immer erst am Abend vor der jeweiligen Etappe herausgegeben. Ich weiß bisher nur, dass uns viel Sand und Dünen erwarten. Aber das erhöht den Reiz noch mehr – wir lassen es einfach auf uns zukommen.

Kommen wir zu den bekannten Strecken in Argentinien und Chile. Welche Etappen sind in Deinen Augen die schwierigsten?

Ich persönliche habe sehr großen Respekt vor den weißen Dünen von Fiambalá, die am fünften Tag gefahren werden. Die Speziale ist mit 177 Kilometern zwar relativ kurz, aber vom Gelände her schwieriger zu befahren als die Atacamawüste. In den Dünen der Atacama haben wir in den vergangenen Jahren immer sehr, sehr gut ausgesehen und viele Plätze gewonnen. Fiambalá hingegen ist für uns so etwas wie ein rotes Tuch. Wenn wir in den letzten Jahren Probleme hatten, dann war es immer hier. Das soll sich jetzt natürlich ändern.

Bei der Dakar verbringen Matthias und Du zwei Wochen am Stück auf engstem Raum. Kommt es da auch mal zu Spannungen zwischen Euch?

Da muss ich euch leider enttäuschen. Wir teilen uns seit sieben Jahren das Cockpit, haben 50.000 Kilometer Seite an Seite zurückgelegt und zwischen uns gab es noch nie ein lautes oder böses Wort. Wir sind über die Jahre gute Freunde geworden und ich denke, dass wir uns als Team sehr gut ergänzen. Meiner Meinung nach kann man eine Dakar nicht mit jemandem bestreiten, mit dem man sich nicht sehr gut versteht. Ich kann mir keinen besseren Fahrer vorstellen als Matthias.