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Neue Pläne für den Campus-Bau

Quelle: imago

Zieht Bundestrainer Joachim Löw (3.v.l.) seine Spieler demnächst in Köln zusammen?

 

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 Die Proteste gegen den möglichen Bau eines DFB-Leistungszentrums an den Jahnwiesen werden lauter. Weshalb die Verantwortlichen in Köln längst alternative Standorte diskutieren. Köln.Sport sagt, um welche es sich dabei handelt

 

 

 Am vergangenen Sonntag gab es den bislang größten öffentlichen Protest gegen den möglichen Bau eines DFB-Leistungszentrums auf den Jahnwiesen (Köln.Sport berichtete). Mehr als 500 Kölnerinnen und Kölner folgten dem Aufruf der Veranstalter und fanden sich auf der Grünanlage am RheinEnergieStadion ein, um gegen das geplante Vorhaben der Stadt zu demonstrieren.

 

 

Womöglich hätten sich die Demonstranten diese Aktion bei strömenden Regen schenken können. Denn wie Köln.Sport aus sicherer Quelle erfuhr, wird intern bereits nach Alternativen zu den Jahnwiesen gesucht. Offiziell hat die Stadt die Sportverwaltung noch nicht mit der Suche danach beauftragt. Doch längst diskutieren die Macher des kölschen Sports über andere geeignete Orte im Umfeld des Sportpark Müngersdorf, um den Bau des Leistungszentrums im Auftrag des DFB realisieren zu können. Vorbild eines Campus für Deutschlands Elite-Kicker ist übrigens Clairefontaine, wo der französische Fußballverband seine Nationalteams zusammenzieht.

 

Dabei hatte Oliver Bierhoff, Teammanager der deutschen Nationalmannschaft, seinen Favoriten längst gefunden: Nach Bierhoffs Vorstellung sind die Jahnwiesen ein „Top-Gelände“, um das Leistungszentrum zu bauen. Auch eine Machbarkeitsstudie der Kölner Sportstätten GmbH, nach der die Jahnwiesen als Grünfläche erhalten bleiben, bekräftigt Bierhoffs Vorstellungen. Die endgültige Entscheidung über die Errichtung eines solchen Campus fällt aber erst im Herbst beim DFB-Bundestag. Neben Köln gelten Frankfurt und Duisburg als aussichtsreiche Kandidaten.

 

Dennoch hätte die Bebauung der Jahnwiesen einige Haken. So muss sich die Stadt nicht nur Bürgerprotesten erwehren, sondern auch die Flächengröße an den Jahnwiesen ist kaum als optimal zu bezeichnen. Die Bebauung/Ausdehnung des DFB-Campus wäre nicht nur durch den Grüngürtel, sondern etwa auch durch die Südtribüne des RheinEnergieStadions begrenzt. Zudem müsste der Verkehr durch die Junkersdorfer Straße entsprechend umgeleitet werden. Möglich, dass sich die Stadt auch den Unmut zahlreicher FC-Fans zuziehen würde. Denn bei einer Bebauung würde der Stadionparkplatz an den Wiesen wegfallen, was die an Spieltagen ohnehin schon angespannte Verkehrslage an der Arena weiter verschärft.

 

Also müssen Alternativen her. So gilt etwa die Sportanlage am Salzburger Weg als mögliche Option. Nachteil: Auch hier wären Vorschriften bezüglich der Bebauung des „Grünzugs West“ zu beachten. Zudem bietet das angrenzende Wohngebiet kaum die nötige Abgeschiedenheit, die sich vor allem Bundestrainer Joachim Löw bei der Arbeit mit seinen Spielern wünscht. Ein weiteres Gelände, das zur Diskussion steht, befindet sich etwas weiter südöstlich im Kölner Grüngürtel nahe der Dürener Straße. Dort, wo das Verwaltungsgebäude von Rheinbraun/RWE-Power steht, gibt es reichlich Fläche. Nachteil: Lärm durch den angrenzenden Autobahn- und Straßenverkehr.

 

Dritter alternativer Standort für den DFB-Campus wäre das Gelände am sogenannten Nordfeld in der Nähe des Walter-Binder-Weges. Diese Anlage (nördlich des RheinEnergieStadions, über die Aachener Straße hinweg) gilt als echtes „Sahnestück“, welches dem Deutschen Fußball-Bund schmackhaft gemacht werden soll. Allein räumlich bietet es vielmehr Möglichkeiten als etwa die Jahnwiesen im Süden der Arena. Der starke Verkehr auf der Aachener Straße könnte mittels einer Brücke umgangen werden. Zurzeit gibt es am „Stadion Nordfeld“ zwei Aschenplätze, wo u.a. zuletzt die Kreisliga-Kicker von Vorwärts Spoho ihre Heimspiele austrugen. Auch der 1. FC Köln stellt bei Heimspielen seinen Fans Parkplätze im Bereich des Nordfeldes zu Verfügung.

Wichtig ist, dass die Stadt Köln dem DFB möglichst schnell eine Alternative präsentiert – und nicht erst, wenn der Bau des Leistungszentrums im Herbst auf dem DFB-Bundestag verabschiedet wird. „Dann“, erklärt ein Insider gegenüber Köln.Sport, „wird es zu spät sein. Man wird dem DFB innerhalb weniger Tage kaum ein neues Konzept mit einem alternativen Standort vorlegen können.“ Und damit wäre Köln raus aus dem Rennen um den prestigeträchtigen Bau des DFB-Campus.