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„Stolz, mich Deutscher Meister nennen zu dürfen“

Nick Bachem, hier bei einem Fotoshooting für die aktuelle Golf.Spiel-Ausgabe, ist Deutscher Meister der AK 16 Foto: Daniel Becker

Nick Bachem, hier bei einem Fotoshooting für die aktuelle Golf.Spiel-Ausgabe, ist Deutscher Meister der AK 16
Foto: Daniel Becker

Nick Bachem vom Marienburger GC ist Deutscher Meister der Altersklasse 16. Im Interview spricht der 15-Jährige über seinen Erfolg. 

Der 15-jährige Nick Bachem spielt mit dem Marienburger GC in der Kramski Deutsche Golf Liga, ist amtierender NRW-Meister AK 16 und steht zudem regelmäßig als Technik-Experte für das von Köln.Sport produzierte Magazin GOLFSPIEL vor der Kamera. Bei den Deutschen Jugendmeisterschaften hat er am vergangenen Wochenende den Titel in der AK 16 gewonnen und damit den bisher größten Erfolg in seiner noch jungen Karriere gefeiert. Im Interview blickt Kölns jüngste Golfhoffnung auf das spannende Finale zurück, spricht über seinen Profi-Traum und verrät, was ihm der Jugendnationaltrainer nach seinem Titelgewinn mitgeteilt hat.

Nick, herzlichen Glückwunsch zum Deutschen Meistertitel in der AK 16! Wie hast Du Dich gefühlt, als die Entscheidung zu deinen Gunsten gefallen war?
Vielen Dank. Ich war sehr erleichtert, sehr zufrieden mit mir selber und sehr stolz, mich jetzt Deutscher Meister nennen zu dürfen.

Die Entscheidung fiel im Stechen. Auf diese Art hast Du bereits deine letzten beiden NRW-Titel gewonnen. Kannst Du die letzten Löcher noch einmal für uns Revue passieren lassen?
Auf der letzten Runde lief es nicht optimal, weil ich nicht so gut geputtet habe. Deshalb dachte ich die ganze Zeit, dass ich ein paar Schläge hinten liege. Ich dachte aber auch, dass ich noch eine Chance habe, weil das lange Spiel sehr gut funktioniert hat. Vier Löcher vor Schluss habe ich dann erfahren, dass ich in geteilter Führung liege. Nach einem Birdie auf der 15 und einem Bogey auf der 17 habe ich die 18 in Par gespielt und musste warten, was Tim Mayer in der Gruppe hinter mir auf Loch 18 macht. Auch er spielte Par und es ging ins Stechen. Gesehen habe ich das aber nicht, weil ich auf dem Putting Grün war um etwas herunterzukommen und mich abzulenken.

Dann ging es im Stechen weiter…
Ich habe mich darüber gefreut, weil ich schon häufiger in der Situation war und immer gewonnen habe. Ich habe mich wohl gefühlt und war mir ziemlich sicher, dass ich das Stechen für mich entscheiden kann. Am ersten Extra-Loch habe ich meinen Birdie-Putt gelocht und es war vorbei. Dann kamen auch schnell viele Leute um mir zu gratulieren und ich war sehr erleichtert. Dann kam auch der Jugendnationaltrainer und hat mir mitgeteilt, dass ich ab jetzt fest in der Nationalmannschaft bin.

Das eröffnet dir noch einmal ganz neue Perspektiven. Was erwartet Du von dieser Nominierung?
Auf jeden Fall viele neue Erfahrungen. Ich bin mit den besten deutschen Nachwuchs-Spielern zusammen und bei den ganzen Lehrgängen – in Spanien, auf Mallorca – kann ich mich mit ihnen vergleichen. Die Förderung ist jetzt auch eine ganz andere. Ich kann viele Lehrgänge mitmachen, mit Mentaltrainern und guten Physiotherapeuten zusammenarbeiten. Durch die Nationalmannschaft kriege ich einen genaueren Einblick ins Profi-Leben.

Ist es Dein Ziel, Profi zu werden?
Ja. Ich mache auf jeden Fall noch mein Abi und danach werde ich es probieren. Es wäre cool, wenn es klappt. Wenn aber nicht, habe ich durch mein Abi noch einen Plan B.

Was zeichnet Dein Spiel besonders aus?
Meine Länge. Meine Drives sind ziemlich gerade und lang, was auch bei den Deutschen Meisterschaften ein Vorteil für mich war, da der Platz lang und die Wiese nass war. Wenn ich meine Drives dann 30 Meter länger als alle anderen schlage, macht das das Spiel natürlich leichter.

Wie lang schlägst Du den Ball im Schnitt „carry“ vom Abschlag?
Zwischen 280 und 290 Meter. In meiner Altersklasse gibt es keinen, der vergleichbar weit abschlägt.

In welchem Bereich Deines Spiels besteht denn am ehesten noch Verbesserungsbedarf?
An den Schlägen rund ums Grün. Ich muss aus meiner Länge mehr machen, mehr Birdies spielen, häufiger nur Pitch und einen Putt benötigen. Das Putten war aber ok, ich hätte zwar mehr Schläge lochen können, aber gut ist, dass ich, wenn der Druck steigt, die wichtigen Putts sehr wahrscheinlich rein mache.

Interview: Daniel Becker