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Trotz Kritik: FC nimmt an DFL-Aktion teil

Wegen "Bild"-Beteiligung: FC-Fans fordern Verzicht auf DFL-Aktion Foto: imago/Eibner

Wegen „Bild“-Beteiligung: FC-Fans fordern Verzicht auf DFL-Aktion
Foto: imago/Eibner

Trotz Kritik von einigen Fans: Der 1. FC Köln wird im Derby gegen Borussia Mönchengladbach mit dem Logo der „Bild“-Aktion „Wir helfen!“ auf dem Ärmel auflaufen.

Der 1. FC Köln wird beim Derby gegen Borussia Mönchengladbach wie geplant mit einem Logo der „Bild“-Aktion „Wir helfen“ auf dem Ärmel auflaufen. Das bekräftigte der Verein am Nachmittag gegenüber dem Köln.Sport-Magazin.Bundesliga-Sponsor Hermes hatte seinen Platz auf den Trikotärmeln für die Aktion „Wir helfen – #refugeeswelcome“ freigeräumt. Man sehe das Ganze als eine weitere Aktion, die Willkommenskultur in Deutschland zu unterstützen. Es gehe um die Botschaft, lässt der Klub ausrichten. Eine offizielle Stellungnahme werde der FC zu der Thematik nicht veröffentlichen.

Gleichwohl kursiert auf Twitter eine Antwort des FC-Fanservices an einen Fan, der sich an den Verein gewendet hatte. „Dass diese Botschaft von der BILD-Zeitung kommt, wird von ihnen und anderen Fans kritisch gesehen. Das respektieren wir. Jedoch halten wir als Club, der schon lange eine Willkommenskultur unterstützt, das Anliegen für richtig, eine gemeinsame Botschaft mit allen Clubs – auch gemeinsam mit dem Bundesliga-Lizenznehmer BILD – zu senden“, heißt es dort. Weiter betont man: „Vor dem Hintergrund der dramatischen Lage der hilfsbedürftigen Flüchtlinge sollten unserer Meinung nach auch Vorbehalte gegen BILD oder den Springer-Verlag zurückgestellt werden. Toleranz für Flüchtlinge einzufordern und zugleich mit Tweets wie #BILDnotwelcome eine ganze Zeitung und ihre Mitarbeiter auszugrenzen, das passt für uns nicht zusammen.“

Zuvor hatte in den sozialen Netzwerken der Verzicht des FC St. Pauli auf eine Teilnahme an der freiwilligen Aktion ein großes Echo hervorgerufen. Viele FC-Anhänger forderten den Klub dazu auf, es den Hamburgern gleichzutun, unter dem Hashtag „#BILDnotwelcome“ entbrannte eine breit gefächerte Diskussion zu diesem Thema. Grund für die Ablehnung: Die Aktion sei aus der Initiative der Boulevardzeitung „Bild“ hervorgegangen und wäre deshalb weder authentisch noch glaubwürdig. „Bitte lasst diese BILD-Logos nicht auf unsere Trikots, @fckoeln! Diese Zeitung und ihre Mitarbeiter sind einfach nur falsch!“, schreibt beispielsweise Twitter-Nutzer „seit1948″. FC-Blogger „spielbeobachter“ ergänzt: „Lieber @fckoeln, ich wär froh, wenn Ihr Euch eigenständig Pro #refugeeswelcome positionieren würdet & auf die Werbung für Bild verzichtet.“

Unterstützt werden die Kölner Anhänger dabei von der Fanorganisation „Unsere Kurve“, die die alle Bundesligisten zum Verzicht auf die Unterstützung der „Bild“-Aktion aufgerufen hat. „Alle anderen 35 Proficlubs sind aufgerufen, sich dem Weg von St. Pauli anzuschließen und der BILD-Zeitung keine Plattform zu bieten, die ihr nicht zusteht“, fordert die Interessensgemeinschaft. „Die Vereine können jetzt unter Beweis stellen, dass ihnen die Meinungen der Fans wichtig sind und deren Interessen in der täglichen Arbeit eine wichtige Rolle einnehmen und berücksichtigt werden müssen“, so „Unsere Kurve“ weiter.

Allein auf weiter Flur steht St. Pauli jedenfalls nicht: Neben den Hamburgern erteilte auch der 1. FC Union Berlin dem Ansinnen eine Absage. Der 1. FC Köln wird sich trotz der Forderung einiger seiner Anhänger in diese Reihe jedoch nicht einordnen.