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„Wir sind auf einem guten Weg“

Quelle: Imago

Einer, der vorangeht und auch einmal laut werden kann: Michael Rensing, seit der vergangenen Rückrunde in Köln, avancierte zum starken FC-Rückhalt und Führungsfigur.

Er ist der große Rückhalt des FC. Torwart Michael Rensing sprach mit Köln.Sport über seinen Stellenwert im Team, Gänsehaut im Stadion – und die Nationalmannschaft.

Herr Rensing, wie sehen Sie Ihren Stellenwert im Team des 1. FC Köln, gerade nach Ihrer überragenden Rückrunde 2010/11?

Das müssen andere beurteilen. Dennoch denke ich, dass ich mir, seit ich beim FC bin, durch meinen Umgang mit Mitspielern und Verantwortlichen etwas erarbeitet habe. Grundsätzlich muss dabei die Leistung stimmen. Wir sind, was Verantwortung angeht, breit aufgestellt.

Die Fans hier haben ein sehr gutes Gespür dafür, welcher Spieler alles für den Verein gibt. Die letzten Heimspiele zeigen, dass Sie schon ein gutes Standing bei den Kölnern haben. Ist es Ihnen wichtig, dass die Fans Sie akzeptieren?

Entscheidend ist, dass die Fans sehen, dass man als Spieler alles gibt. Selbst wenn man verliert, müssen die Leute sehen, dass man alles versucht hat. Dann wird man hier in Köln nach dem Spiel auch trotz einer Niederlage beklatscht.

Gänsehauterlebnisse im Stadion

Als Ex-Bayer haben Sie einen guten Vergleich zur Fanszene in München. Was macht die Fankultur in Köln besonders?

Weder in München noch vom Hörensagen von anderen Vereinen habe ich so fanatische Zuschauer erlebt. Die ganze Stadt freut sich und leidet mit dem FC. Jedes Mal, wenn ich auf den Platz laufe, kriege ich eine Gänsehaut, die Fans sind hier wirklich etwas ganz Spezielles.

Erhöht es denn nicht auch den Druck, wenn man weiß, dass die ganze Stadt mitfiebert?

Ich nehme das nicht als Druck wahr, sondern finde es cool. Aus meiner Bayern-Zeit kenne ich es ja noch: Wenn man hierher kommt, weiß man, dass es im Stadion richtig abgeht. Wir können stolz darauf sein, solche Fans im Rücken zu haben.

Sie sind Mitglied des Mannschaftsrates. Wie sehen Sie Ihre Aufgaben in der Mannschaft als Torwart, aber auch als Führungsspieler?

Das ist hier nicht anders als in anderen Profi-Vereinen. Sollte innerhalb der Mannschaft einmal ein Problem auftreten, wird dies im Mannschaftsrat diskutiert und dann im Team oder bei den Verantwortlichen angesprochen. Selbstvertrauen ist eine Eigenschaft, die dabei hilft.

Kann man diese Eigenschaft erlernen oder muss man Führungsqualitäten im Blut haben?

Das weiß ich nicht. Ich bin auf jeden Fall einer, der nie zufrieden ist, wenn er sich noch verbessern kann. Zusammen mit meiner Erfahrung macht mich das zu dem, der ich jetzt bin.

Nationalmannschaft derzeit kein Thema

Was sind neben der Leistung wichtige Charakteristika eines Führungsspielers, so wie Sie ihn interpretieren?

Man muss bereit sein, auch unbequeme Dinge anzusprechen und die Fähigkeit besitzen, die anderen mitzureißen und anzuspornen. Ab und zu ist es vonnöten, auf dem Platz auch mal lauter zu werden und ein Zeichen zu setzen. Wenn man der Typ dafür ist, überlegt man nicht, sondern es passiert einfach. Gerade in schwierigen Phasen ist es wichtig, mehrere Spieler auf dem Platz zu haben, die die Brust rausdrücken und den anderen signalisieren, dass es weitergeht, wir uns wehren und uns gegen die schwierige Phase stemmen müssen.

Sie galten über Jahre hinweg als das deutsche Torwarttalent. Jetzt kommen sehr viele junge Keeper nach. Spielt das Thema Nationalmannschaft bei Ihnen irgendwo im Hinterkopf noch eine Rolle, oder haben Sie das abgehakt?

Da denke ich überhaupt nicht drüber nach. Natürlich ist es aber der Traum jedes Spielers, irgendwann einmal in der Nationalmannschaft zu spielen – und ich werde versuchen, wieder eine gute Saison zu spielen. Im Moment beschäftige ich mich aber nur mit dem 1. FC Köln, und da sehe ich uns gerade nach den Spielen in Leverkusen und zuhause gegen Hoffenheim auf einem guten Weg.

Mehr über Michael Rensings Führungsqualitäten erfahren Sie in der aktuellen Köln.Sport-Ausgabe 10/11, die am 29. September erschienen ist.