Köln.Sport

Teil 2: Macher-Wahl 2019

Mit einer großen Abschiedsfeier hat sich Horst Meyer Ende 2019 in den Ruhestand verabschiedet. In den Monaten zuvor allerdings war er im Sinne des Sport in Köln umtriebig wie eh und je.

Ob Sportstadt oder nicht – die Beziehung der Stadt Köln zum Sport ist eine ganz besondere. Weil es Menschen gibt, die Schweißs, Nerven und Herzblut investieren, um sich für ihn einzusetzen. 

Nach über 50 Jahren im Dienst der Stadt ging der Vizechef des Sportamtes Ende 2019 in den Ruhestand. Aber nicht, ohne vorher im großen Stile verabschiedet zu werden. Alles was Rang und Namen hat im Kölner Sport war gekommen, um dem nun ehemaligen stellvertretenden Leiter die Ehre zu erweisen. Und nicht ganz zufällig fand die Veranstaltung in der Lanxess-Arena statt, genau dem Ort, an dem viele Europa- und Weltmeisterschaften stattgefunden haben, die Meyer als Strippenzieher maßgeblich mit nach Köln gelotst hat.

Auch in seinem letzten Amtsjahr drückte er dem Kölner Sportjahr einmal mehr seinen Stempel auf, unter anderem durch die Mitorganisation der IHF Handball-WM 2019. Die Anzahl und Relevanz der „Highlights“ im Kölner Sportjahr, bei denen der (nun ehemalige) Abteilungsleiter „Sport-Events“ im Sportamt seine Finger im Spiel hat, war auch in seinem letzten Amtsjahr mehr als imposant. Ob DFB-Pokalfinale der Frauen oder VELUX EHF FINAL4: Dass die Sportstadt Köln mit solchen Top-Veranstaltungen gesegnet ist, ist nicht zuletzt der Verdienst von Horst Meyer und seiner Event-Unit.

Horst Meyer (r.) im Gespräch mit Köln-Sport-Reporter Frank Schwantes. (Foto: Andreas Kerschgens)

Emsig bis zum letzten Arbeitstag

Und auch die Tatsache, dass der 66-Jährige bei der Wahl zum Macher des Jahres 2019 überhaupt als Nominierter auf der Liste stand, spricht für sich. Eigentlich hätte der gebürtige Aachener nämlich bereits vor einem Jahr in den wohlverdienten Ruhestand gehen können – doch Meyer hing noch ein Jahr dran, weil das Sportamt nicht auf die Expertise ihres Schweizer Taschenmessers verzichten wollte und der Mann mit dem außergewöhnlichen Engagement wohl auch nicht anders konnte. So durfte der eifrige Sport-Netzwerker dann auch noch das runde Jubiläum „100 Jahre Sportamt Köln“ (von denen er die Hälfte! mitgestaltet hat) mitfeiern.

Doch Meyer wäre nicht Meyer, wenn er ebenjenes Jubiläum nicht noch federführend organisiert hätte – samt Sonderpublikation, einem historischen Film und großer Feier im Deutschen Sport & Olympia Museum. Nun aber ist endgültig Schluss, der langjährige Macher des Kölner Sports und Dauerbrenner bei dieser Wahl hat seinen Schreibtisch im Sportamt geräumt. In den kommenden Jahren müssen nun andere in die Bresche springen.

Markus Frisch – Mehr als nur Marathon-Mann

Seit nunmehr 13 Jahren arbeitet Markus Frisch erfolgreich als Geschäftsführer der Köln Marathon GmbH und hat den 42,195 Kilometer-Lauf durch die Domstadt Jahr für Jahr attraktiver gemacht. 2019 setzte der Marathon im Zeichen der Nachhaltigkeit aber noch einmal neue Maßstäbe. Rund 100 Fangnetze an der Strecke, umweltfreundliche Shirts sowie Medaillen aus Holz hießen nur einige der Maßnahmen, mit denen Frisch den Klassiker zeitgemäß machte. Der Plan ging auf: Die fast 30.000 Starter produzierten deutlich weniger Müll als in den letzten Jahren.

Bei seiner Spendenaktion setzte Frisch hingegen auf Altbewährtes: Dank der Spendenmatte kam auch in diesem Jahr wieder ein fünfstelliger Betrag für den guten Zweck zusammen. Doch nicht nur ein perfekt organisierter und einmal mehr ausgebuchter Marathon macht Frisch zu einem „Macher“. Der gelernte Sportökonom zog im vergangenen Jahr zwei weitere „Hochkaratäter“ des Kölner Sports an Land. So wird seine GmbH neben dem Triathlon (musste letztes Jahr abgesagt werden) 2020 auch für das Traditionsrennen ‚Rund um Köln‘ verantwortlich sein.

Seit 13 Jahren arbeitet Markus Frisch erfolgreich als Geschäftsführer der Köln Marathon GmbH. (Foto: imago images/ Sven Simon)

In den letzten Jahren stand der Klassiker finanziell und organisatorisch auf unsicherem Fundament. Frisch rettet somit gleich zwei Top-Sportevents und will diese mit einem besser strukturierten Veranstaltungs- und Marketingkonzept ändern. Für die Sportstadt Köln verspricht diese Bündelung der Veranstaltungen unter einem Dach positive Effekte, da mit den Kölner Sportvereinen, der Stadt Köln und den Kölner Sportorganisationen eine noch stärker Kooperation möglich wird.

Michael Mronz – Der Olympia-Pionier

Ein Macher, der 2019 vielleicht noch keinen Vollzug melden konnte, dafür aber schon allerhand bewegt hat, ist Michael Mronz. Der gebürtige Kölner ist Gründer der Initiative „Rhein Ruhr City 2032“, mit der er die Olympischen Spiele nach Köln und Umgebung holen möchte. Dabei punktete Mronz beim Vergabekomitee mit seinem klar umrissenen Konzept: 90 Prozent der Sportstätten sind bereits vorhanden und müssten nicht erst neu gebaut werden, zudem sollen auch in puncto Infrastruktur und Wohnungsbau Investitionen getätigt werden, die auch nach Abschluss der Spiele noch nachhaltigen Wert haben.

Zudem setzt Mronz sehr stark auf Bürgerdialog, spricht mit Anwohnern der in Frage kommenden Regionen und versucht so, möglichst viele Unterstützer für seine Idee ins Boot zu holen – bislang mit großem Erfolg. Auch Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat Mronz schon für sein Projekt begeistert. „Das Konzept von Herrn Mronz fußt auf klugen Ideen.

Michael Mronz ist Gründer der Initiative „Rhein Ruhr City 2032“, mit der er die Olympischen Spiele nach Köln und Umgebung holen möchte. (Foto: Günther Ortmann)

Der Nachhaltigkeitsgedanke imponiert mir, es würde dementsprechend keinen Gigantismus geben, keine Bauruinen, die nachher leer stehen“, sagte die OB jüngst im großen Köln.Sport-Interview. „Ich glaube, dass ein Zuschlag der Kölner Sportlandschaft einen richtigen Schub geben würde, sodass der gesamte Sport in der Breite profitieren würde.“ Das Jahr 2020, so betonte Mronz mehrfach selbst, soll für die Initiative ein wegweisendes sein – und wer weiß, vielleicht steht er dann auch im kommenden Jahr erneut zur Wahl…

Lars Bischoff – Event-Planer im Hintergrund

Einmal im Jahr lädt die „Kölsche SportNacht“ in die Flora ein, um den Leistungen diverser Sportlerinnen und Sportler sowie Personen des Ehrenamtes einen würdigen Abend zu bescheren. Zusammen mit dem Unternehmen „VETO“ richtet die Agentur „HEIMSPIELE“ die Sportgala aus, die Jahr für Jahr einen unvergesslichen Abend garantiert. Hinter der Agentur, die 2005 in Köln gegründet wurde, steht der Geschäftsführer Lars Bischoff sowie seine Gesellschafter-Kollegen Dirk Anton und Alex Kraemer.

Lars Bischoff richtet mit seiner Agentur „HEIMSPIELE“ unter anderem auch die „Kölsche SportNacht“ aus.(Foto: imago images/ Herbert Bucco)

Sein Studium absolvierte Bischoff sowohl an der Universität Konstanz, als auch an der Deutschen Sporthochschule Köln (DSHS). Von 2006 bis 2008 arbeitete er als Dozent für Projektmanagement an der „Akademie Deutsch POP“. HEIMSPIELE zählt, neben dem Turnverband Köln und der DSHS, seit 2010 zu den Veranstaltern des Kölner Kindersportfest, welches Jahr für Jahr unter dem Motto „Ein ganzer Tag voller Sport und Spaß“ ausgetragen wird. „Begeisterte Kinder, zufriedene Eltern, strahlende Gesichter und das positive Feedback schon am Veranstaltungstag sind ein schönes Dankeschön für die viele Arbeit“, so Bischoff. Die von HEIMSPIELE veranstalteten Events wie das Kindersportfest oder die Kölsche Sportnacht bereichern seit Jahren die Kölner Sportlandschaft.

Franz-Josef Wernze – Unterstützer mit Herzblut

Der 71-jährige Chef von ETL ist nicht nur Investor des rechtsrheinischen Fußballklubs FC Viktoria Köln 1904, er steckt auch jede Menge Herzblut in den Klub. Nicht zuletzt durch ihn wurde der langersehnte Aufstieg in die 3. Liga 2019 möglich. Doch mit dem Aufstieg war seine Arbeit längst nicht getan. Um den Anforderungen der neuen Spielklasse gerecht zu werden, leitete er verschiedene Maßnahmen ein, um die heimische Spielstätte, den Sportpark Höhenberg, drittligatauglich zu machen.

So wurde die Stadionkapazität durch eine weitere Tribüne von 6.214 auf 10.001 hochgeschraubt, ein neuer Sitzblock im Gästebereich wurde ebenfalls geschaffen. Ohne diese Maßnahmen – also ohne das Engagement von Franz-Josef Wernze –, hätte der Sportpark die vom DFB geforderte Größe in der 3. Liga nicht erfüllt. Dieses Engangement überzeugte vor allem die Expertenjury, bei denen Wernze in den Top-Plätzen landete. Auch bei der Planung und Umsetzung des durch den DFB anerkannten Nachwuchsleistungszentrums hatte Wernze großen Anteil.

Franz-Josef Wernze hat maßgeblichen Anteil an der Drittliga-Tauglichkeit der Viktoria Köln. (Foto: imago images/ Picture Point)

Nicht zu unrecht betrachtet der Klub dies als weiteren Meilenstein in seiner Entwicklung. So viel Engagement und Herzblut investiert man nur, wenn man absolut fußballverrückt ist: „Fußball ist für mich Entspannung. Und an der Viktoria hängt mein Herz. Das ist ein Verein für die ganze Familie.“

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