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Toller Kampf reicht für Bad Neuenahr nicht

Quelle: Guido Kölzer

Peggy Kuzsnik spielte überragend, konnte die Niederlage allerdings auch nicht verhindern

Der SC 07 Bad Neuenahr in der Frauen-Fußballbundesliga verliert unglücklich mit 1:3 gegen den 1. FFC Frankfurt. Einen kleinen Hänger nach der Pause im Spiel der Kurstädter nutzte Frankfurt gnadenlos aus.

Der SC 07 Bad Neuenahr hatte lange Zeit gute Argumente gegen die Offensive der Frankfurter und konnte sich auch selber Torchancen herausspielen. Gegen den aktuelen DFB-Pokalsieger und Champions-League-Halbfinalisten reichte es nur deshalb nicht zu einem Punkt, weil die Kurstädterinnen sich in der zweiten Halbzeit eine kleine Auszeit nahmen, die durch die Frankfurterinnen sofort bestraft wurde. Frankfurt siegte letztendlich mit 1:3, doch dies konnte auch den Fans der Heimmannschaft nicht den Spaß verderben, da sie ein tolles, kampfbetontes Spiel ihrer Mannschaft gesehen hatten.

Was FFC-Trainer Sven Kahlert nach dem Spiel als „schwere Geburt“ bezeichnete, hätte bereits nach drei Minuten in eine komplett andere Richtung laufen können. Bei einer einstudierten Freistoßvariante kam Peggy Kuznik per Kopf an den Ball und verlängerte diesen zur freistehenden Coco Schröder, die aus kurzer Distanz Nadine Angerer im Frankfurter Tor per Kopf überwand. Doch das Tor, schon frenetisch von den Fans gefeiert, zählte aufgrund einer umstrittenen Abseitsentscheidung nicht. „Da haben wir Glück gehabt, denn ich glaube nicht, dass wir dieses Spiel dann noch gewonnen hätten,“ gab Kahlert im Pressegespräch zu. Es war so ziemlich die einzige zwingende Szene vor den Toren, zumindest in Halbzeit eins. Das lag auch vor allem daran, dass Frankfurt kein Mittel gegen die Defensive des SC fand.

Kahlert hatte in der Pause dann allerdings ein glückliches Händchen, indem er die Schweizer Nationalspielerin Ana Maria Crnogorcevic für die blasse Svenja Huth einwechselte. Fünf Minuten nach der Pause wurde ein Schuss von Dszenifer Maroszan durch die vielbeinige SC-Abwehr abgefälscht und fiel Crnogorcevic vor die Füße, die keine Mühe hatte, Almuth Schult zu überwinden. Der SC 07 wehrte sich weiter nach Leibeskräften, konnte aber nun die eine oder andere Torchance des FFC nicht verhindern. Maroszan vergab gleich zwei hochkarätige Chancen. So wechselte Sven Kahlert die schwedische Nationalspielerin Sarah Thunebro ein, die, gerade einmal 15 Minuten in der Partie, eine butterweiche Flanke von Lira Bajramaj zum 2:0 einköpfte (70.).

Neuenahr-Coach Colin Bell riskierte nun mehr und brachte mit Ramona Petzelberger und Sarah Gregorius zwei frische Offensivkräfte. Die überragende Peggy Kuznik war es, die in der 75. Minute für neue Hoffnung sorgte. Ein Freistoß von der linken Seite zog sie vor das Gehäuse von Angerer, die von Freund und Feind irritiert, das Leder zum 1:2 passieren ließ. Die abgebrühten Frankfurter blieben unbeeindruckt und antworteten nur zwei Minuten später mit dem Tor durch Dszenifer Maroszan zum 3:1-Entstand.

SC-07-Coach Colin Bell zeigte sich nicht auf Grund der Leistung enttäuscht: „Glückwunsch an unseren Gegner. Wir werden uns die DVD von diesem Spiel noch einmal ansehen, ich bin mir aber jetzt schon sicher, dass es kein Abseits war, als wir am Anfang treffen konnten. Mit der heutigen Einstellung wäre Jena hier vor einer Woche nicht als Sieger vom Platz gegangen. Alleine deshalb tut diese Niederlage heute doppelt weh. Meinem Team kann ich keinen Vorwurf machen, die Mädels haben alles aus sich herausgeholt. Die kurze Auszeit nach der Pause reicht eben für eine Spitzenmannschaft wie Frankfurt, um so ein Spiel zu entscheiden. Wir müssen noch Punkte holen, auch wenn unser Programm in den nächsten Wochen nicht gerade das Leichteste ist.“