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Peking 2022: Olympische Winterspiele mit OSP-Beteiligung

In der Betreuung des Olympiastützpunkts NRW/Rheinland stellen Athlet*innen aus Sommersportarten den deutlich größeren Anteil. Spätestens alle vier Jahre rückt aber der sehr kleine, aber feine Anteil der betreuten Wintersportler*innen in den OSP-Fokus, wenn es bei den Olympischen Winterspielen und Paralympics heißt: Let the games begin!
OSP

Haie-Verteidiger Moritz Müller ist vermutlich einer der bekanntesten Sportler aus dem Rheinland, die 2022 für den OSP zu den Olympischen Winterspielen reisen. (Foto: IMAGO / osnapix)

Am 04. Februar wird in Peking das olympische Feuer entzündet, am 04. März fällt der Startschuss für die Paralympics. Damit avanciert Peking zur ersten Stadt, die sowohl Sommerspiele (im Jahr 2008) als auch Winterspiele ausrichtet. Ausrichter Peking wie auch Gastgeber China stehen aber mehr unter dem Eindruck des diplomatischen Boykotts der USA und weiterer prominenter Länder wie Australien und Großbritannien, die aufgrund der Menschenrechtsverletzungen in China keine diplomatischen Vertreter zum weltweit größten Sportevent entsenden werden. Der weltweiten Corona-Pandemie tritt China mit einer strengen Null-Covid-Politik entgegen. Das erhöht natürlich die Sicherheit für alle Teilnehmer*innen, schränkt gleichzeitig die Bewegungsfreiheit aber enorm ein und ohne ausländische Zuschauer*innen stellt sich die Frage, ob ein olympisches Flair überhaupt entstehen kann.

Der Olympiastützpunkt stellt an diesem Punkt aber den Sport und seine Protagonist*innen in den Mittelpunkt, welche sich die Unterstützung mit Klasseleistungen mehr als verdient haben. Nun ist das Rheinland nicht gerade als Wintersportdestination bekannt, wer sind also die Aspirant*innen für eine Teilnahme an den Olympischen und Paralympics?

Eishockey: Olympia-Märchen soll fortgeschrieben werden

Der Kampf unserer Kufen-Cracks gegen Russland um Olympia-Gold in Pyeongchang 2018 war sicherlich einer der größten deutschen Sportmomente in der Geschichte Olympischer Spiele. Nur 55 Sekunden fehlten dem DEB-Team zur Sensation, dann glich der 26-fache Weltmeister aus und entschied die Partie in der Verlängerung zu seinen Gunsten.

In Peking trifft das deutsche Team in ihrer Vorrundengruppe auf den aktuellen Weltranglistenersten Kanada, den -sechsten USA und Olympia-Gastgeber China. Die Sieger der drei Vierergruppen und der beste Zweite qualifizieren sich direkt für das Viertelfinale. Die anderen acht Mannschaften ermitteln in jeweils einem K.o.-Spiel die weiteren vier Viertelfinalisten.

Aus OSP-Sicht dürfte Silbermedaillengewinner Moritz Müller von den Kölner Haien im Aufgebot von Bundestrainer Toni Söderholm stehen. Im November präsentierte der 168-fache Nationalspieler bereits die Kollektion des exklusiven Ausstatters adidas für Peking im Rahmen eines Live-Acts. Ob den Haie-Kapitän weitere DEL-Spieler aus den NRW-Vereinen begleiten, entscheidet sich im Januar.

Mit dem gebürtigen Kölner Leon Draisaitl verfügt Deutschland auf jeden Fall über einen der besten Eishockeyspieler der Welt. Der 26-Jährige, der vom DEB offiziell der Betreuung am Olympiastützpunkt NRW/ Rheinland zugeordnet wurde, ist in Peking das Gesicht der DEB-Auswahl. Diese kann – Stand heute – auf weitere Akteure aus Nordamerika zurückgreifen, nachdem die NHL eine Unterbrechung der regulären Saison 2021/22 bestätigte, um den NHL-Spielern, anders als noch in Pyeongchang, eine Olympia-Teilnahme zu ermöglichen.

Bobsport: Leonie Fiebig hofft auf das Olympia-Ticket

Die 31-jährige OSP-Athletin Leonie Fiebig zählt den besten deutschen Anschieberinnen im Bobsport und ist aussichtsreiche Kandidatin für ein Olympia-Ticket. Die Entscheidung, welche Sportlerinnen die deutschen Zweierbobs in Peking auf Fahrt bringen, entscheidet sich wohl bei Anschubtests am Tag vor Heiligabend und die selbsternannte „Herzenskölnerin“ scheint gut im Rennen.

Ihre Karriere als Leistungssportlerin begann so richtig erst im Herbst des Jahres 2016, als die ehemalige Turnerin und Leichtathletin über ein Forschungsprojekt an der Deutschen Sporthochschule mit dem Bobsport in Kontakt kam. Sie startete ihre ersten Versuche im Eiskanal und war direkt Feuer und Flamme für die Hochgeschwindigkeitssportart. In der Saison 2018/2019 feierte sie ihr Weltcup-Debüt als Anschieberin von Pilotin Anna Köhler auf ihrer Heimbahn in Winterberg. Parallel wurde die im ostwestfälischen Minden geborene Studentin der Sportwissenschaften in die Sportfördergruppe der Bundeswehr aufgenommen. Schon jetzt blickt Leonie, die für den BSC Winterberg startet, auf großartige Erfolge zurück. Bei vier Weltcups stand sie ganz oben auf dem Podest, zuletzt im vergangenen November in Innsbruck mit Pilotin Laura Nolte.

Nicht nur OSP-Leiter Daniel Müller drückt der sympathischen Wintersportlerin fest die Daumen für ihren Olympia-Traum: „Es ist beeindruckend zu sehen, wie Leonie nichts unversucht lässt, hier und dort noch letzte Leistungsreserven zu mobilisieren. Auf ihrem Weg konnten wir sie dabei nicht zuletzt über unseren Förderverein gut durch die Anschaffung von Trainingsequipment unterstützen und hoffen natürlich sehr, dass sie sich und damit auch uns für ihre Mühe und Leidenschaft mit dem Olympia-Ticket belohnt.“

Para Ski Nordisch: Andrea Eskau möchte wieder auf die Jagd nach Edelmetall gehen

Die OSP-Athletin Andrea Eskau aus Elsdorf kehrte als deutsche Fahnenträgerin und als erfolgreichste deutsche Athletin von den 12. Winter-Paralympics im südkoreanischen Pyeongchang zurück. Zweimal Gold, dreimal Silber und einmal Bronze standen am Ende im Biathlon und Langlauf zu Buche. Damit erweitert die 50-Jährige, die seit einem Fahrradsturz vor über 20 Jahren querschnittsgelähmt ist, ihre unglaubliche Medaillenausbeute, zu der auch ihre Medaillengewinne als Handbikerin bei den Sommerspielen beitragen.

Parallel hat die Sportverrückte, wie sie sich selbst bezeichnet, auch ihr Psychologie-Studium erfolgreich mit dem Diplom beendet und arbeitet seitdem in Vollzeit beim Bundesinstitut für Sportwissenschaft in Bonn. Aktuell bremsten Rückenbeschwerden die Ausnahmeathletin im Training aus, Bundestrainer Ralf Rombach ist aber guten Mutes, dass Andrea in Peking an den Start gehen wird, wenn auch ggfs. in weniger Rennen als vor 4 Jahren in Pyeongchang.

Corona-bedingt gibt es für Nordic Paraski Team Deutschland in diesem Winter einen ungewöhnlichen Fahrplan, bildet doch die verschobene Premiere der Para Snow Weltmeisterschaften mit parallelen Wettkämpfen im Para Ski alpin, Para Ski nordisch und Para Snowboard vom 8. bis 23. Januar 2022 in Lillehammer (Norwegen) sozusagen den Aufgalopp für die Paralympics vom 4. bis 13. März 2022.

Es liegen also spannende Wochen vor dem OSP und seinen besten Wintersportler*innen – wir drücken allen Athlet*innen die Daumen für eine Teilnahme in PEKING 2022!

Text: OSP/Rheinland