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Schwarze Flecken auf blütenweißer Weste

Fortuna Köln

Die zuvor im Südstadion noch ungeschlagene Fortuna unterlag Hansa Rostock vor heimischer Kulisse. Foto: imago/Manngold

Erste Heimniederlage für Fortuna Köln. Hansa Rostock besiegt die Südstädter mit den eigenen Waffen.

Rheinfussball

Nicht wieder zu erkennen gegenüber dem bisherigen Saisonverlauf war die Fortuna am Mittwochabend im Südstadion. 2.369 Zuschauer sahen einen enttäuschenden Auftritt der Hausherren, die 90 Minuten nicht in der Lage waren, sich auch nur eine einzige hundertprozentige Torchance herauszuspielen. Nach zuvor drei Heimsiegen ohne Gegentreffer gewann Hansa Rostock verdient mit 2:0 gegen die Mannschaft von Trainer Uwe Koschinat. Insbesondere die Stärken, die die Kölner in der Regel auszeichnen, wurden überhaupt nicht auf den Rasen gebracht.

Ein behäbiges Umschaltspiel, eine enorme hohe Quote an Fehlpässen im Aufbauspiel und ungewohnt wenige gewonnene Zweikämpfe waren unter anderem Bestandteile einer erheblichen Mängelliste an diesem Abend. Gegenüber dem 2:2 in Regensburg stand Kapitän Daniel Flottmann wieder für Dennis Engelman als Rechtsverteidiger auf dem Platz und Selcuk Alibaz ersetzte den schwer am Knie verletzten Maik Kegel. Doch gerade auch der erst vor kurzem verpflichtete Mittelfeldspieler war eine einzige Enttäuschung in diesem Spiel. Und auch Marc Brasnic fand in der Spitze nicht statt, Ballkontakte und nennenswerte Aktionen waren absolute Mangelware. Zu allem Überfluss musste Innenverteidiger Bone Uaferro bereits nach 29 Minuten aufgrund von Knieproblemen das Feld verlassen. Für ihn kam Florian Hörnig zu seinem Comeback.

Vom Anpfiff weg war Hansa das bessere Team. Schon nach vier Minuten hätte Platje eine Flanke von Andrist mit dem Kopf aus zehn Metern im Netz unterbringen müssen, aber der Gäste-Stürmer köpfte freistehend drüber. Dann entschärfte Poggenborg eine Flanke von Ahlschwede (9.) und klärte im Eins gegen Eins vor dem einschussbereiten Platje (10.). Wer im zweiten Abschnitt auf eine Steigerung der Heimelf hoffte, wurde bitter enttäuscht. Poggenborg hielt einen Freistoß von Wannenwetsch mit einer Faust bravourös (50.). Doch acht Minuten später war er dann Teil einer völlig missratenen Abwehraktion. Nach einem langen Ball der Rostocker lief der Keeper aus dem Kasten und wollte außerhalb des eigenen 16ers mit dem Kopf klären, dabei rannte er Florian Hörnig rüde über den Haufen. Nutznießer Wannenwetsch legte quer auf Andrist, der keine Mühe hatte zum 0:1 einzuschieben. Erneut wehrte Poggenborg dann einen Angriff von Andrist ab (71.). Ehe elf Minuten vor dem Ende die endgültige Entscheidung fiel. Der eingewechselte Bülbül legte im gegnerischen Strafraum quer auf Andrist, der das 0:2 besorgte.

Stimmen zum Spiel:

Florian Hörnig (Fortuna Köln): „Rostock war keine Übermannschaft. Ich weiß nicht, warum wir nicht das gespielt haben, was uns zuletzt so stark gemacht hat, dann hätten wir das Spiel gewonnen. Wir haben Rostock eingeladen. Wir haben zugelassen, dass sie so spielen konnten, wie wir das tun wollten. Sie haben auf Ballverluste von uns spekuliert und haben dann mit ein, zwei Bällen schnell nach vorne in die Schnittstellen gespielt. Das hat sich wie ein roter Faden durch das Spiel gezogen. Ich weiß nicht, was beim 0:1 los war, ich habe jedenfalls kein Kommando gehört.“

Daniel Flottmann (Kapitän Fortuna Köln): „Wir haben uns das Leben selber schwergemacht. Wenn alles so lang dauert, dann haben wir keine guten Lösungen gefunden und folgerichtig verloren. Das sind wir selber schuld, ich glaube schon, dass Rostock heute schlagbar war. Wir haben schon bessere Mannschaften geschlagen. Beim 0:1 war die Abstimmung nicht optimal.“

Christian Brand (Trainer Hansa Rostock): „Das war ein hochverdienter Sieg. Wir hatten schon in der ersten Halbzeit zwei, drei große Möglichkeiten. In der zweiten Halbzeit haben wir es im letzten Drittel noch besser und sauberer als in der ersten Hälfte gespielt. Wir wussten, dass es sehr schwer ist, in Köln zu gewinnen, aber wir haben es heute geschafft. Ich denke, das geht auch in Ordnung.“

Uwe Koschinat (Trainer Fortuna Köln): „Rostock war uns in allen Belangen überlegen. Die Körpersprache und die Dominanz, die Hansa ausgestrahlt hat, hat sich auch auf das Spiel übertragen. Mein Gefühl war, dass wir egal auf welchem Teil des Feldes in einer permanenten Unterzahl waren. Das 0:1 war dann schon eine Slapstick-Situation, aber keinen Vorwurf an unseren Torwart, der zuvor uns schon vor einem Rückstand bewahrt hatte. Hansa hat es geschafft, unser Spiel sehr unruhig zu machen. Wir haben in vielen Situationen auf dem Platz beschissene Entscheidungen getroffen. Wir sind ein bisschen mit unseren eigenen Waffen geschlagen worden.“