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„Polarisierende Zerrissenheit“

Quelle: Köln.Sport

FC-Geschäftsführer Claus Horstmann spricht mit Köln.Sport über die Zukunft des FC

Im Köln.Sport-Interview spricht FC-Geschäftsführer Claus Horstmann über den Rücktritt von Wolfgang Overath und die Fortschritte bei der Neustrukturierung des 1. FC Köln. 

  Herr Horstmann, was ging Ihnen durch den Kopf, als Wolfgang Overath zurücktrat?
Mein erster Gedanke war: Was passiert da jetzt gerade? Dann blickt man nach vorne: Was hat das jetzt für Konsequenzen? Was heißt das für die nächsten Tage und Wochen? Man stellt sich Fragen über den Zeitpunkt und die Gründe. Da ging viel in mir vor, denn Wolfgang Overath und ich haben ja nun sieben Jahre eng zusammengearbeitet.

Fühlten Sie sich im Stich gelassen?
Ich habe höchsten Respekt für die Entscheidung. Der Vorstand hat ehrenamtlich für den Club Enormes geleistet. Gerade das letzte Jahr war angesichts vieler Dinge schwierig – insbesondere wegen der teilweise unsachlichen Kritik, die geäußert wurde. Wenn dann der Vorstand entscheidet, dass die Belastung an einem gewissen Punkt zu groß ist, gilt es das zu respektieren. Daher: Nein, ich fühle mich nicht im Stich gelassen.

Wie bewerten Sie die heftigen Auseinandersetzungen um Wolfgang Overath?
In dieser Frage hat es eine polarisierende Zerrissenheit gegeben, aber dass die FC-Mitglieder grundsätzlich zerrissen sind, glaube ich nicht. Bei den vielen Mitglieder-Stammtischen und Fantreffen stelle ich keine Zerrissenheit fest. Wir haben in den vergangenen Monaten offen kommuniziert – ob nun bei den Stammtischen, im Mitgliederbereich der Homepage oder auf anderen Kanälen. Wir haben uns immer gestellt. Verstehen Sie mich nicht falsch: Natürlich ist sachliche Kritik wichtig. Aber es hat eine Gruppe gegeben, die eindeutig Richtung Vorstand gezielt hat. Das hat zu einer Polarisierung geführt, die sich auf die Mitglieder übertragen hat. Aber dass Emotionen hoch schwappen, ist normal: Wir sind im Fußball und nicht bei einer Aktionärsversammlung eines DAX-Konzerns. Ungeachtet dessen wurden auf der Versammlung alle Entscheidungen mit Bedacht und aus meiner Sicht richtig gefällt.Von daher hat sie im Ergebnis einen sachgerechten Verlauf genommen.

Über die neue Satzung wurde noch nicht entschieden. Bedeutet dies eine Verzögerung bei der Neustrukturierung?
Nein, die Wahl dreier Mitglieder in den Verwaltungsrat zeigt, dass auch ohne neue Satzung etwa die Mitgliederrechte gestärkt werden können. Vielleicht machen wir ähnliches auch im Vereinsbeirat. Es war in dieser Situation klug von der Mitgliedschaft, diesen Tagesordnungspunkt zu vertagen.

Hat die Versammlung dem Image des Vereins geschadet?
Vielleicht, aber Fußball ist ein sehr schnelllebiges Geschäft.

Das vollständige Interview mit Claus Horstmann lesen Sie in Ausgabe 12/2011 von Köln.Sport – DAS STADT-SPORT-MAGAZIN, die am Donnerstag (24.11.) erscheint.