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Viktoria: Im Glauben an die Sensation

Die Mannschaft von Viktoria Köln

Als Team in die zweite Pokalrunde: Der FC Viktoria Köln will die Überraschung des Vorjahres, als Union Berlin geschlagen wurde, wiederholen
Foto: imago/Eibner

Am Samstag (15.30 Uhr) hofft der FC Viktoria Köln auf die nächste Pokalsensation. Gegner im Sportpark Höhenberg ist Zweitligist 1. FC Nürnberg. 

Der vielleicht lauteste Jubelschrei, den die rechte Rheinseite je gehört hat, ist datiert auf den 8. August 2015. Alles schien seinen normalen Weg zu gehen, als Zweitligist Union Berlin in der 1. Hauptrunde des DFB Pokals beim zwei Klassen tieferen FC Viktoria Köln in Führung ging. Doch die Kölner schlugen zurück, erwischten die Hauptstädter eiskalt und sorgten nach Toren von Mike Wunderlich und Jules Reimerink für eine dieser Sensationen, für die wir die erste Pokal-Runde lieben. 378 Tage später will die Viktoria zum Wiederholungstäter werden. Das Opfer: der 1. FC Nürnberg.

Viktoria Köln liebt den Pokal. Am Mittelrhein sind die Höhenberger seit über dreieinhalb Jahren ungeschlagen, die letzte Niederlage gab es am 12. Januar 2013, als man Alemannia Aachen im Elfmeterschießen 2:5 unterlag. Mike Wunderlich ist der einzige verbliebene Zeuge des letzten Ausscheidens. Die Belohnung: Dreimal in Folge durfte der Kapitän den Cup in den Himmel stemmen. Im Mai dieses Jahres verteidigten die Rechtsrheinischen den Pokal nach einem Derby-Drama im Elfmeterschießen gegen Erzrivale Fortuna Köln (7:6) erneut und retteten so eine verkorkste Saison.

So dürfen die Höhenberger nun zum vierten Mal in den vergangenen drei Jahren Gastgeber eines Profiklubs zu einem DFB Pokalspiel sein. 2014 scheiterte die Viktoria trotz ansprechender Leistung an Bundesligist Hertha BSC (2:4), ließ ein Jahr später erneut gegen einen Hauptstadtklub eine Topleistung folgen, sorgte für die Sensation und den Einzug in die zweite Runde. Dort erwischten die Kölner zuerst ein schweres Los und dann einen schlechten Tag. Gegen den Champions League-Teilnehmer Bayer Leverkusen gab es eine erwartete Niederlage, die mit 0:6 jedoch für den Geschmack aller Höhenberger etwas zu deutlich ausfiel.

Nun soll, ganz nach dem Vorbild Union Berlin, eine weitere Pokal-Überraschung folgen. Die Vorzeichen könnten schlechter sein. Der 1. FC Nürnberg, in der Vorsaison erst in der Relegation am Bundesliga-Aufstieg gescheitert, startete trotz Aufstiegs-Ambitionen schlecht in die Saison. Der „Club“ musste sich nach zwei Remis gegen Aufsteiger Dynamo Dresden und den 1. FC Heidenheim (beide 1:1) bereits zu diesem frühen Zeitpunkt der neuen Spielzeit einiges an Kritik anhören. In ihrer Rubrik „Club-Geflüster“ sprachen die Nürnberger Nachrichten bereits davon, dass Viktoria beim FCN für „Panikattacken“ sorgt und prognostiziert akute „Blamage-Gefahr“. Die Kölner, die sich in der letzten Saison vor allem gegen die Top-Klubs gut verkauften, wittern als Underdog zumindest eine rechnerische Chance auf eine erneute Sensation.

Daniel Sobolewski für Rheinfussball

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