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Rettig: „Es gibt nicht den einen Weg“

Andreas Rettig hat Verständnis für den Rückzug von zweiten Mannschaften. Foto: IMAGO

Andreas Rettig hat Verständnis für den Rückzug von zweiten Mannschaften.
Foto: IMAGO

Der Kommentar von DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig zur Abmeldung der zweiten Mannschaften.

Bayer 04 Leverkusen hat seine zweite Mannschaft für die kommende Saison vom Spielbetrieb der Regionalliga abgemeldet. Zurecht, wie DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig in seinem Köln.Sport-Kommentar der aktuellen Ausgabe betont. „Die 4. Spielklasse suggeriert den Nachwuchsspielern eine sportliche Wertigkeit, die nicht vorhanden ist.“ Dennoch gebe es nicht den einen Weg der Nachwuchsförderung. Lest hier den Kommentar im Wortlaut:

„Die vom Ligaverband beschlossene Änderung, zukünftig eine zweite Mannschaft nicht mehr verpflichtend melden zu müssen hat unterschiedliche Reaktionen ausgelöst. 

Eins vorweg: Es gibt nicht den einen Weg der Nachwuchsförderung. Das was bei Bayer 04 richtig erscheint muss nicht für die anderen Vereine gelten. Seit 2002 sind Leistungszentren Pflicht und so haben die Clubs in der letzten Saison mehr als € 100 Mio. in die Nachwuchsförderung gesteckt. 

Hiervon profitiert nicht nur die Nationalmannschaft, sondern auch die Bundesliga. Ablesbar am Durchschnittsalter, welches vor 10 Jahren noch bei über 27 Jahren und heute bei ca. 25 liegt. Immer mehr Nachwuchsspieler schaffen früh den Sprung in die höchste Spielklasse. 

Die Spielklassenreform 2012, als aus einer 3- eine 5-gleisige Regionalliga wurde, bringt für die gut ausgebildeten A-Jugendlichen – die Woche für Woche auf hohem Niveau in der A-Junioren-Bundesliga spielen bevor sie in den Seniorenbereich wechseln, keine sportliche Verbesserung. 

Die Schere zwischen dem Niveau der 2. und 1. Mannschaft wird größer und die 4. Spielklasse suggeriert den Nachwuchsspielern eine sportliche Wertigkeit, die nicht vorhanden ist. 

Klubs, die Ihre 2. Mannschaft abmelden, sollten den eingesparten Betrag zur Verbesserung der Jugendarbeit einsetzen. Beispielsweise durch zusätzliche, hauptamtliche Stellen. Außerdem könnten die aus der A-Jugend kommenden Spieler entsprechend Ihrer Leistungsvermögen an andere Vereine ausgeliehen bzw. abgegeben werden und wären somit nicht mehr an das jeweilige Spielklassenniveau der 2. Mannschaft gebunden.“