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Nina Laskey kam, sah und siegte

Die Kölnerin Nina Laskey (Blau-Weiss Köln) hat bei den 50. Deutschen Hallen-Meisterschaften der Senioren in Essen im März ihren bislang größten Erfolg erzielt. In der AK 40 der Seniorinnen besiegte die 41-Jährige im Finale Sonja Vogt (TC Essen-Bredeney) mit 7:5 und 6:2.
Nina Laskey

Nina Laskey spielte vor ihrer Tenniskarriere drei Jahre bei der DJK Südwest Köln als Mittelstürmerin (Foto: Michael Thoma)

Es war ein überraschender Erfolg – auch für die Siegerin: „Überrascht hat mich besonders der Sieg im Halbfinale gegen Mirja Wagner vom Rochusclub. Das war schwer.“ Den Sieg bei der nationalen Titelpremiere schätzt sie ehrlich und realistisch ein: „Ich habe sicher davon profitiert, dass die Titelverteidigerin nicht dabei war.“ Daniela Kalthoff musste wegen ihrer Schwangerschaft passen. Aber wie heißt es so schön: Ein Turnier muss erst einmal gewonnen werden.

Seitenwechsel

Nina Laskey ist bisher auf nationalen Turnieren noch nicht so richtig aufgefallen. Sie tummelte sich als Mannschaftsspielerin mehr auf den Tennisplätzen in Regionalliga-Gefilden. Mit dem Team von Blau-Weiss Köln ist sie derzeit in der 40er-Regionalliga unterwegs, genauso wie zuvor in der 30er-Altersklasse. Bei den Damen spielte sie früher hauptsächlich in der Oberliga, aber auch schon zwei Jahre Regionalliga.

Ihre ersten Tenniserfahrungen hatte sie mit neun Jahren beim KTG Blau-Gold Köln. Das Vorbild war ihr Vater, der heute noch bei den 70er-Herren aktiv ist. Doch bevor der kleine Filzball sie in ihren Bann zog, hatte sie mehr Spaß am etwas größeren Fußball. „Ich habe drei Jahre bei der DJK Südwest Köln als Mittelstürmerin gespielt“, erzählt sie von ihren Bolzplatzerfahrungen mit lauter Jungs.

Freundinnen fürs Leben

Als der Tennisbazillus sie ergriffen hatte, bewies sie schnell ihr Talent. Mit 15 Jahren war sie schon gut genug für das Damen-Oberliga-Team von Blau-Weiss Köln. An die Anfänge bei den Erwachsenen erinnert sie sich gerne. Für Nina Laskey und einige ihrer Mitstreiterinnen war es der Beginn langjähriger Freundschaften. „In unserer heutigen Mannschaft spielen immer noch sechs aus den verschiedenen Mannschaften von damals. Wir sind richtige Freundinnen geworden“, nennt sie gerne eine für sie wichtige Erfahrung der Mannschaftssportart Tennis.

Weichenstellung

Ehrgeizig wie im Sport war Nina Laskey auch in der Schule und später im Beruf. Nach dem Abitur am Kölner Schiller-Gymnasium studierte sie in ihrer Heimatstadt Jura. Sie wollte Anwältin werden. Nach dem 1. und 2. Staatsexamen absolvierte sie im englischen Bristol noch erfolgreich ein Masterstudium. An diese Zeit erinnert sie sich besonders gern. „Damals habe ich meinen Mann kennengelernt. Er war der Badminton-Coach an der Uni.“ Ein erfolgreicher, der mit 17 Jahren bereits Europameister war. Sport verbindet eben.

Beide zogen dann gemeinsam nach Köln. Zwei Jungs, zehn und vier Jahre alt, vervollständigen inzwischen die Familie. Ihr Mann Simon engagiert sich im Verein inzwischen auch als Sport- und Jugendwart.

Fit im Job

Nach dem Studium arbeitete Nina Laskey zunächst in einer großen Anwaltskanzlei in Düsseldorf. Ihr Spezialgebiet: Kartellrecht. „Das hört sich trocken an, ist aber sehr spannend“, plaudert sie aus dem juristischen Nähkästchen. Nach zehn Jahren Düsseldorf wechselte sie in die Provinz nach Stolberg zu den Dalli-Werken. Bei dem international agierenden Familienunternehmen arbeitet sie seitdem als Compliance Officer. Das bedeutet, einfach ausgedrückt, sie passt auf, dass alles seine Richtigkeit hat. Bei aller Vorliebe für die Juristerei verhehlt sie aber nicht, dass sie eigentlich lieber Medizin studiert hätte. Warum es anders kam, bringt sie selbst am besten auf den Punkt. „Ein blöder Professor hat mir vom Medizinstudium abgeraten.“ Als „super“ bezeichnet sie indes den Jura-Kollegen, der sie für die andere Fachrichtung begeistert hat. So kann es kommen. Sie hat es genommen, wie es kam, und es auch nicht bereut.

Pläne

Ein ausgefülltes Familienleben, viel Erfolg und Anerkennung im Beruf sowie ein lieb gewonnenes sportliches Hobby: Was willst du mehr, mag sie sich vor Kurzem gedacht haben. „Ich bin im Beruf angekommen, meine beiden Kinder sind aus dem Gröbsten raus, jetzt könnte ich eigentlich ein bisschen mehr Tennis spielen.“ Gedacht, getan. Die Anmeldung bei den Deutschen Meisterschaften war ein erster Schritt. Das Ergebnis hat sie natürlich überrascht und auch beflügelt. „Jetzt habe ich schon Bock auf mehr“, offenbart sie ihre Leidenschaft. Sie traut sich zu, künftig an die Erfolg von Essen anknüpfen zu können. „Auf Asche fühle ich mich sowieso wohler“, plant sie augenzwinkernd bereits die Titelkämpfe in Bad Neuenahr ein. Essen soll keine Eintagsfliege bleiben.

Michael Thoma