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Mit nichts zu entschuldigen

Am Montagabend haben sich nach dem FC-Spiel gegen Union Berlin Ereignisse abgespielt, die mit nichts zu entschuldigen sind. Der Köln.Sport-Kommentar.
Kommentar Hools

An einer Autobahnauffahrt in Höhe Bickendorf ereigneten sich die schrecklichen Taten. (Foto: Facebook)

Wenn selbst ein Polizeipräsident von einer Straftat schockiert ist, muss es sich schon um einen Fall ganz abscheulicher Natur handeln. Und anders können die Geschehnisse, die sich nach dem FC-Heimspiel gegen Union Berlin in der Nacht zum Dienstag in Bickendorf ereigneten, auch wirklich nicht bezeichnet werden! Das findet auch der Kölner Polizeipräsident Uwe Jacob: „Ich bin entsetzt darüber, was wir letzte Nacht auf Kölner Straßen erleben mussten. Wir haben eine neue Dimension von Gewalt nach einem Fußballspiel erlebt.“

Dabei klingt das, was passiert ist, wie zensierte Szenen eines schlechten Hooligan-Actionfilms: Hunderte Vermummte, die aus einem Gebüsch springen und mit Steinen auf einen Fanbus werfen, mit Sturmhaube, Mundschutz und Schlagstock bewaffnet, ohne den kleinsten Funken Verstand im Kopf. Zurückgedrängt auf einen Parkplatz dann die nächste, kranke Steigerung. Chaoten fahren mit unbeleuchteten Autos auf Polizisten zu, die sich nur durch einen Sprung zur Seite retten können – oder durch Ziehen der Dienstwaffe.

„Man kann da nicht von Fans sprechen“

Klar ist: Die Übeltäter waren nicht zufällig vor Ort, es handelte sich um eine geplante Aktion. Dass Hooligans sich rund um Fußballspiele auch gerne mal an einem abgelegenen Ort zu einer Schlägerei verabreden, auch kein Geheimnis. Doch die Gewaltbereitschaft, mit der die Chaoten nun auch Polizeibeamte attackierten und sogar den Tod der Bus-Insassen durch ihre Taten billigend in Kauf nahmen, ist dann sogar auf der Hooligan-Ebene, eine neue, abscheuliche Dimension.

„Man kann da nicht von Fans sprechen, das sind Menschen, die schwere Gewalttaten verüben“, sagt Jacob zu dem Fall. Und es ist, im Sinne einer vernünftigen Diskussion zu dem Thema, wichtig, zwischen ebendiesen gewaltbereiten Kriminellen und Fans, die ihre Mannschaft friedlich im Stadion unterstützen, zu unterscheiden. Gegen einen Großteil der Täter aus dem Kölner Lager waren bereits seit längerem Stadionverbote erlassen worden, der 1. FC Köln selbst tut alles, diese Leute, die sich „im Namen des FC“ an anderen Menschen vergehen, von Stadion, Club und echten Fans fernzuhalten.

Viele der Chaoten sind nämlich bereits in der sogenannten „Datei Gewalttäter Sport“ erfasst, dürfen ohnehin kein Fußballstadion der Republik mehr von innen betreten. Und auch wenn fast sämtliche Chaoten am Mittwoch wieder auf freien Fuß gelassen wurden, werden diese mit besonderer Vorsicht weiterhin beobachtet. Das ist auch gut so. „Wir nehmen eine zunehmende Radikalisierung wahr und müssen ihr entgegenwirken“, sagte Jacob. Das stimmt. Denn Menschen, die die Bühne Fußball für ihre abscheulichen Gewalttaten missbrauchen, haben auch nichts anderes verdient.