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Schuld?

Seine Unschuld hat der Fußball nicht heutzutage erst verloren. Er ist schon längst nicht mehr nur Sport, eine Nebensache, wenn auch die vermeintlich schönste. Der Fußball ist mehr geworden in unserer Welt, in unserem Leben. Und für Profis ist er ein Beruf.

Sind Schiedsrichter Profis?

Ja, irgendwie schon. Natürlich haben sie einen anderen Beruf, sollen und wollen nicht ausschließlich vom Schiedsrichter sein leben.

Wobei, Zeitaufwand und Entschädigung lassen darauf schließen, dass Spiele zu pfeifen mehr ist als Zeitvertreib. Wissen Sie, was Schiedsrichter sein einbringt?

Bundesligaschiedsrichter sind Profis, weil sie mit Profis umgehen. Weil sie diese führen und über die Art und Weise, wie die ihren Job ausüben, entscheiden.  Sie sind Profis, weil sie in einem Geschäft von Profis mitmachen. In einen Geschäft, mit dem Millionen bewegt werden.

Genau deshalb haben sie auch Druck. Unterliegen einem Druck, wie ihn Profis aushalten müssen.

Und dabei machen sie Fehler, davon ist derzeit auch wieder vermehrt die Rede. Oder zu Lesen.

An diesen Fehlern berauschen sich die Medien, TV und Print. Wir auch. Wegen dieser Fehler beschimpfen sie Trainer, Funktionäre und Fans. Und wenn sie auch Fehler außerhalb des Spielfeldes machen, drängeln sich noch die Moralisten dazu.

Wer kann so etwas aushalten?

Manche können das, andere nicht.

Babak Rafati, 41, schaffte es nicht, man fand ihn nach einem Suizid-Versuch in einem Hotel bei uns in Köln. Vor einem Spiel des FC.

Deshalb fühlen wir die Situation so intensiv, spüren wir stärker – Mitschuld?

Wir sollten darüber nachdenken. Und uns bemühen, daraus zu lernen.

Gute Besserung, Babak Rafati!