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Politt beeindruckt

Der Kölner Radprofi Nils Politt hat beim Eintages-Klassiker Paris – Roubaix aufhorchen lassen. Der 24-Jährige fuhr als siebter durchs Ziel und war damit bester Deutscher.
Politt Roubaix

Zunge raus und Vollgas – Nils Politt holte auf dem schweren Kurs von Compiegne nach Roubaix alles aus sich heraus und wurde dafür mit dem 7. Platz belohnt (Foto: imago/Sirotti)

Es ist das vielleicht härteste Eintages-Rennen der Welt, doch Nils Politt hat es mit Bravur bestanden. Beim Klassiker Paris–Roubaix fuhr der Kölner Radprofi gestern (8.4.) ein extrem starkes Rennen. 257 Kilometer quälte er sich durch die von mehreren Kopfsteinpflasterpassagen (insgesamt 54,5 Kilometer) gekennzeichnete Strecke, die nicht umsonst „Hölle des Nordens“ bezeichnet wird.

Am Ende setzte sich Politt in einer Verfolgergruppe durch und ersprintete einen wohl verdienten siebten Platz. Sieger Peter Sagen war da zwar schon etwas mehr als zwei Minuten im Ziel, doch der Kölner konnte mit seiner Platzierung sehr gut leben. Politt, der im vergangenen Jahr seine erste Tour de France bestritt, bestätigt mit seiner Leistung sein Entwicklungspotenzial. Schon in der vergangenen Woche war er als 17. bester Deutscher bei der Flandern-Rundfahrt. „Ich wollte unbedingt einen Platz unter den Top 10“, gab ein zufriedener Politt nach dem Rennen zu Protokoll.

Sport wird zur Nebensache

Da wusste er noch nichts von dem tragischen Ende, dass diese 116. Ausgabe des Klassikers nehmen sollte. Denn für einen Radprofi war die Rundfahrt von Compiegne (ca. 40km nördlich von Paris) nach Roubaix das letzte Rennen seiner kurzen Karriere. Der 23-jährige Michael Goolaerts erlitt während des Rennens einen Herzstillstand und starb am Abend im Krankenhaus. Noch ist unklar, ob der belgische Radprofi beim Frühjahrsrennen Paris – Roubaix wegen des Herzstillstands gestürzt ist oder ob der Unfall der Auslöser war.

Goolaerts war 148 Kilometer vor dem Ziel auf dem zweiten Kopfsteinpflaster-Sektor Briastreo zu Fall gekommen. Bereits an der Strecke wurden Reanimierungsmaßnahmen eingeleitet, anschließend war der Belgier, der für das Team Veranda’s Willems-Crelan fuhr, mit einem Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen worden. Dort erlag er seinen Verletzungen.